MotoGP Australien 2024: Marquez an der Spitze, Erfolg für Martin
Jorge Martin baut den Vorsprung aus
Das MotoGP-Wochenende in Australien auf dem legendären Phillip Island Circuit bot wieder unpackbare Spannung. Während der Samstag durch einen dominanten Sprint von Jorge Martin geprägt war, bot das Hauptrennen am Sonntag ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Martin und Marc Marquez.

Sprint am Samstag: Dominanz von Jorge Martin
Jorge Martin (Pramac-Ducati) setzte am Samstag im Sprint ein klares Zeichen Richtung Hauptkonkurrent Bagnaia. Der Spanier sicherte sich einen beeindruckenden Start-Ziel-Sieg und liess der Konkurrenz kaum eine Chance. Von der Pole-Position aus erwischte Martin einen perfekten Start und konnte sich sofort von den Verfolgern absetzen. Trotz der kühlen Temperaturen und starkem, unberechenbarem Wind behielt Martin die Kontrolle und verwaltete seinen Vorsprung souverän.
"Endlich hat es mal wieder mit einem Sprintsieg geklappt!", sagte Martin nach dem Rennen. Er gab zu, dass er einen härteren Kampf erwartet hatte, insbesondere von Marc Marquez. Martin fuhr einen konstant hohen Rhythmus, auch wenn er sich aufgrund der schwierigen Bedingungen keinen weiteren Fehler leisten durfte, nachdem er wegen Tracklimits verwarnt worden war. Hinter Martin kämpften Marc Marquez und Enea Bastianini (Ducati) um die verbleibenden Podestplätze. Francesco Bagnaia (Ducati) belegte den vierten Platz, nachdem er das Tempo von Martin nicht mitgehen konnte.
Schwerer Unfall überschattet das Sprint Rennen
Der grösste Schreckmoment des Rennens ereignete sich kurz vor dem Ende, als Marco Bezzecchi (VR46-Ducati) in der ersten Kurve ins Heck von Maverick Vinales (Aprilia) krachte. Vinales hatte Bezzecchi kurz zuvor überholt, doch bei dem Versuch, die Position zurückzuholen, kam es zu einer heftigen Kollision mit knapp 250 km/h. Glücklicherweise blieben beide Fahrer von schweren Verletzungen verschont, doch die Rennleitung kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Der Unfall kostete Bezzecchi wertvolle Punkte und beendete Vinales' Chancen auf ein starkes Ergebnis.
Nur 15 Fahrer sahen am Ende die Zielflagge, nachdem mehrere Piloten, darunter Johann Zarco (LCR-Honda), Alex Marquez (Gresini-Honda) und Jack Miller (KTM), durch Stürze ausschieden.
Hauptrennen am Sonntag: Marquez siegt in packendem Duell
Am Sonntag folgte das Hauptrennen, das unter sonnigeren und wärmeren Bedingungen ausgetragen wurde, als dies am Vortag der Fall war. Das Hauptaugenmerk lag erneut auf Jorge Martin, der sich vorgenommen hatte, nach seinem souveränen Sprint-Erfolg auch den Sieg im Grand Prix einzufahren. Doch Marc Marquez (Gresini-Ducati) hatte andere Pläne. Das Rennen startete mit einem gewohnt starken Start von Martin, der erneut die Führung übernahm. Hinter ihm reihten sich zunächst Marco Bezzecchi (VR46-Ducati) und Francesco Bagnaia (Ducati) ein, während Marquez wie schon im Sprint einen schlechten Start erwischte - dieses Mal wegen eines Abrissvisiers, das ihm beim Launch die Traktion stahl.
Vorne bestimmte Martin weiterhin das Tempo, während Bagnaia auf Platz zwei versuchte, den Anschluss zu halten. Doch es dauerte nicht lange, bis Marc Marquez seine Aufholjagd startete. Der Spanier arbeitete sich Runde für Runde nach vorne und stellte in der siebten Runde sogar einen neuen Rennrundenrekord auf.
Marquez setzt sich mit Brechstangen-Manöver durch
Zur Rennmitte schloss Marquez schliesslich die Lücke zu Martin. Die beiden lieferten sich ein spannendes Duell, bei dem sich Marquez schliesslich in der Miller-Haarnadel durchsetzte und die Führung übernahm. Das Manöver fand in klassischer Marquez-Manier statt, kann aber als "hart, aber fair" bezeichnet werden. Am Ende gewann Marquez mit knapp einer Sekunde Vorsprung vor Martin. "Ich wusste, dass Jorge ein starkes Rennen fahren würde, aber ich habe meine Reifen geschont und konnte am Ende angreifen", sagte Marquez nach dem Rennen. Für ihn war es der dritte Grand-Prix-Sieg in dieser Saison.
Francesco Bagnaia komplettierte das Podium, konnte aber im Duell mit Martin und Marquez nicht mithalten. Bagnaia gab zu, dass er Schwierigkeiten hatte, mit dem Tempo der beiden Führenden mitzuhalten, insbesondere beim Kurveneingang. Dennoch sicherte er sich wertvolle Punkte, verlor jedoch weitere Zähler auf Martin im Kampf um die Weltmeisterschaft.
Bereits kommendes Wochenende geht es in Thailand weiter - auf einer Strecke, die Bagnaia laut eigener Aussage besser liegt, als Martin...
MotoGP WM-Stand nach Australien 2024
Position | Rider | Team | Points |
1 | J. Martin | Prima Pramac Racing | 424 |
2 | F. Bagnaia | Ducati Lenovo Team | 404 |
3 | M. Marquez | Gresini Racing MotoGP | 345 |
4 | E. Bastianini | Ducati Lenovo Team | 331 |
5 | B. Binder | Red Bull KTM Factory Racing | 192 |
Die MotoGP Saison 2024
Bericht vom 21.10.2024 | 4.187 Aufrufe