Harley-Davidson Kaufberatung

Welche Harley passt zu Dir? Meine ehrliche Beratung!

NastyNils teilt seine Harley-Davidson Träume und gibt Tipps für Einsteiger. Erfahrt, welche Modelle wie Road Glide, Lowrider S, Fat Boy und Pan America begeistern – und welches Bike zu EUREN Bedürfnissen passt. Findet Eure perfekte Harley und den amerikanischen Traum auf zwei Rädern! Probefahrt-Tipps inklusive.

Werbung
powered by Suzuki Schweiz AG
Mehr erfahren

Böse Zungen behaupten ja, dass man im reifen Alter von 50 oder 60 Jahren irgendwann mal beginnt, als Motorradfahrer von einer Harley-Davidson zu träumen. Ich muss gestehen, dass das bei mir schon zum 40. Geburtstag der Fall war. Und ich schäme mich kein bisschen dafür. Bei diversen Testfahrten mit verschiedenen Harley-Davidson Modellen hatte ich immer wieder dieses unverkennbare Gefühl und Verlangen: So etwas muss ich haben, so ein Stück amerikanischer Freiheit brauche ich auch in meiner Garage. In diesem Bericht will ich euch meine tiefsten Emotionen und Erfahrungen offenlegen, damit ihr bei euren eigenen Harley-Träumen in die richtige Richtung navigieren könnt und genau die Modelle Probe fahrt, die euer Herz höher schlagen lassen werden.

Die Road Glide Limited – Souveränität auf zwei Rädern

Ich persönlich träume seit Jahren am intensivsten von einer Harley-Davidson Road Glide Limited. Um ganz ehrlich zu sein, wäre mein absoluter Traumpartner eine Road Glide CVO, doch ich bin Realist genug um zu wissen, dass die hohen Steuern und die ohnehin astronomischen Kosten für dieses Schmuckstück in Österreich ein nicht zu erfüllender Traum bleiben werden. Die Road Glide Limited hingegen schwebt in greifbarer Distanz vor mir her, da ein gebrauchtes Exemplar für rund 30.000 Euro in Österreich zu haben ist. Ein Betrag, den ich irgendwann aufbringen werde müssen, damit dieses ewige Sabbern und Lechzen nach diesem Gefährt endlich ein Ende hat. Man kann schliesslich nicht ewig nur träumen, irgendwann muss man zugreifen. Was macht für mich die Faszination dieses Motorrades aus? Ich bin wohl einer jener wenigen Menschen, die bei der Marke Harley-Davidson zuerst an die Touring-Modelle denken. Also an Motorräder, mit denen man tatsächlich weite Distanzen zurücklegt und nicht nur von Bar zu Bar cruist. Dies hängt unmittelbar damit zusammen, dass ich in Amerika ausgiebig unterwegs war und Amerika für mich weder das hektische New York noch das glamouröse L.A. oder das sonnenverwöhnte Florida ist. Für mich ist Amerika die unendliche Weite der Landschaften, die schier unüberbrückbaren Distanzen, die majestätische Natur und was viele überraschen mag die relative Abwesenheit von Menschenmassen. So empfinde ich Amerika, wenn ich durch die verschiedenen Bundesstaaten gleite und Kilometer um Kilometer unter mir lasse. Und genau diese Weite, diese Distanz, diese überwältigende Grösse ist etwas, was ich nicht nur mit Amerika, sondern eben auch mit Harley-Davidson verbinde. Und für mich ist es die Road Glide, die diese Distanzen am souveränsten, am würdevollsten meistert. Die Road Glide Limited ist ein Luxustourer, der aktuelle Technik und Harley-Tradition eindrucksvoll vereint. Dank der rahmenfest montierten Sharknose-Verkleidung mit dreifachen Belüftungsöffnungen werden Verwirbelungen am Helm bei Autobahntempo deutlich reduziert, was auf langen Etappen Komfort und Stabilität erhöht. Zur Serienausstattung gehören ein umfangreiches Infotainmentsystem (Boom! Box GTS) mit Touchscreen und Navigationsfunktionen, beheizbare Griffe und ein geräumiges Tour-Pak-Gepäcksystem für ausgedehnte Reisen. Dieses Modell knüpft an eine lange Entwicklung an: Bereits 1980 führte Harley-Davidson mit der FLT Tour Glide einen Tourer mit rahmenfester Verkleidung ein, der 1998 in verbesserter Form als Road Glide zurückkehrte. Ich weiss, dass viele von euch möglicherweise eine Street Glide bevorzugen, aber für mich ist dieses souveräne, prächtig wirkende, fast monströse Motorrad diese Road Glide mit ihrer unverwechselbaren, eindrucksvollen Front noch gelassener, noch majestätischer und für mich noch begehrenswerter als die etwas kompaktere Street Glide. Doch das ist selbstverständlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Road Glide ist für mich ein wahrhaftiges Reisemotorrad, mit dem auch endlose Distanzen in beneidenswertem Komfort absolviert werden können. Gleichzeitig entstehen im Sattel dieses Kraftpakets schlicht und ergreifend Glücksgefühle, die man nur schwer in Worte fassen kann. Man entwickelt eine tiefe Freude an jedem Kilometer, an jeder Kurve, an jedem einzelnen Moment auf diesem Fahrzeug.

Eine Harley-Davidson Road Glide ST aus dem Modelljahr 2022 - Dieses Bike lässt mein Herz höher schlagen!
Eine Harley-Davidson Road Glide ST aus dem Modelljahr 2022 - Dieses Bike lässt mein Herz höher schlagen!

Die Lowrider S – Pures Freiheitsgefühl

Interessanterweise inspiriert mich noch ein völlig anderes Modell von Harley-Davidson immer wieder aufs Neue: die Harley-Davidson Lowrider S. Für mich verkörpert die Lowrider S jenes Motorrad, welches das unbeschwerte Gefühl von Freiheit am reinsten, am unmittelbarsten transportiert. Reduziert auf das Wesentliche besteht dieses Motorrad aus einem kraftstrotzenden Motor, zwei Rädern, einer überraschend komfortablen Sitzposition und einem perfekt positionierten Lenker. Mehr braucht es nicht. Möchtest du deine Sorgen, Probleme und den Alltag hinter dir lassen? Steige einfach auf, drücke den Startknopf und lege los. Die Lowrider verkörpert für mich genau dieses Gefühl: Aus dem Alltag auszubrechen und nicht darüber nachzudenken, was morgen oder nächste Woche ansteht oder was letzte Woche war sondern einfach im Hier und Jetzt zu leben. Dies hat auch erstaunliche Auswirkungen auf mein Verhalten. Ich muss gestehen, dass ich im Sattel einer Lowrider, ähnlich wie auf einem Roller, oft mit relativ wenig Schutzausrüstung unterwegs bin: Jeans, eine leichte Jacke, bequeme Schuhe, Helm und Handschuhe. Ich bin mir bewusst, dass dies nicht vorbildlich ist, doch aus irgendeinem Grund macht sich im Sattel einer Lowrider ein lockerer Lebensstil bemerkbar. Man wird unbeschwerter, grübelt nicht mehr über Belangloses nach. Das mag nicht korrekt sein aber es ist so. Dieser entspannte, lebensbejahende und unkomplizierte Umgang wirkt sich eben auch auf das Sicherheitsbewusstsein aus. Die Lowrider verführt zu einer gewissen Sorglosigkeit, die gleichzeitig ihr grösster Charme ist. Kaum ein anderes Harley-Modell versprüht für mich so viel Coolness und rohen Charakter wie die Low Rider S. Die Low Rider S ist ein kraftstrotzender Cruiser, der klassische Linien mit moderner Performance verbindet. Angetrieben vom öl-/luftgekühlten Milwaukee-Eight 117 Motor (1.923 cm³) dem hubraumstärksten serienmässigen V-Twin von Harley-Davidson liefert sie über 170 Nm Drehmoment und unmittelbare Gasannahme. Die Low Rider S tritt in die Fussstapfen der ursprünglichen Low Rider von 1977, die als erster Factory Custom von Willie G. Davidson die Motorradwelt begeisterte.

Immer locker! Unterwegs mit der Lowrider S in Kalifornien!
Immer locker! Unterwegs mit der Lowrider S in Kalifornien!

Die Fat Boy – Ein Klassiker, der polarisiert

Harley-Davidson Fat Boy aus dem Modelljahr 2020 im 1000PS Test.
Harley-Davidson Fat Boy aus dem Modelljahr 2020 im 1000PS Test.

Der Fat Boy ist seit Jahrzehnten eine Ikone unter den Harley-Davidson Cruisern. Bereits optisch beeindruckt der Fat Boy mit seinen breiten Lakester-Scheibenrädern (18-Zoll) und dem wuchtigen 240er Hinterreifen, die ihm seit jeher seinen massiven Auftritt verleihen. Details wie der breite Lenker und die niedrige Sitzhöhe tragen zum entspannten Cruiser-Feeling bei. Seit seiner Markteinführung 1990 steht der Fat Boy sinnbildlich für den American Big Cruiser. Über mehr als 30 Jahre hinweg wurde er stetig weiterentwickelt, ohne seinen kernigen Charakter einzubüssen. Viele Harley-Davidson-Neueinsteiger denken vermutlich als Erstes an eine Fat Boy ein absolut klassisches, ikonisches Harley-Davidson-Modell. Für mich persönlich ist es so, dass ich eine Fat Boy zwar ästhetisch ansprechend finde und gerne mit ihr fahre, aber nicht wirklich den Drang verspüre, sie zu besitzen. Möglicherweise bin ich dafür zu pragmatisch veranlagt, aber ich habe das Gefühl, dass ich in der Praxis mit diesem Motorrad nicht wirklich häufig unterwegs sein würde. Es ist ein Motorrad für besondere Anlässe, für Sonntagnachmittage, aber nicht unbedingt für den alltäglichen Gebrauch oder die grosse Tour. Wohingegen sowohl die Road Glide als auch die Lowrider Produkte wären, die ich wirklich regelmässig nutzen würde, die einen festen Platz in meinem Alltag finden könnten.

Die Pan America – Beeindruckend, aber nicht hinreichend einzigartig

Interessant gestaltet sich auch meine Beziehung zur Pan America. Die Pan America ist durchaus ein Motorrad, das nicht von allen Journalisten geliebt wird. Einige finden sie nicht schön, andere kritisieren ihr Gewicht. Ich persönlich muss sagen, dass alle Reisen und Touren, die ich mit ihr unternommen habe, durchaus bereichernde Erfahrungen waren. Mit der Pan America 1250 Special betrat Harley-Davidson Neuland und schuf einen Adventure-Tourer, der amerikanischen Charakter mit modernster Allround-Performance vereint. Ihr flüssigkeitsgekühlter Revolution Max 1250 V-Twin leistet rund 150 PS (112 kW) und bietet einen breiten nutzbaren Drehzahlbereich ein kraftvoller Antrieb, der auf Asphalt wie auf Schotter überzeugt. Für wechselnde Bedingungen ist die Pan America vollgepackt mit High-Tech: Sie verfügt über ein elektronisch einstellbares Fahrwerk mit Adaptiver Ride Height, das an Ampeln das Fahrzeug absenkt. Die 2021 eingeführte Pan America markiert einen Meilenstein in der Firmengeschichte als erstes Adventure-Bike von Harley-Davidson hat sie neues Terrain erobert. Sie bietet auch auf lange Strecken einen bemerkenswerten Fahrkomfort, hat charismatische Fahreigenschaften, und man erlebt tatsächlich wunderbare Momente im Sattel dieses Bikes. Aber ich habe offen gesagt nicht das überwältigende Verlangen, sofort eine kaufen zu wollen. Dafür sind die Fahrgefühle, die sie vermittelt, einfach nicht einzigartig genug. Wenn ich das mit einer Road Glide oder einer Lowrider vergleiche die Gefühle, die ich dort im Sattel erlebe, finde ich sonst in keinem anderen Motorrad. Die Pan America hingegen fühlt sich für mich ähnlich an wie eine BMW GS Adventure, eine Triumph Tiger Explorer oder vielleicht auch eine KTM 1290 Super Adventure. Sie ist für mich schlichtweg nicht einzigartig genug. Und wenn etwas nicht durch Einzigartigkeit besticht, dann achte ich umso mehr auf die technischen Details und die nüchternen Fakten. Und da trägt sie nun einmal etwas mehr Gewicht als ihre direkten Konkurrentinnen. In dieser Klasse wäre für mich persönlich eine Multistrada V4S Rallye das begehrenswertere Produkt. Aber auch das ist selbstverständlich eine Frage des individuellen Geschmacks.

Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt! Unterwegs auf Schotter mit einer Harley-Davidson!
Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt! Unterwegs auf Schotter mit einer Harley-Davidson!

Weitere Inspiration gefällig! In unseren 1000PS Bildergalerien haben wir 100de Bildergalerien zur Marke Harley-Davidson. Darin finden sich auch viele Bilder von Sondermodellen und von den einzelnen Modelljahrgängen. Clickt euch also gerne durch die einzelnen Jahrgänge!

Bericht vom 04.04.2025 | 1.052 Aufrufe

Empfohlene Berichte

Pfeil links Pfeil rechts