Dunlop Sportsmart MK3 Test

Sportreifen mit Allrounderqualitäten

Der neue Dunlop Sportsmart MK3 soll ein echtes Allroundtalent sein. Beim Test musste er sich auf verschiedenen Bikes beweisen. Sowohl auf der Landstrasse, als auch auf der Rennstrecke.

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Wie immer ist es die grosse Wahl welche sie zur Qual macht. Hier vor der Testbasis bei Barcelona standen rund 30 aktuelle Nakedbikes und Sporttourer bereit. Alle waren sie bereift mit dem neuen Sportsmart MK3 von Dunlop. Die Bandbreite der Motorräder machte klar, wie Dunlop den Pneu positioniert. Hier stand die kräftige S 1000 R von BMW ebenso bereit wie die quirlige F 800 R, die tüchtige Tracer 700 oder eine praktische F 800 GT. Supersportler stand hier noch keiner am Start. Diese warten dann auf der Rennstrecke auf uns. Der Testablauf war ausgesprochen effizient. Die rund 1,5 stündige Fahrt zur Rennstrecke absolvierten wir auf den oben genannten Motorrädern. Somit konnten wir den Tag optimal nutzen. 
Link: Livevideo von der Motorradauswahl

Dunlop Sportsmart MK3: Kurze Aufwärmzeit beim Supersportreifen

Denn natürlich wollte Dunlop den Moment hier frühmorgens für einen schlagkräftigen Beweis nutzen. Der spanische Asphalt war noch kalt und die ersten Kilometer entlang der Küste auch noch sehr glatt. Ich selbst war im Sattel einer BMW F 800 GT unterwegs. Natürlich werden viele Leute auf einer solchen Maschine eher Pneus wie den Sporttouring Pneu Roadsmart 3 verwenden. Doch der neue MK3 ist eine interessante Ergänzung. Der eigentlich sportliche Reifen wurde mit einer Silica-Mischung ausgestattet. Damit hat er, ähnlich wie Touringpneus, eine recht kurze Aufwärmzeit. Diese Stärke konnte er schon bei den ersten Kreisverkehren unter Beweis stellen. Sehr angenehm: Schon von Beginn an fühlte sich der Reifen geschmeidig und präzise an. Wie ein treuer Tourenpneu eben. Aber andererseits war da dieses gewisse Etwas.

Dunlop Sportsmart MK3: In den Kurven trotzdem ein echter Sportreifen

Der Verkehr auf der Küstenstrasse war übel. Die Fahrt im Sattel war aufgrund der himmlischen Aussicht auf das Mittelmeer aber trotzdem eine schöne Sache. Trotzdem freuten wir uns, als wir abbogen. Jetzt ging es in die Berge. Hier waren mir die kurze Aufwärmzeit und die längere Laufleistung egal. Ich verlangte nach Agilität und Traktion. Denn die komfortable BMW F 800 GT musste hier gegen S 1000 XR und S 1000 R bestehen. Insgesamt war ich hier bestimmt einer der erfahreneren Piloten und ich konnte in den Kurven aufholen was ich auf den Geraden verlor. Der Pneu liess mich dabei nicht im Stich. Auf der abwechslungsreichen Strecke bot er jene Präzision und das direkte Handling welches ich bei Dunlop Sportreifen so liebe. Niemals kippelig, sehr harmonisch und spielerisch einfach in den Radius kippend. Schon beim Test mit der 790 Duke konnte ich erleben, dass beim Handling kein Nachteil zum radikalen Sportsmart TT besteht.

Erstmal gemütlich einrollen? Geht nicht! Die Kollegen wollen Vollgas!

Doch an dem Tag konnte ich auch noch weitere spannende Premieren erleben. Eine neue Rennstrecke stand für mich am Programm. Ich denke das spanische Dutzend ist für mich nun voll. Von der Strecke Parc Motor hatte ich nie zuvor was gehört. Doch die Strecke ist interessant. 4,1 km ist sie lang und bietet sehr starkes Gefälle. Schon beim Briefing machte man uns drauf aufmerksam, dass die Bremszonen teilweise stark abschüssig sind und auch von Bodenwellen durchsetzt sind. Wir wechselten die Motorräder und bestiegen für den ersten Turn erstmal die neue Kawasaki Ninja ZX-6R. Alle in unserer Gruppe waren neu und ich erwartete einen gemütlichen ersten Turn. Der Dunlop Instruktor vor voraus, dahinter der erfahrenste Mann in der Runde: Georg Jelicic von der Zeitschrift MOTORRAD. Dahinter platzierte ich mich strategisch perfekt als Linienschmarotzer. Doch schon nach der ersten Runde wirbelte der freche Influenzer Blackout alles durcheinander. Er ist noch neu im Geschäft und hält sich nicht an den Nichtangriffspakt beim ersten Turn und überholte. Natürlich konnte er nicht wissen wie wichtig der Linienguru vor mir für mich war. Somit wurde der Rest vom Turn kein Linienstudium sondern eine Bremspunktschule. Wer die Erlebnisse an der Front gerne aktuell mitverfolgt, der kann mir gerne auf meinem Instagram-Kanal folgen.

Kurze Turns kaschieren die Nachteile vom Mischungsaufbau

Der herzhafte erste Turn lief besser als erwartet. Einerseits überraschte die kleine Ninja mit brauchbarem Druck aus der Drehzahlmitte. Andererseits war der Reifen auf hier kein netter Allrounder sondern ein waschechter Sportreifen. Man muss aber auch sagen, dass Dunlop das Setup geschickt gewählt hat. Denn das schwarze Wunderding hat bestimmt eine Schwäche: Bei zu hohen Reifentemperaturen verlässt die Silicamischung die Wohlfühlzone und der Reifen würde zu schmieren beginnen. Die Turns waren mit 15 Minuten relativ kurz und wir sassen eben im Sattel einer 600er und nicht auf einer 1000er. Im Gespräch mit den Dunlop-Technikern machte man daraus aber auch kein Geheimnis. Der Dunlop Sportsmart MK3 ist kein Rennstreckenpneu. Er ist ein guter Sportreifen mit vergleichsweise hoher Laufleistung und tollen Eigenschaften im Alltag. Einzelne Trackdays macht er mit, aber da gibt es auch im eigenen Hause schnellere Reifen. Der Sportsmart TT zum Beispiel! Dieser funktioniert eben nicht bei tiefen Temperaturen dafür aber auch bei heissem Asphalt und fettem Drehmoment.

Dunlop Sportsmart MK3 Einsatzempfehlung

Wer soll also zum Sportsmart MK3 greifen? Und wann? Bei Fahrten auf der Rennstrecke kommt der Reifen dann an seine Grenzen, wenn es warm ist und ordentlich am Kabel gezogen wird. Wer Trackdays nur gelegentlich besucht, der kann auch im Sommer mit diesem Pneu angreifen. Wer am Kurvenausgang aber ordentlich Drehmoment auf die Walze schickt wird den Reifen schon ab Mai an seine Grenzen bringen. Trotzdem! Der Pneu macht Sinn und ist für viele Fahrerinnen und Fahrer die bessere Wahl als der Sportsmart TT.

Dunlop Sportsmart MK3 auf der Kawasaki Z 900

Seine universellen Qualitäten konnte der Pneu dann auch noch im Sattel der Kawasaki Z 900 beweisen. Das Nakedbike ist grossartig, doch natürlich kommt das Fahrwerk hier ordentlich ans Limit. Der Reifen muss somit einiges an Dämpfungsarbeit übernehmen und der Druck im Pneu steigt während einem Turn um 0,7 bar an. Das ist gewaltig! Und auch jetzt ist Verlass auf den zugänglichen Sportpneu. Die Aufwärmzeit war super kurz, doch der Turn machte auch bis zur letzten Kurve Spass. Die Z 900 bog immer präzise und willig in den Radius ein. In den Kurven hätte ihr ein wenig mehr Agilität an der Front noch gut getan. Doch dann wäre es möglicherweise zu Lasten der Stabilität gegangen. Alles in allem ist der Reifen so wie er ist gut gemach und gut positioniert. Die Wahl beim Reifenhändler wird jetzt zwar nicht leichter, aber in jedem Fall ist durch den breiten Einsatzbereich vom Pneu die Chance sehr gross dass man damit auf den richtigen Gummi setzt.

Preis Dunlop Sportsmart MK3

Wie immer gibt es bei Reifen keinen echten UVP vom Hersteller. Praktischerweise listet die Firma Zweiradprofi Pauer auf der Website alle aktuellen Reifenpreise inklusive Montage am Motorrad auf. Damit lässt sich der Reifen innerhalb vom Dunlop Sortiment ebenso vergleichen wie mit Reifen anderer Marken.

Bericht vom 29.03.2019 | 56.874 Aufrufe

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