Mentaltraining nach einem Motorradsturz
Wenn plötzlich nichts mehr geht, macht diese Technik Hoffnung
Die ehemalige Motorrad-Rennfahrering Stefanie Menzel gibt Mentaltrainings, um die eigene Freude und Entspanntheit am Fahren wieder zurückzugewinnen.

"Ich meine, der Sturz ist doch schon 5 Jahre her, warum sollte mich das immer noch beeinflussen?" fragt mich mein Klient. "Es sind immer Linkskurven oder?" frage ich ihn. "Und nur am Kurveneingang merkst du diese Hemmschwelle?". "Ja genau!" antwortet er. "Völlig absurd, oder?".
Wir sprachen gerade über diesen einen Sturz mit seiner geliebten Triumph Street Triple, als er 2018 im Schwarzwald unterwegs war. Es war eine warmer Spätsommer Tag. Diese Tage, die einfach perfekt sind. Es ist warm, die Sonne scheint aber es ist nicht mehr so heiss, dass man in der Lederkluft in seinem eigenen Schweiss gebadet wird. Ein frischer Wind wehte und kündigte den näher rückenden Herbst an. Einfach perfekt. Er fuhr auf diese Linkskurve zu, fröhlich und entspannt auf dieser grossartigen Ausfahrt bei bestem Wetter, bremste an und… plötzlich riss es ihm das Vorderrad weg. Völlig unvermittelt schlug er mit der linken Schulter auf dem Asphalt auf. Das grelle Kratzen seines rutschenden Motorrades liess ihn erschaudern. Es schüttelte ihn nochmal kräftig durch. Dann blieb er im Graben liegen. Wie zur Hölle ist das denn jetzt passiert, fragte er sich, als er sich aufrichtete. Das Herz pochte ihm im Hals. Wo ist mein Motorrad?
"Oh, ich verstehe!" sagt er zu mir. "Ich bin damals in einer Linkskurve übers Vorderrad gestürzt wegen dieses gottverdammten Rollsplits!". "Ganz genau… Das hat dein Körper sich gemerkt." Sage ich zu ihm. "Und seitdem schlägt dein inneres Gefahren-Abwehr-System in genau dieser Situation immer wieder Alarm." Er schaut mich durch die Kamera seines Laptops an: "Na toll… und jetzt?"
Jetzt würde vermutlich jeder, den du kennst, sagen: "Einfach weiterfahren! Das fährt sich raus!". Der Sturz meines Klienten ist bereits 5 Jahre her, als er zu mir ins Coaching kommt. 5 Jahre verkrampftes Fahren und Ausreden erfinden, um die nächste Tour mit den Freunden absagen zu können. 5 Jahre keine Freude am Motorradfahren. 5 Jahre, die er nicht zurückbekommt. Meine Frage ist also, wie lange möchtest du darauf warten, dass es sich "rausfährt"?
Wieder Freude am Motorradfahren finden
Hi, ich bin Steffi ehemalige Motorrad-Rennfahrerin und ich bin auf einer Mission. Ich will eure Probleme lösen, die ich früher selbst hatte. Ich möchte mein Fachwissen als psychologische Beraterin mit meinen Skills auf dem Motorrad vereinen und dafür sorgen, dass alle, die unser grossartiges Hobby aktuell nicht geniessen können, ihre Freude, ihre Sicherheit und ihr Freiheitsgefühl zurückbekommen!
So eine mentale Blockade kann sich unüberwindbar anfühlen und einen echt verzweifeln lassen. Ich weiss, wie sich das anfühlt! Aber als selbständige Mentaltrainerin ich kann dir mittlerweile guten Gewissens versprechen, dass es nicht unüberwindbar ist. Im Online Coaching arbeite ich mit Rennfahrern, Hobby-Rennstreckenfahrern und Strassenfahrern zusammen. In der Saison bin ich mit einem Renntrainingsveranstalter an den Rennstrecken in Deutschland unterwegs, um zu coachen und Workshops zu geben. Alles mit dem Ziel, Mentaltraining für Motorradfahrer auf allen Leistungsebenen verständlich und zugänglich zu machen. Denn Motorradfahren ist einfach zum Grossteil Kopfsache. Dabei gebe ich euch immer ein Versprechen: Mentaltraining wird die Art, wie du Motorrad fährst, für immer positiv verändern! Das weiss ich nicht nur aus den vielen Coaching Stunden mit meinen bisherigen Klienten, sondern auch daher, dass es die Art, wie ich Motorrad fahre, für immer positiv verändert hat.
Rennsport-Karriere
2015 bin ich meine erste Rennsaison im Rahmen der IDM gefahren. Das war unfassbar aufregend und völlig neues Terrain für mich. Bisher bin ich schliesslich nur auf der Strasse gefahren und habe ein paar Jahre an Renntrainings teilgenommen. Zwar bin ich mit 16 Jahren bereits Roller Rennen gefahren aber… das zählt doch nicht, oder?
Der DLC im Jahr 2017 war mein rennsportliches Highlight. Mit dem Grip Girls Racing Team haben wir im damals fast ausschliesslich männlichen Fahrerfeld als reines Frauen-Team für Unruhe gesorgt. Wir hatten viele Unterstützer, die auch von unserer Leistung begeistert waren, denn langsam waren wir absolut nicht! Andere hatten eine eher gespaltene Meinung zu Frauen im Rennsport. Aber das lasse ich mal lieber so stehen.
Was ich damit sagen will, ist, dass ich in meinen insgesamt 10 Jahren Rennsport viel erlebt und teilweise sehr gelitten habe. Leistungsdruck, Stürze, Selbstzweifel und dann noch der Druck, als Frau beweisen zu wollen, dass man den Platz im Fahrerfeld verdient hat. Ich habe in dieser Zeit einige Fahrer an dem Sport zerbrechen sehen bis es bei mir soweit war.
Seitdem habe ich an mir gearbeitet, ich habe psychologische Beratung studiert und ein Konzept für Motorradfahrer erarbeitet, dass kompakt alles beinhaltet, was ich früher gebraucht hätte. Mein Konzept besteht aus den 4 Komponenten "Motorradfahrer-Ich, bremsende Glaubenssätze, Routine und Visualisierungen". Und wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wäre es, dass alle Motorradfahrer diese 4 Komponenten kennen und anwenden können.
Technik der Mentaltrainings
Um auf das eigentliche Thema zurückzukommen: Die Komponente "Visualisierungen" beinhaltet eben auch das Stürze-verarbeiten. Denn nein! Du musst nicht so lange verkrampft und mit Angst fahren, bis sich das Thema von selbst erledigt! Du musst nicht immer wieder riskieren, dass es durch Reaktionen, die durch Ängste genährt werden, wieder und wieder zum Sturz kommt. Du musst auch nicht akzeptieren, dass du deine alten Rundenzeiten nicht mehr schaffst oder dich damit zufriedengeben, kein Rennen mehr wegen dieser mentalen Blockade zu gewinnen. Es gibt eine Alternative!
Und wenn du jetzt denkst: "Okay, sie will mir nur ihr Coaching verkaufen", wirst du dich gleich sehr wundern. Denn ich erkläre dir jetzt ganz genau, wie das Sturz-verarbeiten funktioniert. Vorher möchte ich dir aber eindringlich gesagt haben, dass die folgende Technik bei besonders traumatischen Ereignissen nicht ohne eine professionelle Begleitung (wie mir) angewendet werden sollte! Bitte nimm diesen Hinweis ernst! Das ist mir wirklich wichtig!
Wie verarbeiten wir also einen Sturz mit dem Motorrad: Zunächst müssen wir uns fragen, was dieser Sturz für Auswirkungen auf unser System sprich auf unseren Körper hatte. Das zentrale Nervensystem hat unter anderem den Job, uns vor Gefahren zu warnen. Es sammelt seine dafür nötigen Informationen durch unsere Erlebnisse und speichert die Situationen ab, die zu einem Schreck-Moment geführt haben. In diesen Schreck-Momenten zum Beispiel bei einem Sturz, einem Rutscher oder ähnlichen Situationen reagiert der Körper unter anderem mit dem Ausschütten von Adrenalin und anderen Stresshormonen. Das Nervensystem erkennt und speichert diesen Moment und die dazugehörigen Umstände als Gefahren-Situation ab und warnt uns, wenn es in Zukunft eben diese Umstände wiedererkennt.
Im Falle meines Klienten ist das eben in jeder Linkskurve, bzw. davor. Er verspürt diese Warnung als unwohles Gefühl im Bauch, durch Verkrampfen des gesamten Körpers und durch unwillkürliches Greifen in die Bremse, obwohl er natürlich genau weiss, dass das Bremsen und Aufrichten im Kurveneingang gar keine gute Idee ist.
Dem Problem auf den Grund gehen
"Lass uns nochmal durchsprechen, wie es zu diesem ersten Sturz gekommen ist." Sage ich im Coaching zu ihm. Er erzählt mir erneut von dem bereits beschriebenen Spätsommer Tag. "Okay, jetzt würde ich dich bitten, die folgende Visualisierungs-Übung zu machen. Bitte versetze dich mit allen Sinnen in diesen Moment hinein. Du kannst dazu die Augen schliessen und das ganz allein für dich machen. Lass den Moment nochmal wie einen Film vor deinem inneren Auge ablaufen. Achte dabei darauf, wie du dich fühlst und welche Gedanken du bei dem Sturz hast. Fühlst du dich dazu bereit?" Er nickt und lehnt sich in seinem Stuhl zurück. Ungefähr 1-2 Minuten vergehen, bis er die Augen wieder öffnet und zu mir sagt: "Wahnsinn! ich habe Gänsehaut, mein Herz klopft und meine Hände sind schwitzig. Puh, das war heftig." Ich versuche, meinen Gesichtsausdruck zu kontrollieren, denn eigentlich würde ich gern breit grinsen. Natürlich nicht, weil mein Klient so aufgewühlt ist, sondern weil ich weiss, dass es funktioniert hat.
"Sehr gut, genau das wollen wir!" sage ich zu ihm. "Atme mal tief durch und dann lass uns zum zweiten Teil der Visualisierung übergehen. Was wäre der optimale Ausgang dieser Situation gewesen? Was hätte passieren müssen, damit es nicht zum Sturz kommt?"
Wir überlegen und diskutieren ein paar Minuten, dann ist er bereit, die zweite Visualisierung zu machen. Ich bitte ihn, die Situation nun bis zu dem Punkt nochmal zu visualisieren, an dem er die Kontrolle verloren hat. Genau an diesem Punkt soll er sich vorstellen, er hat die Situation retten können und die Kurve ohne Probleme zu Ende fahren können. Nach dieser zweiten Visualisierung sprechen wir noch eine Weile, dann vereinbaren wir den nächsten Termin und verabschieden uns.
An dieser Stelle möchte ich dir nochmal den Hinweis geben, dass besonders schwere Unfälle und traumatische Erlebnisse nicht ohne professionelle Hilfe bearbeitet werden sollten! Auch in allen anderen Fällen ist es immer vorteilhaft, sich dafür Unterstützung zu suchen. Oft ist es für einen selbst schwierig, Zusammenhänge zu erkennen oder diese Übung wirklich in all ihren Facetten durchzuführen. Jemanden zu haben, der dir dabei die Richtung weist, ist essentiell dafür, dass es funktioniert.
Aus der Erfahrung mit bisher knapp über 50 Klienten kann ich dir versichern, es ist definitiv möglich, dass wir deine Freude am Motorradfahren zurückholen. Es ist möglich, sich wieder frei zu fühlen und diese alten Erlebnisse hinter sich zu lassen. Lass dich nicht länger ausbremsen und hol dir die Freude am Motorradfahren zurück!
Wenn du das in einem ersten kostenlosen Gespräch genauer erklärt bekommen möchtest, bin ich jederzeit für dich da! Melde dich sehr gern bei mir per Mail an stefanie.menzel@gmx.de, auf Instagram unter @steffifourtytwo oder informiere dich erstmal auf www.motorrad-mentaltraining.de.
Autorin: Stefanie Menzel
Bericht vom 12.01.2024 | 6.297 Aufrufe