Motorradzulassungen in Europa auf Höhenflug
Zahlen besser als vor der Pandemie!
Die Zulassungen von Motorrädern in den grössten europäischen Märkten steigen in den ersten neun Monaten 2021 weiter an und übertreffen das Niveau vor der Pandemie!

Motorrad-Zulassungen: Gute Zahlen in West-Europa nach dem turbulenten Jahr 2020
In den ersten neun Monaten des Jahres 2021 stiegen die Motorradzulassungen in fünf der grössten europäischen Märkte (Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Grossbritannien) im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2020 um 10,6 % auf insgesamt 792.819 Einheiten an. Wie erwartet, haben aufgrund der unterschiedlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie im Frühjahr 2020, verzeichneten fast alle wichtigen nationalen Märkte im Jahr 2021 Mengenzuwächse im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2020, wobei Italien mit einem Plus von knapp 28% den grössten Anstieg für sich verbuchen konnte. Das erscheint logisch, da insbesondere Norditalien, das Herz der italienischen Motorradindustrie sehr stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen war. So kam es z.B. bei der Traditionsmarke Ducati zu einer vorübergehenden Werkschliessung. Auch das Vereinigte Königreich konnte mit +13,5 % deutlich zulegen. In Spanien und Frankreich fiel das Wachstum mit 8,7 % bzw. 8,5 % ebenfalls gut aus.
In Anbetracht des Rohstoffmangels, der Lieferengpässe und anderer Herausforderungen entlang der Supply-Chain sind das fabelhafte Werte. Es bleibt zu hoffen, dass sich der positive Trend auch 2022 fortsetzt und der Motorradmarkt weiter wächst.
In Deutschland zeigt sich 2021 ein anderes Bild
Etwas anders lief es in Deutschland ab: Hier gingen die Neuzulassungen im Vergleichszeitraum um knapp 5 % zurück. Dieses Minus muss einem allerdings nicht zu denken geben. Schliesslich hatten Deutschland 2020 trotz Pandemie ein absolutes Rekordjahr hingelegt. Im Jahr 2020 konnten in Deutschland über 218.000 Motorräder abgesetzt werden, dies entsprach einer Steigerung von über 30 % im Vergleich zum Vorjahr. Mit Respektabstand am besten verkaufte sich dabei einmal mehr die BMW R 1250 GS, aber auch KTM, Kawasaki und Yamaha waren in den Top 10 gut vertreten.
Das Moped Segment stagniert 2021 im Europaschnitt
Das Mopedsegment blieb in den sechs erfassten europäischen Mopedmärkten (Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande und Spanien) insgesamt stabil. So wurden innerhalb der ersten neun Monate 2021 insgesamt 206.751 Einheiten zugelassen, was einem minimalen Minus von -0,2 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2020 entspricht. In Österreich hingegen sind die Zulassungszahlen für 2021 bei den Rollern sehr erfreulich, typisch für die Vorliebe italienischer Modelle, führen gleich vier verschiedene Vespamodelle die Top 10 an.
Der Vergleich zu 2019 ist ebenfalls interessant - Motorrad Verkäufe besser als vor Corona
Ein anderer interessanter Vergleich, ist der zwischen den Zulassungsdaten 2019 und denen von 2021, also mit dem letzten regulären Jahr vor der Pandemie. Auch hier gibt es ein starkes Anzeichen von Wachstum: 792.819 Einheiten für Januar-September 2021 gegenüber 732.594 Einheiten für Januar-September 2019, entsprechen einem Anstieg von 8,2 %. Der Mopedmarkt folgt hier einem ähnlichen Trend: Die 206.751 Fahrzeuge die im Jahr 2021 zugelassen wurden, bedeuten einen Anstieg um 6,8 % im Vergleich zum Jahr 2019.
Auch die ACEM zeigt sich zufrieden
Die ACEM, die Interessenvertretung der Motorradindustrie in Europa, zeigt sich mit den Zahlen für das aktuelle Jahr zufrieden. Antonio Perlot, Generalsekretär des ACEM, kommentierte die aktuelle Situation des Sektors wie folgt:
"Insgesamt bestätigen die Zulassungszahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2021 eine Erholung des Marktes nach den Auswirkungen der COVID-19 in den ersten Monaten des letzten Jahres, die den Sektor insgesamt unter einen noch nie dagewesenen Druck gesetzt hatte. Noch wichtiger ist, dass die jüngsten Daten bestätigen, dass die Märkte für motorisierte Zweiräder in Europa die Zahlen von vor der COVID-19 insgesamt übertroffen haben, mit mit deutlichen Zuwächsen bei Motorrädern und Mopeds. Diese Zwischenergebnisse für 2021 hätten noch positiver ausfallen können, wenn die weltweite Halbleiterknappheit, die sich auf den Automobilsektor auswirkt und indirekt zu logistischen Verzögerungen bei einigen Motorradhersteller verursacht hätte, nicht dazwischengefunkt hätte Die Zahlen des letzten Quartals werden uns zeigen, ob sich diese Trends bestätigen. Insgesamt bestätigen die Zahlen, dass motorisierte Zweiräder weiterhin eine attraktive und bequeme Lösung für Mobilität und als Freizeitaktivität bleiben werden."
Bericht vom 04.11.2021 | 15.476 Aufrufe