Weltreise 8.Teil

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"I hit the road again". Der Weltenbummler Felix Bergmeister ist mittlerweile auf der 8.Etappe seiner Weltreise und erreicht Namibia. Nicht nur die wunderschöne Landschaft beeindruckt den Extremsportler ...

Weltreise 8.Teil

 

Montag, 5. März 07 Freitag, 9. März 07

Die Einreise nach Namibia verläuft so schnell und einfach, dass ich sprachlos bin. Ich lege meinen Pass auf den Tisch, bekomme meinen Stempel und man wünscht mir eine gute Reise.Als ich mich nach afrikanischer Gewohnheit mit dem Grenzbeamten unterhalten will winkt er mich weiter, damit ich nicht länger als notwendig den Schalter blockiere. Ja, jetzt bin ich in einem anderem Teil von Afrika angekommen, auf der Strasse empfängt mich der seit meiner Indienreise der geliebte Linksverkehr und in den Supermärkten gibt es wieder alle Waren.

Heute gehts nur mehr bis ins 60km hinter der Grenze gelegene Odangwa. Hier, in der bevölkerungsreichsten und auch ärmsten Region des Landes werde ich die geplanten UNICEF Projekte besuchen und voraussichtlich einige Tage verbringen. Der Campingplatz ist hervorragend und es gibt das beste Essen seit Spanien. Saftige T-Bonesteaks wechseln sich mit Wartungsarbeiten am Motorrad und dem Reinigen und Waschen der Ausrüstung ab. Ich muss sagen, es gibt keinen einzigen Teil in meiner Ausrüstung dem man nicht die Strapazen der Reise ansieht. Genau wie meinem Rücken, wo die Lendenwirbelsäule nach den Schlaglöchern Angolas höllisch schmerzt. Ich hoffe, das bessert sich bald wieder.
Die Laufstrecken der Umgebung sind auf jeden Fall toll und endlich kann ich wieder jeden Tag trainieren gehen. Was bei dem guten Essen auch notwendig ist, um nicht am Ende so auszusehen wie diese junge Dame;)
 

UNICEF-Namibia Reaching the Unreached - Ein Fenster der Hoffnung für die Aidsweisen
 

Samstag, 10. März 2007
"I hit the road again." Nach der Pause habe ich die langen Highways schon vermisst und freue mich wieder im Sattel zu sitzen. Der Tag am Bike macht auf den tollen Strassen Namibias irrsinnig viel Spass. Endlose Horizonte, Sonne und super Asphalt. Im Vergleich zu Angola eine andere Welt. Easyrider lässt grüssen!
Mein Weg führt mich heute nach Hohenfels, zum Anwesen des Grafen Benheim. Hoch auf einer Klippe hat die Familie dort eine kleine Lodge eingerichtet und der Ausblick ist fantastisch.
Ich baue mein Zelt auf dem höchsten Punkt des Felsens auf und gehe eine Runde laufen. Pünktlich zum Sonnenuntergang bin ich zurück und koche mir mein Abendessen vor dem Zelt, im Restaurant mit der wohl schönsten Aussicht.

Sonntag, 11. März 2007
Heute fällt es mir richtig schwer mich von dem wunderschönen Campingplatz zu trennen und ich beschliesse hier später noch einmal vorbei zu kommen.
Gegen Nachmittag erreiche ich Windhoek, die Hauptstadt Namibias. Die Stadt liegt auf einer Höhe von rund 1600m und das Klima ist sehr angenehm. Ich mache gleich einmal eine Stadtrundfahrt, denn heute Sonntag sind die Strassen fast leer.

Windhoek ist eine sehr moderne Stadt mit einer ausgezeichneten Infrastruktur. Die Strassennahmen sind teilweise in Deutsch und spätestens, als es in Joe`s Biergarten den Anton aus Tirol spielt glaube ich in einer heimischen Skihütte gelandet zu sein. Nach all den Monaten ohne Musik ist das sogar ganz lustig.

Montag, 12. März 07Donnerstag 22. März 07
Ich verbringe die nächsten Tage im Büro von UNICEF . Ich stelle meine Berichte von den besichtigten Projekten im Norden fertig und halte für das ganze Team eine Präsentation über meine Reise und die mit dem Projekt verbundenen Ziele.

Die nächste Zeit verbringe ich mit dem Besuchen von Projekten, Gesprächen mit Kindern und Jugendlichen sowie dem Schreiben von Berichten für UNICEF Österreich und die Presse. Ich verfasse meine Berichte zusätzlich in Englisch, denn so können wir mehr Leute erreichen. Namibias Tageszeitung New Aera hat auf Seite 2 einen tollen Artikel über das Reiseprojekt gebracht und wir bekommen bereits einige lokale Aufmerksamkeit durch die Medien.Es folgen ebenso eine Pressekonferenz und ein Interview für ein Fernsehteam von NBC.

Ausserdem wird Windhoek immer mehr zu meiner Best City Ever Seen. Jeden Abend laufe ich von Westwindhoek, wo ich bei einem Lehrer wohne der auch Marathonläufer ist, quer durch die Stadt zum Avery Damm. Die Strecke beträgt 20 Kilometer und ist eine der abwechslungsreichsten und schönsten Strecken die ich je gelaufen bin.
Es geht zuerst durch die belebte City und vorbei an allen Sehenswürdigkeiten, dann führt die Strecke in die Berge.

Dort kommt man zu einem kleinem Stausee und läuft auf engen Singletrails durch wunderschöne Landschaft und die Aussicht reicht über die ganze Stadt, über der am Abend absolut grandios die Sonne unter geht.

Die Windhoeker sind obendrein recht gemütlich drauf. Da reiten die Leute mit ihren Pferden an den See, man heizt den Grill an und macht es sich gemütlich. Als Läufer wird man dann natürlich auf Deutsch gefragt ob man nicht ein Bierchen zur Stärkung möchte. So soll es sein!

 

Freitag, 23 März 2007
Als ich heute morgen ins Büro von UNICEF fahren möchte um meine Berichte fertig zu stellen springt mein Motorrad nicht mehr an. Wieder ist es der Starter der sich aus irgendeinem Grund nicht mehr durchdreht und ich darf mein Motorrad anlaufen. Dabei habe ich bei der Sache auch noch Glück, vor 12000km in Togo ist mir bei einem ähnlichem Problem die ganze Elektrik abgebrannt. Ausserdem dürfte ich das Problem in Windhoek innerhalb weniger Stunden beheben können. Ich möchte gar nicht dran denken wie das in Angola gewesen wäre.
Statt ins Büro fahre ich also heute in den Surf and Turf Shop von Kai Ahrens. Ähnlich wie der Toni in Togo, ist er in Namibia der Spezialist für kostengünstige und schnelle Reparaturen am Fahrzeug.Kai sieht sich die Sache an und attestiert dem Valeostarter sein Ablaufdatum. Ich brauche also einen Neuen. Der Preis des blöden Dings beträgt allerdings rund 390 Euro und das Geld aus der Reisekassa kann besser verwendet werden. Da ich weiss, dass der Opel Astra von 1997 einen baugleichen Starter hat und einzig die Übersetzung und die Befestigung am Motorblock anders sind, versuche ich mein Glück beim Gebrauchtteilehandel.
Im Industriezentrum der Stadt finde ich recht schnell eine riesige Lagerhalle mit Autoteilen, nach rund einer Stunde wühlen und stöbern dann auch den passenden Opel Starter. Das Teil sieht gut aus für 60 Euro und ich mache mich auf den Weg zurück in die Werkstatt. Beide Starter werden zerlegt, die Übersetzungen und die Aufnahmen getauscht und 2 Stunden später startet die Maschine beim ersten Versuch.
Als ich die Werkstatt verlasse fühle ich mich gut, das Bike funktioniert wieder und ich habe die Situation sauber gelöst. Zuhause hätte ich wahrscheinlich verzweifelt versucht für ein Originalteil viel Geld auszugeben, hier wird einfach einen Nachmittag lang gebastelt und die Sache läuft auch wieder. Am Abend gehe ich mit einigen Leuten aus dem Büro ins Kino und schaue mir Will Smith in The Pursuit of Happiness an. Ein guter Film mit toller Botschaft. Es ist im Leben wie auf einer Reise, das Glück ist nicht zwangsläufig ein ständiger Begleiter. Man muss schauen, dass man dranbleibt.
 
Samstag, 24. März 2007

Als ich heute um 5 Uhr aufstehe bin ich schon sehr gespannt. Ich werde am Wernhill Park Run, einem Charitylauf für die Krebshilfe teilnehmen.Pünktlich zum Morgengrauen finden wir uns bei der Registrierung ein und ich melde mich an.

Was ist das für ein schönes und vertrautes Gefühl am Samstag noch im Dunkeln bei der Anmeldung zu stehen und bei einem Rennen zu starten.Die Distanzen gehen ziemlich hügelig über 10 und über 5 Kilometer. Das wird ein Spass, besonders auf 1700m Höhe. Viele gute Läufer aus Windhoek nützen den 10km Lauf als schnelle Einheit in der Vorbereitung für den Capetown Marathon in zwei Wochen. Einer der recht unscheinbar wirkenden Jungs ist sogar sehr bekannt. Er hat den New York Marathon gewonnen. Ich jedenfalls starte nur über die 5 Kilometer, das genügt mir im Urlaub.
Um Punkt 7 Uhr knallt der Startschuss und erwartungsgemäss flott sprintet die Spitze los. Es geht mit 12% Steigung sofort recht scharf bergauf und ich staune nicht schlecht über die Strecke. Bei uns wäre das ein Berglauf. Für einen Langstreckenläufer auf Motorradreise komme ich sogar einigermassen gut mit und verliere bis auf die zwei Schnellsten die Spitze fünf Kilometer lang nicht aus den Augen. Hat sich das fast tägliche Lauftraining unterwegs also doch ausgezahlt. Als ich nach 20 Minuten und mit normalerweise eigentlich schwachem 4 Minutenschnitt über die Ziellinie laufe staune ich nicht schlecht. Ich bin der Erste im Bewerb über 5 Kilometer geworden. Das ist nun wirklich eine schöne Überraschung.

Am Nachmittag heize ich in der Herberge den Grill an und mache ein nettes Barbeque für alle. Den Abend über gehts mit Freunden in einen Club. Die Taxifahrt dorthin erinnert mich jedoch an meine Tage in Bamako.
Ich stehe an der Ecke Fidel Castro Street und Independence Avenue mitten im Zentrum der Stadt. Ein Taxi bleibt stehen und ich steige ein.
 
Und jetzt im Originalsound Baby...
 

Driver:"Whats up my bro? You out there takin an evening stroll, want to join my ride. Wheres at baby, where you goin tonight?"

Felix: Southern Industrial, Blue Note Club

Driver: Youre my brother, tha Blue Note is pure dopeshit. You gotta check the ladys out!
Im a burn some tires man, lets go quick. You like my car, its my baby, I love my baby. Everybody round town knows me and that Im the main man. You know Im sayin.


Mister Rap King Pin persönlich fährt mich heute in den Club. Ich muss sagen, ich habe selten so viel gelacht. Besonders als der Cabdriver im Toyotastarlet an der Ampel ein Mercedescabrio herausfordern will und folgendes aus dem Fenster ruft: Yo Mercedes, my Toyotababys gonna shag your ass now! Die hübsche Dame zwinkert darauf herüber und ihr Wagen verschwindet vor unserer Nase.
Hang on my brother rufe ich, aber sie ist schneller. Den Club erreichen wir dann ohne weitere nennenswerte Duelle und der Abend wird lustig.
 
Sonntag, 25. März 07
Heute gehts gleich mal wieder auf die Laufstrecke und aus dem geplanten regenerativen Training werden wieder fast 30 Kilometer durch die Berge.
Am Abend gehe ich ins Openairkino und schaue mir einen ergreifenden Film über das Schicksal eines Libanesischen Flüchtlingskindes in Schweden an. Das ist bereits mein zweiter Film diese Woche und ich habe damit meinen Jahresrekord in Österreich erreicht.
 
Montag, 26. März 07
Heute ist leider schon mein letzter Tag im Büro bei UNICEF Namibia. Ich verschicke noch die letzten Berichte und bemerke erfreut, dass BMW ein Interview mit mir auf ihrer Seite BMW-World gebracht haben.

Heute Abend bin ich bei der Repräsentantin von UNICEF Namibia zu einem Dinner geladen und ich treffe auch die beiden UNICEF-Botschafter von Namibia. Rechts im Bild ist der Sprinterstar Franky Fredrick und in der Mitte Namibias Hoffnung auf den Weltrekord und Olympiagold auf 800m der Frauen, Agnes San Maria.

 

Dienstag, 27. März 07 Dienstag, 3. April 07
Nach den ereignisreichen Tagen in Windhoek gönne ich mir mal etwas Erholung und mache Urlaub in den Bergen. Ich fahre wieder nach Hohenfels und verbringe eine Woche auf dem Felsen mit dem wunderschönen Ausblick.
Die Tage vergehen hier wie im Flug. Nach dem morgendlichen Lauftraining nehme ich oft das Motorrad und fahre einfach so durch die traumhafte Landschaft. Ich untersuche begeistert die riesigen Termitenhügel und verfolge die freilebenden Pavianherden in der Hoffnung einen vor die Kamera zu bekommen.

Die Abende verbringen wir gemeinsam mit anderen Reisenden gemütlich beim Grillen und Plaudern. Einmal stellen wir eine interessante Theorie auf. Oft, wenn wir beginnen Plätze sehr gerne zu haben, reisen wir weiter. Würden wir nie weiterreisen, würden wir jedoch selten schöne Plätze kennen lernen. Das hat schon was...

Mittwoch, 4. April 2007
Heute fahre ich von Hohenfels in Richtung Küste. Der Nordwesten des Landes erstreckt sich als Hochplateau bis zu den Bergen des Damara Landes. Im Westen geht dieser Gebirgszug schliesslich in die Namib Wüste über, die die Küstenlinie Namibias zum Atlantik bildet. Die Pisten sind ausgezeichnet und auf dem gepressten Schotter fährt man fast besser als auf Asphalt

Die Menschen leben hier jedoch um einiges einfacher als im modernen Windhoek. Immer wieder komme ich an kleinen Weilern am Strassenrand vorbei, aus den Wellblechhütten laufen mir die Kinder entgegen und ein Junge schenkt mir mit einem freudigen Lächeln einen wunderschönen Bergkristall.
Einzig die Touristen mit ihren gemieteten Landcruisern mit Dachzelt sind gelegentlich etwas gewöhnungsbedürftig. Manchmal brausen ganze Konvois von Expeditionsreisenden mit gut 120 Sachen vorbei und ich muss mich vor Staub und spritzenden Steinen an den Pistenrand retten.


Donnerstag, 5. April 07

Heute werde ich die Namib Wüste bis zur Küste durchfahren. Nach einem tollen Lauftraining vor der herrlichen Kulisse des Brandbergs decke ich mich noch im Supermarkt mit Wasser und Lebensmitteln ein. Die Temperatur klettert bereits um 10 Uhr auf fast 40 Grad und ich fühle mich wie in der Westsahara.

Hier bin ich wieder in meinem Lieblingselement. Die endlose Weite einer Wüste ist immer ein besonderes Erlebnis auf dem Motorrad.
Gegen Abend erreiche ich dann die kleine Stadt Swakopmund und das Wüstenklima findet ein jähes Ende. Die Temperatur beträgt gerade einmal 20 Grad! und der kalte Wind vom Atlantik treibt riesige Nebelbänke über den Strand. Ich hole meine Winterbekleidung hervor und komme mir etwas lustig vor. Da bin ich in Namibia und friere.
 

Freitag, 6. April 07
Als ich heute aufstehe, empfängt mich Swakopmund wieder mit zähen Nebel. Ich gehe gleich mal laufen und schaue mir die schöne Strandpromenade an.

Eigentlich könnte man glauben man wäre hier in Deutschland, es wird überall Deutsch gesprochen und das Wetter erinnert einen ständig an Urlaub an der Ostsee. Mir gefällt es hier auf jeden Fall. Ich mache am Nachmittag einen Stadtspaziergang und erledige meine Dinge im Internetcafe. Als ich so in der Shoppingmall an einem Tisch sitze und über W-Lan mit dem Laptop arbeitet setzt sich plötzlich ein kleines Mädchen auf meinen Schoss. Ich frage sie, ob sie schon schreiben kann und auf einmal tippt sie ihren Namen in die Tastatur.
Einen Moment später kommt dann die Mama vorbei und bittet mich um Entschuldigung wegen der Störung. Selbstverständlich überzeuge ich sie restlos, dass wir gerade Maschineschreiben lernen und schon sitzen wir zu dritt am Tisch und plaudern nett.
Reisen sind eben immer für Überraschungen gut.


Samstag, 7. April 07
Heute kommen meine Freunde aus Windhoek und wir verbringen einen schönen Tag miteinander.Es gibt ganz traditionell selbstgefangene Muscheln zum Abendessen und am Abend gehen wir gemeinsam aus. Zu Ostern ist halb Namibia in Swakopmund und die Stimmung ist überall recht ausgelassen.


Sonntag, 8. April 2007
Am heutigen Ostersonntag geht meine Reise wieder weiter. Ich verabschiede mich schweren Herzens von meinen Freunden und den Kindern. Die gemeinsame Zeit in Windhoek war wirklich wunderschön!

Als ich von Swakopmund weiter nach Walvisbay fahre, gibt es ganz unerwartete Unterhaltung. Plötzlich taucht ein Motocrossfahrer hinter einer Düne auf und legt einen sauberen Drift vor meiner Nase hin. Als ich auf den berühmten Kalahari Highway einbiege verläuft der weitere Tag nur mehr nach dem Prinzip Sehnsucht.

Gegen Abend fahre ich über die tolle Piste bis in die Nacht. Ich überquere den Wendekreis des Steinbocks, vor mir brennt strahlend hell das Kreuz des Südens am Himmel und die Milchstrasse scheint zum Greifen nah. Das ist einer dieser Momente, die man sein Leben lang nicht mehr vergisst.
Plötzlich komme ich bei einem Hinweisschild vorbei. Es sagt Rostock Ritz und ich biege einmal ab. Zumindest kenne ich ja das richtige Rostock und nach so einem Tag bin ich auch bereit fürs Ritz.
Die Überraschung ist gross, mitten in den Bergen befindet sich eine traumhafte Lodge. Als ich frage ob ich hier übernachten kann, sagt der Besitzer zu mir sehr gerne und, dass er mich heute schon gesehen und auch überholt hat. Und zwar mit seinem Flugzeug. Ja die Welt ist klein und weil heute Ostern ist gönne ich mir am Abend ein Krokodilsteak im Restaurant.
 

Montag, 9. April 07

Oft sind es die Zufälle, die einen im Leben an die schönsten Plätze führen. Wenn man am Ostermontag in so einer schönen Umgebung aufwacht, muss man den Tag unbedingt zur umfangreichen Erkundung ausnützen.
Der traumhafte Blick vom Pool sucht wohl weltweit nach Seinesgleichen.
 

Wobei die Landschaft selbstverständlich nicht unbedenklich ist. Mein kleiner Freund das Erdmännchen hat soeben seine neue Höhle gefunden. Am Nachmittag geht es dann auf die Laufstrecke. Ich folge den Spuren der Wildtiere im Sand und fühle mich wie ein weisser Masai. Vor mir strahlen die Witberge im Sonnenlicht und der Wind streicht verspielt über die Sanddünen.

Die Zebras stehen in der Abendsonne und als ich in der Nacht mein Abendessen auf der Terrasse einnehme geht genau vor mir am Sternenhimmel strahlend rot die Venus unter. Ein beeindruckendes Schauspiel in der südlichen Hemisphäre!


Dienstag, 10. April 07
Nach einem schönen Lauf in der Morgensonne geht es über den Highway C14 weiter durch die Wüste. Am Wegesrand surren die Windräder vor sich hin und immer wieder komme ich an riesigen versteinerten Dünen vorbei.
Heute führt mich meine Reise bis in die kleine Stadt Maltahöhe. Dort verbringe ich am Campingplatz als einziger Gast die Nacht.
 
Mittwoch, 11. April 2007
Endlos und ohne Kurven erstreckt sich die Piste durch die Hochebene des Namalandes. Nach rund 250km mit genau diesem Ausblick komme ich in den kleinen Ort Aus. Von dort führt die Strasse schliesslich vorbei an den Naukluftbergen hinunter zum Orangeriver, dem Grenzfluss zu Südafrika.
Kurz vor dem Fluss liegt die kleine Stadt Rosh Pinah. In diesem Gebiet werden Diamanten abgebaut und ich übernachte direkt neben einer Miene.

Donnerstag, 12. April 07
Als ich gleich um 6 Uhr laufen gehe komme ich an den langen Schlangen der Mienenarbeiter vorbei. Sie warten gerade auf ihren Schichtwechsel, als sich die Bohrtürme in den ersten Sonnenstrahlen vom stahlblauen Himmel abheben. Eine besondere Stimmung hier und ich muss an das Lied Born in the USA denken.
Heute liegt das letzte Stück Namibia vor mir. Ich fahre über die Piste entlang des Orangerivers und kann auf der anderen Seite bereits Südafrika sehen.
Weil ich heute Lust darauf habe ein bisschen übermütig zu sein und der Fluss geradezu zum hinüber Schwimmen einlädt, kann ich es nicht lassen und fahre meine vollbeladen Maschine hinunter an die Sandbänke. Natürlich passiert das Unausweichliche und ich bleibe stecken. Weit und breit ist kein Mensch, ich nehme es jedoch locker, filtere mir etwas Trinkwasser vom Fluss, schwimme kurz nach Südafrika und schiebe und grabe dann die Maschine zurück auf die Piste.

Als ich in Nordower und somit an der offiziellen Grenze ankomme ist es bereits später Nachmittag. Und die Richtung stimmt, ich wende mein Motorrad und biege auf die Zielgerade ein. Von hier sind es noch rund 600km bis Kapstadt und dann habe ich es geschafft und Afrika der Länge nach durchquert.

Ein Bikertraum ist kurz davor in Erfüllung zu gehen. Start your engines for the final countdown!


 

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Text und Fotos: Felix Bergmeister

Autor
karolettaLambretta

KAROLETTALAMBRETTA

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Bericht vom 03.07.2007 | 5.589 Aufrufe

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