Yamaha R3 Cup Finale 2019 in Rijeka
Das grosse Finale 2019
Das letzte Mal Yamaha R3 bLU cRU Cup Rennen im Rahmen der Schweizer Meisterschaften in Rijeka.

Grosse Motivation im Fahrer
Die Motul Round glänzte bei schönstem Wetter und angenehmen Temperaturen von 25 Grad Celsius. Dieses Event schrie nur so vor Spannung, da es für die ersten Fahrer der Gesamtwertung um den Gesamtsieger des Cups ging. Geldpreise von bis zu 10.000 CHF wurden den Bestplatzierten des Yamaha R3 bLU cRU Cups versprochen. Das heizte, zu den warmen Temperaturen, zusätzlich auf und keiner konnte es mehr erwarten auf die Motorräder zu steigen. Jeder wollte noch einmal zeigen was er kann, um dieselben oder weitere Kooperationen für die kommende Saison zu sichern.
Meine Anreise am Donnerstagnachmittag war sehr entspannt. Von der Insel Pag nach Rijeka waren es nur wenige Stunden. Bereits zwei Wochen zuvor fuhr ich mit einer Ducati Scrambler durch ganz Kroatien. Mir war nicht bewusst, dass Kroatien ein so tolles Land für Motorradtouren ist. Ich empfehle es euch sehr!
Der Freitag startete zu entspannten Zeiten mit einem Briefing. Sechs Gaststarter füllten das Fahrerfeld zu insgesamt 27 Teilnehmern auf. Zu den Gaststartern zählten Promi-Rennfahrer Marcel Brenner (Moto 2-Europameisterschaft) , Gašper Hudovernik (Supersport 300 - FIM Europe Cup), Sheridan Morais (Supersport 600 WM), Luca Tommasini (6x Kroatischer Meister), Petr Svoboda (European Talent Cup - FIM CEV Repsol), Jiří Nespšný (Supersport 300 - AAIMC) sowie Real Road Racing Legende Horst Saiger.
Holpriger Start in die ersten Trainings
Meine ersten Trainings waren ungewöhnlich. Ich weiss, dass ich 2- 3 Turns brauche, um auf Zeiten zu kommen aber die Umgewöhnung von Ducati Scrambler auf Yamaha R3 war dann doch etwas merkwürdig. Fast 3000 Km habe ich in den vergangenen Tagen zurückgelegt und ich musste mich mit der kleinen R3 etwas in Geduld üben. Leider fiel auch noch der dritte Turn für mich und meine Mitstreiterin neben mir aus, da der Strom ausfiel und somit unsere Reifenwärmer nicht heizten. Am Mittag überraschte mich mein Vater auf der Rennstrecke. Das war das erste Mal, dass er sich die Umstände machte, mich zu besuchten.
Im Qualifying konnte ich mich nicht verbessern. Dieser Trainingstag endete bereits am Nachmittag.
Das Team auf Fehlersuche
Frisch erholt toppte ich bereits im ersten Turn meine Zeit um 2,5 Sekunden und war motiviert für das kommende Rennen. Im nachfolgenden Turn kam es erneut zu einem technischen Defekt nach nur einer Runde. Wie bereits am Slovakiaring suchten wir die Ursache und dachten sie endlich gefunden zu haben. Immer wieder fiel der Motor in einer links Kurve aus und ich konnte kein Gas anlegen. Am Slovakiaring tauschten wir den Sturz Sensor. Nun wechselten wir die Start- Stop Armatur, da der Motor nicht mehr starten wollte und schon lief er wieder.
Die nächste Trainingsrunde begleitete mich Marcel Brenner, der sich sehr bemühte, mir die richtigen Einlenkpunkte zu zeigen. Das Automotodrom Grobnik, mit der Länge von 4,17 km und 15 Kurven, ist eine sehr schnelle Strecke mit NUR drei (ich vier) Bremspunkten für die Yamaha R3. Alle anderen Kurven werden mit Vollgas im fünften Gang und Kraft- Impulse angefahren. Verpasst man nach dem Bremsen den Einlenkpunkt, kommt man nicht auf seine Zeit. Ich werde wieder mein Streckenplan veröffentlichen (in der Galerie), dass ihr sehen könnt, wie es ist, mit der Yamaha R3 über den Ring zu fliegen.
Gutes Ergebnis im Rennen stellt trotzdem nicht zufrieden
Das Rennen begann pünktlich und ich hatte noch Luft nach vorne. Schon beim Start versuchte ich, mich zu platzieren. Ein Vorausfahrender musste sich souverän retten, ist elegant durch den Dreck und konnte sich als Letzter wieder einfädeln. Zwei Kurven später stürzte der Erste unmittelbar vor mir, wirbelte den Dreck auf und ich verlor den Anschluss. Schon bald darauf sah ich eine dichte Wolke und am Seitenrand ein brennendes Motorrad. In Rijeka sollte man definitiv nicht stürzen. Der Asphalt ist zwar der Beste den ich kenne, beim Sturz ist er aber nicht vorteilhaft, da er sehr griffig ist. Ich konnte den zweiten Platz der Mädels-Wertung erfahren und ich habe mich ein klein wenig verbessert - meinen eigenen Erwartungen wurde ich aber nicht gerecht.
Neue Yamaha R3 Cup Maschine sorgt für Probleme
Der Rennsonntag sollte dann besser werden und ich habe mich sehr gut gefühlt. Die ersten freien Trainings waren okay bis kurz vor dem Rennen wieder derselbe technische Defekt auftrat. Von Yart erhielt ich die für die WM in Bol dor extra aufgebaute Yamaha R3 für das letzte Rennen der Saison. Ich freute mich sehr, denn sie hatte ein paar PS mehr, Quickshifter, schmale Kette usw. Die schönsten Erfolge malte ich mir aus und ging an den Start. Mein Warm-Up Start war gut und ich stand mit einem dicken Grinsen in der Startaufstellung. Der Rennstart war sehr vielversprechend und auch die erste Kurve lag mir perfekt. Dann aber verlor ich meine Plätze sehr schnell und ich kam aus den Kurven nicht raus. Bis ich schliesslich bemerkte, dass ich nicht auf die Drehzahlen kam und meine trainierten Gänge nicht mehr passten. Das Motorrad war zu lang übersetzt und ich habe es nicht geschafft, im Rennverlauf, die richtigen Gänge zu finden.
Mit diesem Ergebnis und Ende war ich absolut unzufrieden. Auch wenn das Motorrad wirklich mega und top aufgebaut war, hätte ich mir ein anderes Ergebnis und einen anderen Abschluss gewünscht.
Die Sieger des Yamaha R3 Cups
Die Sieger der Gesamtwertung erhielten ein Preisgeld von 10.000CHF, 7.500CHF und 5.000CHF. Damit lässt sich definitiv was anfangen. Ich gratuliere Stephan Frossard zum ersten Platz, Tom Bercot zum zweiten Platz und Alan Kroh zum dritten Platz. Tom Bercot stürzte leider im ersten Rennen und verlor somit seinen ersten Platz der Gesamtwertung. Trotzdem Hut ab, nach einem Abend im Krankenhaus und der Verfassung, den zweiten Platz im zweiten Rennen zu erreichen und somit sich den zweiten Platz der Gesamtwertung zu sichern. Alan Kroh liess es sich nicht nehmen in der letzten Auslaufrunde eine Show-Einlage einzulegen und mit dem Helm auf dem rauen Asphalt zu schleifen.
Alles in allem war es ein spannendes, ereignisreiches und aufregendes Jahr im Yamaha R3 bLU cRU Cup.
Alle Berichte zum Yamaha R3 Cup
Emotionales Ende für die Saison 2019
Ich habe viele Pokale der Mädels- Wertung mit nach Hause genommen, viele Erfahrungen sammeln können und tolle Menschen kennengelernt. Freundschaften haben sich entwickelt, viel mehr noch, ich habe sogar meine wahre Liebe gefunden. Ich bin traurig, dass jetzt der Yamaha R3 Cup vorbei ist, aber ich freue mich schon auf die kommende Saison, in hoffentlich gewohnter und vertrauter Umgebung.
Ich bedanke mich an alle, die mich tatkräftig in dieser Saison 2019 unterstützt und geschätzt haben. Mein besonderer Dank geht an Hauser und Partner, die es für mich überhaupt möglich gemacht haben, die ganze Saison an den Start zu gehen. Meine Sponsorin Suzana Jotovic, deren tolle, liebevolle Strenge und ehrgeizige Charaktereigenschaften zu meinem Vorbild wurde, Chris Imfeld der immer locker und entspannt war und die besten Ideen hatte und meiner liebevollen, kreativen und einfühlsamen Eve Baumann. Danke, dass ich euch repräsentieren durfte!
Danke an das ganze 1000PS Team für eure Unterstützung und alle die mich auf dem 1000PS Kanal fleissig verfolgt haben. Es war mir eine wirklich grosse Ehre! Ohne euch wäre ich nie auf den Gedanken gekommen mich in diesem Cup anzumelden.
Danke an Pirelli Motorrad, eure Pneu haben mich zu jeder Zeit in Sicherheit gewogen.
Danke an Daytona eure Schuhe haben mich beim Sturz optimal geschützt! Ich kann mir nichts besseres vorstellen!
Danke an Christian Lottermann, meinen Mental-Trainer. Dank deinen Techniken konnte ich freier fahren und weiss an was ich noch arbeiten muss! Die nächste Saison werde ich noch stärker sein!
Danke Franz Hunkeler (Veranstalter R3 Cup) für die tolle, aufwendige und stets reibungslose Organisation. Dein Einfühlvermögen für jeden Fahrer, wenn der Schuh drückte und vor allem deine Ambitionen für junge Fahrer. Diese zu unterstützen und zu fördern.
Ein grosses Dankeschön an IXS, AGV, Lattesso, Yart, Yamaha Schweiz, Motul, Eventseelisberg, FMS, Valentinos, Suter, Brenner, Gopro, Tissot, Moto Scout 24 und Monster, die den Cup erst überhaupt möglich gemacht haben! Danke, dass ich ein Teil sein durfte!
Bericht vom 23.09.2019 | 12.795 Aufrufe