Tödlicher Unfall von Meoni
Aufgrund dieses tragischen
Ereignisses gibt es seitens der KTM-Unternehmensleitung die
Empfehlung an alle KTM-Teams und Werksfahrer, die Rally Dakar
abzubrechen. KTM stellt es jedoch den einzelnen Fahrern und Teams
sowie deren Sponsren frei, ob sie die Rally fortsetzen möchten. Nachdem KTM mit Fabrizio Meoni und Richard Sainct zwei seiner besten Rally-Piloten innerhalb weniger Monate durch tödliche Unfälle verloren hat, steht eine zukünftige, werkseitige Unterstützung des Rallysports intern zur Diskussion. |
![]() Fabrizio Meoni 1957-2005 |
Die Rally-Welt trauert um
Fabrizio Meoni Er prägte seit Jahren die Motorrad-Wettbewerbe der Rallyszene. Er gewann die schwerste Rally der Welt zweimal: 2001 und 2002. Er verabschiedete sich vor einem Jahr schon einmal kurz von der Dakar. Doch die Leidenschaft siegte. Fabrizio Meoni brach am Silvestertag, seinem 47. Geburtstag, erneut zur Rally Dakar auf. Heute starb er während der Etappe. Mit Fabrizio Meoni verliert die Rallyszene einen ihrer grössten Fahrer. |
![]() Rally Dakar 2005 in Tichit |
Zum Unfallhergang:
Fabrizio stürzte kurz nach CP 1.
Dort, bei Kilometer 175, war Fabrizio noch als Erster durchgefahren.
15 Minuten danach passierte der Crash. Es muss ein brutaler Sturz
gewesen sein. Als der Hubschrauber mit dem Arzt 20 Minuten später
landete, lag Fabrizio blutüberströmt im Sand. Sein Herz hatte
bereits aufgehört zu schlagen. Die Ärzte versuchten, Fabrizio wieder
zu beleben, erfolglos. Um 11.11 Uhr Ortszeit wurde der Tod von
Fabrizio Meoni offiziell festgestellt. Todesursache war ein
Genickbruch. |
|
Das gesamte
KTM-Team ist geschockt. Claudia Patuzzi, Team KTM Gauloises: Wie will man diesen Menschen beschreiben? Fabrizio hat die Rally verkörpert, er hat sie gelebt. Zu ihm haben alle aufgeschaut. Fabrizio hat immer die Herausforderung gesucht, er wollte nicht das Einfache, er wollte kämpfen. Er war so ein lieber Mensch, ein Freund. Fabrizio war ein wahrer Italiener, der wusste, wie man lebt. |
|
Jordi Arcarons, Team KTM Repsol-Red Bull: Fabrizio war ein grosser Pilot und ein grossartiger Mensch. Er war immer offen und ehrlich. Jeder, der ihn kannte, musste ihn mögen. | |
Heinz Kinigadner:
Wir haben innerhalb von vier Monaten mit Richard Sainct und
Fabrizio Meoni die zwei besten und erfahrensten Rally-Piloten bei
ihrem Job verloren. Das ist sehr tragisch und tut unheimlich weh.
Wir müssen diese Schicksalsschläge erst einmal verdauen. Fabrizio
hat unsere Idee vom Rally fahren verkörpert. Er hat viele Rallys
gewonnen, die Dakar sowohl auf einer Einzylinder- als auch auf einer
Zweizylinder-KTM. Ich habe vor dem Start der diesjährigen Dakar in
Barcelona noch mit Fabrizio gesprochen, ob er künftig die
KTM-Rallyteams leiten will. Ganz persönlich glaube ich, dass alle KTM-Werkspiloten nach Hause fahren sollten. Das ist nicht nur eine Frage der Pietät, sondern auch der Sicherheit. Die Piloten können im Kopf nicht frei fahren nach zwei so herben Schicksalsschlägen. Das kann keiner aus dem Kopf streichen. Wir müssen auch an die Leute in unseren KTM-Begleitteams denken. Viele von ihnen sind mit so einer harten Situation zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit konfrontiert. Die Dakar ist aber keine Spazierfahrt. Darum ist es aus meiner Sicht nicht möglich weiterzufahren, weil es nicht mehr sicher ist. Ausserdem kann sich keiner mehr über Siege freuen. Das ist aber wie gesagt meine persönliche Meinung. Entscheiden müssen die Teamverantwortlichen und die Sponsoren. Ich denke, das gesamte KTM-Engagement ist nach diesen zwei Todesfällen in Frage gestellt. Eine Entscheidung wird aber sicher erst in einiger Zeit fallen. |
![]() Rally Dakar 2003 |
Seine 13. Rally Dakar hatte endgültig seine letzte sein sollen. Schon vor einem Jahr hatte Fabrizio seiner Familie versprochen, keine Rennen mehr zu fahren. Er wollte mehr Zeit für seine Frau und seine zwei Kinder haben. Seine kleine Tochter wurde erst vor knapp zwei Jahren geboren. Doch dieses eine Mal wollte er sich nun noch schinden. Rally-Fahren war seine absolute Leidenschaft. Schon mit 15 hatte Fabrizio angefangen, sein Hobby ernsthaft zu betreiben. Er wird Mitglied in einem Motorsport Club. Seine Rennen fährt er seit 1987 auf einer KTM. 1988 wird Fabrizio italienischer Junioren-Champion in der 250ccm-Klasse. Dieser Sieg ist für ihn das Sprungbrett in die Rally-Szene. Seine erste Rally fährt er 1989, drei Jahre später gibt er sein Debüt bei der Dakar und erringt auf Anhieb denn 12. Platz. Während seiner Karriere gewinnt Fabrizio etliche Rallys, fünfmal in Ägypten, viermal in Tunesien und einmal in Dubai. Seine grössten Erfolge sind aber ohne Zweifel die beiden Dakar-Siege 2001 und 2002. |
Bericht vom 12.01.2005 | 12.580 Aufrufe