2-Takt Enduro Test
2-Takt Vergleich |
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Der Winter kehrt ins Land, die Saison ist vorbei, die nächste lauert jedoch schon in den Startlöchern. Der Rennkalender ist bereits wieder aufgefüllt. Da kommt man nicht drüber hinweg sich bereits über die Waffenwahl für's Frühjahr Gedanken zu machen. Um uns ein paar Anregungen zu hohlen, nahmen wir uns die Wiederauferstehung der 2-Takter zu Herzen und fuhren mit drei 250ern in den Süden. Als Tester haben wir eine grösstmögliche Bandbreite rausgesucht:
Die 2 Takter erfuhren schon im letzten Jahr ein Revival, ich will gar nicht zu sehr darauf eingehen. Wahrscheinliche Gründe wie der geringe Wartungsaufwand, Anschaffungskosten, oder das "Mountainbike-feeling" im schweren Gelände mögen die Ausschlaggebenden Gründe sein. Diesen Trend haben die Europäischen Hersteller erkannt und schieben auch heuer wieder völlig überarbeitete Geräte auf den Markt. Bei unserer kleinen Ausfahrt haben wir die brandneue Gas Gas 250EC, Husqvarna 250 WR (leider noch Modell 2005) sowie die KTM 250 EXC 12h lang auf Herz und Nieren geprüft. |
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Gas Gas 250 EC |
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Unsere Spanierin im Test steht in Ihrem roten Kleidern bildhübsch da, die aufpolierte Edelstahl Auspuffanlage, die gefräste Gabelbrücke und der hochwertige Fatbar Lenker überzeugen. Ein Absolutes Highlight ist der durchsichtige Tank (unter der Verkleidung) mit Literweiser Markierung sowie die Griffmulden unter der Sitzbank mit denen eine Motorradbergung aus einer verzwickten Situation problemlos funktioniert ohne sich dabei die Handschuhe zu versauen. Neu ist ein Schalter am Lenker welcher die Zündkurve verändert. Bei Regenstellung wirkt der Motor im unteren und mittleren Bereich super stark. Die Sonnenstellung ist etwas für griffige Sonderprüfungen, super aggressiv und dreht dabei wie eine Singer Nähmaschine zu Ihren besten Zeiten. Ebenfalls sehr angenehm und vertrauens erweckend fiel die Sitzposition auf. Die Sitzbank ist sehr weit in die Tanklinie hineingezogen, und baut dadurch viel Vertrauen ins Vorderrad auf. Das Fahrwerk war bei unserm Test super. Weiches Ansprechen der 43er Mazzochi Gabel und ein völlig unauffälliges Öhlins Federbein überzeugten uns alle. Die Gas frisst die Bodenwellen und kleinere Steine ohne mit der Wimper zu zucken, für die Crosspiste könnte die Sache dann schon ein wenig zu weich werden. Die Gas Gas hat als einzige ein sechs Gang Getriebe, wir meinen nicht unbedingt notwenig aber auf schnellen Passagen kann es nicht schaden. Relaxter wären 5 Gänge, denn Saft ist bei den 250ern genug da. Und wenn wir schon beim meckern sind, die Hydraulische Kupplung ist zwar super leichtgängig, die Dosierbarkeit lässt aber zu wünschen übrig, der Druckpunkt ändert sich laufend und der Übergang ist sehr klein (soll heissen, entweder voll oder gar nicht eingekuppelt, mit schleifender Kupplung fahren ist schwer zu dosieren. Angeblich ist dies durch einen Manschettentausch zu beheben). Viel Freude haben auch kleinere Fahrer mit der Gas, denn sie ist mit Abstand die niedrigste im Test, obwohl im Prospekt etwas anderes steht. Dies sorgt für viel Vertrauen bei heiklen Situationen. Die Gas Gas ist das Allroundbike für lange schnelle Etappen und Trailpassagen nur die Sonderprüfung liegt ihr nicht so sehr. |
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Kurz und bündig: | |
+ Fahrwerk | - Dosierbarkeit der Kupplung |
+ Sitzposition | - 6 Gang Getriebe |
+ durchsichtiger Tank | |
+ für kleinere Fahrer angenehme Sitzhöhe | |
Neuerungen Modell 2006: |
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Husqvarna 250 WR |
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Obwohl die Huski die einzige 2005er war, braucht sie sich vor den anderen beiden nicht zu verstecken. Nur bei den Anbauteilen schwächelt sie ein wenig. Die Kupplung wird nach wie vor per Seil gezogen, sie arbeitet zwar perfekt, doch ist der Kraftaufwand höher als bei jenen mit Öl. Die Auspuffanlage, in schwarz und Alu gehalten, ist zwar optisch nicht die Welt, hat aber einen irren Sound. Super geiler kernig scharfer Racingsound! Die Sitzposition der alten 2005er ist nicht Familiennachwuchsfördernd, die wurde aber ab 2006 völlig neu gestaltet und ist jetzt up to date. Ein weiterer kleiner Dämpfer sind die Plastikteile welche sehr hart sind und leicht splittern. Super hingegen der Motor welcher viel Saft in den unteren 2/3 besitzt und recht spritzig wirkt ohne dabei aggressiv zu werden. Ebenso überzeugte das Fahrwerk, die 43er Mazzochi Gabel (selbe wie in der Gas Gas) und das Sachs Federbein harmonieren sehr gut miteinander und geben ein recht gut ausbalanciertes Fahrverhalten. Die Stehposition ist auch für Fahrer über 185cm noch entspannend und ohne grossartige Lenkererhöhungen relaxed zu fahren. (Die Rückenstrecker werden es danken!). Sonst wirkt die Huski sehr aufgeräumt und durchdacht und man fühlt sich auf Ihr recht schnell zu Hause . Bei schwierigen Hardcore Enduropassagen spielte die Huski Ihre Stärke aus. Durch die kurze Getriebeübersetztung wird sie zum absoluten Klettermax. Dies wiederum hemmt die Husky im Topspeed. Bei 110km/h ist mit der original Übersetzung vorerst mal Schluss. Für Sonderprüfungen reicht das allemal, nur am Prolog für den Erzberg sollte man sich dann doch für ein grösseres Ritzel entscheiden. Die Husqvarna ist überall zu Hause, besonders Wohl fühlt sie sich im schweren Gelände und auf Sonderprüfungen. |
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Kurz und bündig: |
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+ super Sound |
- spröde Plastikteile |
+ Fahrwerk |
- Seilzugkupplung |
+ gut dosierbarer Motor |
- kurze Getriebeübersetzung |
+ gute Stehposition |
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Neuerungen 2006: |
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KTM 250 EXC |
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Die Jungs in Mattighofen haben den vor 2 Jahren neu entwickelten Enduromotor völlig überarbeitet, und das hat sich bezahlt gemacht! Wir waren einheitlich der Meinung das der Motor den meisten Punch und Drehmoment über das gesamte Drehzahlband hat und trotzdem völlig beherrschbar bleibt. Auch die Getriebeübersetzung konnte in allen Bereichen punkten, die goldene Mitte eben. Von der Ausstattung her blieb alles wie gewohnt auf sehr hohem Niveau. Magura Lenker, verstellbare Aufnahme des Lenkers, neue vernickelte einwandige Auspuffbirne, und neues stylisches Design. Die KTM wirkt wie aus einem Guss. Ebenfalls ein Update bekam die 48er WP Gabel mit merkbar besserem Ansprechverhalten, sowie das WP PDS Federbein mit neuen Anschlaggummi. Die Geometrie wurde ebenso verändert. Damit biegt die KTM Wieselflink ab, jedoch büsst sie dabei auf schnellen Passagen etwas an Stabilität ein. Leichtes Lenkerpendeln bei Schlägen und Spurrillen ist die Folge daraus. ( Ein anderer Versatz der Gabelbrücke bringt Abhilfe). Das Federbein dagegen arbeitet ohne grossartige Unterschiede zu einer konventionellen Umlenkung. Eine Wucht ist die neuen Kupplungsarmatur von Brembo (wird jetzt mit Bremsflüssigkeit gefüllt). Nochmals leichtgängiger als die letztjährige und ein Hammer in der Dosierbarkeit. Der robuste Tacho mit allen wichtigen Infos inkl. Betriebsstundenzähler setzte den Standard bei Hardenduros. Die KTM ist ein richtiges ready for race Eisen, und die ultimative Waffe für die Sonderprüfung und für den Hardcore Einsatz. |
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Kurz und bündig: |
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+ perfekter Enduromotor |
- nervöses Fahrwerk bei schnellen Passagen |
+ hochwertige Anbauteile |
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+ super Handling |
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+ gute Steh- und Sitzposition |
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+ perfekte Kupplung |
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Neuerungen 2006: |
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Fazit: |
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Impressionen aus Kroatien... |
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Bericht vom 25.11.2005 | 57.970 Aufrufe