Hell's Gate 2010

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Trial-Star Lampkin klopft als Erster an die Höllen-Pforte. Enduro-Hölle verschlingt fast alle Piloten.

Hell's Gate 2010

Drag me to hell!

Doug Lampkin beim Aufstieg. Aber nicht in den Himmel.

Enduro-Legende Fabio Fasola hat an diesem Wochenende (Samstag, 6. Februar) wieder eindrucksvoll bewiesen, dass sein Hard-Enduro-Klassiker "Hell's Gate" wirklich nur versierte und hartgesottene Enduristen duldet. Das Rennen in den toskanischen Bergen nahe Lucca führt über extrem steile Waldauffahrten - teils felsig, teils steinig, und jedenfalls nass und rutschig.

In den höchstgelegenen Streckenteilen müssen die Fahrer bis zu zwei Meter hohe Steinstufen bei Schnee und Eis bewältigen, in den tief gelegenen Passagen führt die Strecke über Wasserfälle und durch eiskalte Bäche. Wer hier bestehen will, muss Kraftausdauer und hervorragende Enduro-Technik mitbringen.

Graham Jarvis auf Sherco.

 
Um die engen Zeitvorgaben zu erfüllen, muss man aber auch bisweilen mutig am Gashahn drehen. Die mehr als fünfstündige Qualifikation am Vormittag haben nur 40 der 103 Starter bewältigt. Im Finale der besten 30 waren schon nach einer Runde nur mehr drei Piloten in der Wertung. Zum Sieger krönte sich nach einem Herzschlagfinish der britische Trial-Star Dougie Lampkin (Beta). Er hat seinen Landsmann Graham Jarvis (Sherco) sprichwörtlich auf den letzten Metern abgefangen.

Starker Auftritt der Österreicher: In die Starterliste des "Hell's Gate" hat sich auch heuer die Creme de la Creme der internationalen Extrem-Enduro-Szene eingetragen: unter anderem Vorjahressieger und Erzbergdominator Taddy Blazusiak (POL/KTM). Weiters Romaniacs-Champion Andreas Lettenbichler (GER/BMW) und der Neuseeländer Chris Birch (KTM), der zuletzt die ähnlich harte "Roof of Africa" gewonnen hat. In diesem Weltklassefeld haben die Österreicher Erich Brandauer und Rudi Pöschl bewiesen, dass auch sie zur Weltspitze zu zählen sind. Der Tiroler Pöschl (BMW) hat als 19. der Qualifikation das Finale erreicht. Brandauer (Husaberg) hat sein Finalticket als 29. gelöst - und das mit defektem Hinterreifen.


Härtestes "Hell's Gate" Finale aller Zeiten.


30 Piloten sind in die ebenfalls rund fünfstündige Entscheidung um den Sieg gestartet. Schon nach der ersten von insgesamt vier knallharten Offroad-Runden waren 27 Piloten aus dem Rennen. Teils verletzungsbedingt, wie der Spanier Xavier Galindo, teils wegen Defekts, wie KTM-Superstar Taddy Blazusiak, der seinen Vorjahressieg daher nicht verteidigen konnte.

Die meisten Profis sind aber an den extrem engen Zeitlimits gescheitert, die der dominierende Brite Graham Jarvis auf seiner Sherco vorgegeben hat. Das Finale des "Hell's Gate" ist ein Ausscheidungsrennen. Wenn der Rückstand auf den Führenden zu gross wird, so muss man das Rennen beenden. Graham Jarvis hat auf schwierigstem Terrain ein schier unglaubliches Tempo vorgegeben, dem nur zwei weitere Piloten halbwegs folgen konnten.

Mit defektem Rad ins Finale: Brandauer.

 
Nämlich der 12-fache Trial-Weltmeister Dougie Lampkin und - schon etwas abgeschlagen - der aktuelle Romaniacs-Sieger Andreas Lettenbichler. Jarvis war derart überlegen, dass niemand damit rechnete, dass es am fast senkrecht abfallenden "Hell's Peak" doch noch zum spektakulären Showdown kommen würde. Als klar Führender startete Graham Jarvis seinen ersten Angriff auf das rund 150 Meter lange Steilstück, an dessen Ende man das Seil der Helfer erreichen muss, um über die letzten Meter gehievt zu werden. Doch Jarvis hat ausgerechnet hier seinen einzigen Fehler gemacht. Er musste in steilstem Gelände wenden, um einen neuen Anlauf zu nehmen. Und genau diese kurze Schwäche hat Rekord- Trial-Weltmeister Lampkin genutzt. Nach einer fulminanten Aufholjagd erreichte Lampkin den "Hell's Peak" gerade rechtzeitig, um sich doch noch an Jarvis vorbei zu kämpfen. Dougie Lampkin hat die Seile der Helfer als erster erreicht. Hunderte begeisterte Fans trugen ihn fast ins Ziel. Im kommenden Jahr wird das "Hell's Gate" das zweite von insgesamt fünf Extrem-Enduro-Events sein, die erstmals in der Geschichte einen Extrem-Enduro-Weltmeister küren.
 

Ergebnisliste

Startnummer Fahrer Klasse Motorrad
Lampkin Dougie E2 Beta
4 Graham Jarvis Peter E2 Sherco

1 Blazusiak Taddy E1 KTM
22 Graffunder Cory E1 Husqvarna
13 Galindo Arbones Xavi E2 Husaberg
15 Vukcevik Mikael E2 Sherco
14 Birch Chris E3 KTM
8 Maurino Daniele E3 Gas Gas
71 Gibert Gatell Daniel E2 Yamaha
17 Dini Fabrizio E2 Beta
7 Sembenini Piero E3 Gas Gas
25 Pöschl Rudolf E3 BMW
70 Leon Sole Xavier E3 Gas Gas
43 Giannotti Alessandro E2 KTM
67 Nicoletti Diego E3 Beta
27 Tellini Daniele E3 KTM
19 Faja Melcior E3 Husqvarna
51 Dirk Peter E1 KTM
66 Aguirrebeitia Jon E2 Honda
11 Van Niekerk Riaan E3 KTM
61 Pulcini Giovanni E2 Yamaha
28 Zanone Ivan E2 Beta
34 Dall'Ava Davide E2 KTM
10 Curtis Darryl E3 KTM
47 Riva Alessandro E3 KTM
45 Brandauer Erich E3 Husaberg
20 Gatscher Christoph E2 Yamaha
18 Lenzi Maurizio E3 Gas Gas
26 Martinjak Klaus Helmut E3 Gas Gas
6 Lettenbichler Andreas E2 BMW

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Text: Panny, kot
Fotos: Panny

Autor

Bericht vom 09.02.2010 | 4.736 Aufrufe

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