ACC Türnitz

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Der vierte und vorletzte Lauf zur ACC 2005 fand vergangenes Wochenende in Türnitz, Niederösterreich statt, und erneut war alles, was in Österreich Rang & Namen hat, zugegen. Mehr noch: Mit KTMs MotoGP 250 Fahrer Anthony West, KTM Sportchef (und 5 facher Motocross Vizeweltmeister) Kurt Nicoll und dem Finnnischen Ice-Man Simo Kirssi war auch international ein starker Zustrom zu verzeichnen. 222 Teilnehmer ritten eine eher selektive Wald-Enduro Strecke, die erneut die Vielseitigkeit der ACC und ECC Serienteilnehmer forderte. Nach Steinen (Roppen), High-Speed (Nagycenk) war nun also Technik und Feeling für die Traktion auf dieser ACC gefragt.
 

Das Organisationskomitee FSRdaKasi stellte in Türnitz eine komplett neue Strecke, die noch nie zuvor unter die Räder genommen wurde, zusammen, und bereits nach der Besichtigung war klar, dass die 5,5 KM lange Strecke den ACC Teilnehmern alles abverlangen würde: Steilauffahrten, Abfahrten, Querungen über rutschige Wurzeln und Wiesenpassagen wechselten sich in regelmässigen Abständen ab.

Als dann über Nacht auch noch ein Regenschauer niederging und die Strecke nochmals schwerer zu machen drohte, musste der erste Lauf der Einsteigerklasse 7 und der Klasse 6 etwas entschärft werden. Schwierig bliebs trotzdem, vor allem für die Young Riders und die Damenklasse. Bei den Senioren setzte sich Peter Neurauter vor Peter Nesuta und Karl Katoch durch, ACC Serien-führender Dieter Sprekelmeier kam bereits in der zweiten Runde mit Plattfuss in die Box und konnte in den Titelkampf nicht mehr eingreifen. Sein Vorsprung in der Gesamtwertung vor dem Finale in Mattighofen auf Neurauter und Pucher beträgt nur noch 2 Punkte, alle drei haben auch schon ihr Streichresultat konsumiert, es wird also sehr spannend. In der Damenklasse glänzte Enduro Vize-Europameisterin Lisi Mucha, die beinahe doppelt so viele Runden absolvierte als die Zweitplazierte, Belinda Wartbichler. Lisi Mucha wäre mit ihrer Performance wohl auch in der Profiklasse konkurrenzfähig gewesen. Da die ersten zwei Damen aber nicht in der Gesamtwertung teilnehmen, konnte die für den Furchenadel AMC Penzberg startende Marion Möller bereits ihren Titel vor dem Finale fixieren.
 


Der Sieger in der Profiklasse, Erich Brandauer


Simo Kirssi tat sich auf dem engen anspruchsvollen Kurs diesmal nicht so leicht, umso beindruckender ist sein 9ter Platz auf BMW HP2

Die Young Riders auf 85ern und sogar 65ern hatten mit den kleinen Rädern naturgemäss die schwerste Aufgabe zu meistern, imposant, wie sich die Kids dieser Herausforderung stellten und reüssierten. Bernhard Moritzer gewann vor Leon Strasser, der für seinen Einsatz auf einer 65 SX auch den KTM Rider of the Event-Award verliehen bekam, und Timothy Koch auf Drei, der auch die Führung in der Gesamtwertung behalten konnte.

Für den zweiten Lauf des Tages der Klassen 4 & 5 wurden dann wieder beinahe alle selektiven Streckenabschnitte in die Runde aufgenommen und die Rundenzeiten stiegen auf über 8 Minuten an. Die Leistungsdichte in diesen 2 Klassen ist immens, die Abstände der Rider auch nach 2 Stunden liegen im Sekundenbereich. Tobias Maier setze sich in der Klasse 4 vor Arno Prellwitz und Roland Rieger durch. Prellwitz behält die Führung in der Serienwertung, doch Josef Zacherl und Josef Rammelsberger behalten weiterhin ihre Chance auf den Titel. In der Sportfahrerklasse 5 der grossen Viertakter gewann Steffen Hanke, der nun ex-aequo mit Thomas Peteratzinger, diesmal Vierter, die Serie anführt. Auf Platz Zwei landete Hannes Brandtner vor Martin Grünwald.

Der Dritte Lauf der Profis, Semi-Profis und Sportfahrer 2-Takt bekam dann nochmals eine rutschige Hohlweg-Auffahrt dazu, und dort hatte dann auch das zahlreich erschienene Publikum einige Hände voll zu tun, um hängen gebliebene Fahrer hochzuzerren. Andreas Leimhofer gewann die Klasse 3, als Einzelstarter bleibt das aber ohne Auswirkungen auf die Gesamtwertung, die weiterhin der diesmal Zweitplazierte Rudi Steiner anführt. Als Dritter landete Martin Sinn am Podium, der damit auch den dritten Gesamtrang in der Serie einnimmt. Steiner ist rechnerisch nicht mehr zu knacken, um den zweiten Platz wird in Mattighofen aber sicher noch erbittert gekämpft werden. Die Klasse 2 der Semi-Profis ging an Georg Teufl, der durch den Ausfall von Hans Eisner auch die Serienführung übernahm, vor Georg Adamek, nun Dritter in der Serie, und Roland Sailer, der als Dritter das Podium vervollständigte. Teufel und Eisner haben beide intakte Chancen auf den Gesamtsieg.

Die Profiklasse war erneut an Spannung nicht zu überbieten: Titelverteidiger Thomas Günther (GER/Husaberg) gewann den Holeshot und für kurze Zeit schien es, als stünde ein weiterer Start-Ziel Sieg des ACC Dominators bevor, doch ein Verfolger Zweierteam, bestehend aus Bernhard Walzer (KTM) und Erich Brandauer (Husaberg) lösten Günther bald ab und konnten sich auch absetzen. Was folgte, war ein erbitterter Zweikampf der beiden mit mehrmals wechselnder Führung. Erst am Ende der letzten Runde patzte Walzer beim Überrunden und Brandauer, auf der ACC seit Anbeginn dabei und noch nie ganz oben, konnte seinen ersten ACC Sieg verbuchen. Damit schrumpfte die Führung von Günther in der Serienwertung, Brandauer rangiert nun an zweiter Stelle vor Walzer, der als Gesamt-Dritter immer noch eine Chance auf den Titel in Mattighofen hat.

Es bleibt also in nahezu allen Klassen spannend bis zum Schluss. Der grosse ACC Showdown, das grosse Finale, findet am 27. und 28 August 2005 in Mattighofen, Oberösterreich statt. In Bälde gibts auf http://austrian.cross-country-championship.com den genauen Zeitplan und das Anmeldeformular zum Downloaden. Bis 14 Tage vor dem Event geniessen alle ACC und ECC eingeschriebenen Rider garantiertes Startrecht, danach könnte es wie bereits öfter heuer der Fall - eng werden mit Startplätzen. Also nicht zu lange warten...

 
 

Der 4te ACC Lauf aus der Sicht von Edi Ederer


Das ACC Podest der Profiklasse, Erich Brandauer in der Mitte als Sieger

Am Samstag fand in Türnitz (NÖ) der 4. Lauf zur Austrian Cross Country Championship statt. Jeder der die Meisterschaft mitverfolgt dachte schon an eine Vorentscheidung, doch es kam wieder mal anders als erwartet, eigentlich ganz anders. Von Lauf zu Lauf werden die Rennen immer spannender. Meine erste Frage wenn ich durchs Ziel fahre ist nicht welchen Platz ich gemacht habe (bekommt man meisten selber mit) sondern wer die Stockerlplätze ergattert hat. Also alles der Reihe nach. Vorweg gab es am Freitag wieder ein relaxtes Training, frei fahren und einwenig criusen. Kampfspurensuche für den bevorstehenden Tag. Und dabei kam es schon zu einer feschen Überraschung. Die Strecke war richtig selektiv, Wiesenhänge, Wurzeln, Schrägfahrten, Singletrails, Steinauffahrten eben alles was ein Enduroherz höher schlagen lässt. In der Nacht auf Samstag regnete es noch zusätzlich, damit es zu ja keine Staubentwicklung gab. Leider musste bei den Klassen 6 und 7 einige Teile der Strecke herausgenommen werden da es sonst zu Staus gekommen wäre, und auch bei den Klassen 4 und 5 wurden noch kleinen Teile der Runde gekürzt.


 


v.l.n.r.: Carl Katoch, Peter Neurauter, Big Nesut

Viel Respekt wurde den Kindern entgegengebracht die ohne Scheu den Kampf mit der Strecke aufnahmen. Bei den Damen deklassierte Lisi Mucha den Rest der Mädels, sie hatte mit 19 um 9 Runden mehr als die zweitplazierte Belinda Wartbichler. Bei den Oldboys siegte die Österreichische Enduro Legende Peter Neurauter, dahinter ein Duell der Giganten. Peter "der grosse" Nesut kämpfte vehement und gewann das Duell gegen Mr.Erzberg Carl F. Katoch (übrigens Carl F. fuhr am Nachmittag, weil es so schön war, gleich nochmals bei den Semiprofis mit und wurde dort noch 15. Respekt!) Am frühen Nachmittag folgten die Klassen 4 und 5 bevor es um 16h zum Hauptrennen kam. Schätzungsweise an die 500 Zuschauer waren dabei als nicht nur die ganzen ACC Spitzenfahrer voll Feuer gaben sondern auch Gastfahrer wie der 6 fache Motocrossweltmeister Kurt Nicoll oder Antony West. Von Anfang an gab es an der Spitze einen erbitterten Zweikampf zwischen Erich Brandauer und Bernhard Walzer. Die Führung wechselte dabei mehrmals, erst in der letzten Runde wurde dann Walzer von einem anderen Fahrer abgeschossen und Brandauer zog vorbei um seinen ersten Sieg bei der ACC zu feiern. Als Dritter kam dann Thomas Günther vor Norbert Hippmann und Kurt Nicoll ins Ziel. Simo Kirssi zog wiedereinmal mit seiner BMW das Publikum auf seine Seite. Er kämpfte auf der engen und anspruchsvollen Kurs mit seinem schweren Gerät und beendete das Rennen als 9. Ich konnte mich in den ersten 3 Runden in den Top 10 halten bevor sich ein alter Weidezaun in mein Hinterrad verfing, erst mit Hilfe eines anderen Fahrers konnte ich meine KTM wieder befreien. Da schaute nur mehr Rang 13 heraus. Am Abend fand dann die Siegerehrung im Festzelt statt, dort gab es übrigens die dicksten Eitrigen die mir je über die Lippen gekommen sind! Bleibt nur zu hoffen das diese Veranstaltung auch im nächsten Jahr wieder im ACC Kalender zu finden ist.

 

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Bericht vom 22.06.2005 | 6.849 Aufrufe

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