ACC Reisersberg

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Dichtes Starterfeld beim ersten ACC Lauf 2005 in Reisersberg. Verschnaufpausen gab es auf der Runde keine und Gnade liessen die Gegner ebenfalls nicht walten.

Dieses Wochenende stieg in Reisersberg (Nähe Passau) der erste Austrian Cross Country Championship Lauf. ACC Promotor Bernd Hupfauf (Mr. Jimmy Cool links im Bild) freute sich über volle Starterfelder in allen Klassen.

Das Auftakt Rennen fiel beinahe den Wetter-Göttern zum Opfer. Die ganze Woche vor dem Rennen hat es ordentlich geregnet. Gerade noch rechtzeitig wurden die Schleusen geschlossen und die Piloten konnten sich über gute Endurobedinungen freuen. Teilweise gab es so noch einige Schlammauffahrten - aber alles im schaffbaren Bereich.

   

Die Frau Doktor Karin bei der Schlüsselstelle des Parcours. Die glitschige Wasserröhre war der totale Schwung-Zerstörer. So war bei den immer tiefer werdenden Bergauf-Furchen festes Schieben angesagt.
   

Die Frau Doktor holte den 3 Platz in der Damenklasse und war mit ihrem ersten Enduroeinsatz seit langem sehr zufrieden. Ich weiss jedoch aus Erfahrung, dass Leute welche "schon ewig nix mehr trainiert haben" seit Monaten am Ergometer sitzen und 1 Meter tiefe Achter-Rillen in den Heimatacker gefahren sind. Also glaub ich ihr das Gschichtl mit der Anti-Form natürlich nicht. Sie hat wackere 10 Runden absolviert.

Die Siegerin in der Damenwertung - Frau Marion Möller war mit Mann und Kindern vor Ort beim Rennen. Ein echter Familienausflug eben. Der Mann passt auf die Kinder auf und die Mama fährt Endurorennen. Bin ich froh dass meine Mama nicht Enduro fährt. Stellt euch nur folgenden Satz im Freundeskreis vor:"WAS? Du wurdest von Deiner Mama beim letzten Enduro-Rennen hergebrannt?"


Noch hat sie gut lachen! Karin Mairitsch vor dem Start
   

Mit am Start in der 2-Takt Klasse war auch der KTM Marketing-Stratege Winny Kerschhaggl.

Kurzinterview vor dem Rennen:

NastyNils: "Hallo Winny! Gut in Form? Bestens gerüstet fürs erste Rennen?

Winny: "Nein! Aber wenn ich wart bis ich gut in Form bin, dann komm ich nie zum Fahren"

NastyNils (leise zu sich selbst): "Perfektes Kanonenfutter für mich"!

Doch leider entpuppte sich der Winny als schamloser Tiefstapler. Im Rennen fuhr er 13 Runden und brummte mir somit eine ganze Runde auf. Eine grosse Enttäuschung. Ich hoffe beim nächsten Rennen hat er im Büro schwer zu hackeln und brennt mich nicht noch einmal her.

   

Auch der Trial-Virtuose Erich Brandauer war beim ACC Auftakt in Reisersberg mit dabei. Der Husaberg Pilot steht insgeheim ja schwer auf die 650er Berg muss aus Marketing-Gründen aber auf einer 550er starten.

Erich Brandauer: "Die 650er nehmen die meisten Leute nur noch zum Supermoto-Fahren. Im Gelände fährt damit keiner mehr. Schade darum. Mir taugt die starke Berg auf alle Fälle. Doch hier im winkeligen Terrain wäre vermutlich die 450er Berg die beste Wahl"

Die 550er Berg vom Erich wurde vor dem Rennen natürlich bestens vorbereitet. 1 Stunde vor dem Start wurde das Eisen aus der Original-Transport-Kiste geschraubt und die Plastikfolie vom Bike gewickelt. Die Berg vom Erich ist jetzt gut eingefahren. In der Profi-Klasse fährt er damit 18 Runden und landet damit am 5 Platz hinter dem Yamaha Piloten Joe Lechner.


Erich Brandauer weiss: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen.
   

Einige weitere KTM-Mitarbeiter nutzten den ACC Auftakt für einen "Aussendienst-Termin" und stellten sich der Herausforderung im Gelände. Beim Saisonfinale 2004 in Nagycenk konnte ich die KTMler Hannes R., Oliver Göhring und Martin Wabnegger noch deutlich hinter mir lassen, doch diesmal bot sich mir leider ein vollkommen anderes Bild. Die Mattighofener starten unter dem euphorischen Teamnamen Orange Jihad. Irgendwie haben die orangen Bürohengste im Winter ihre Enduro-Fähigkeiten massiv ausgebaut. Die KTM Mitarbeiter-Wertung kann sich sehen lassen:

  1. Martin Wabnegger: 14 Runden - 2:11h
  2. Oliver Göhring: 13 Runden - 2:05 h
  3. Winny Kerschhaggl: 13 Runden - 2:09 h

Nicht am Start war übrigens der KTM Küsserkönig Hannes R.. Er hat in letzter Minute seine hoffnungslose Situation erkannt und seine Nennung zurückgezogen. Angeblich wurde er von KTM auch schon in die imageträchtige Abteilung "Sales Kinder-Elektroquads" strafversetzt.


Martin Wabnegger hat gut lachen. Er hat nicht nur seine Kollegen hergebrannt,
sondern auch auch NastyNils 2 Runden umgehängt.
   

Bei der Gelegenheit kann ich auch mal unseren Marktbearbeiter (er mag das Wort Keiler nicht) für den deutschen Markt vorstellen.

Der tüchtige Willy putzt bei deutschen Händlern fest die Klinken, damit ich auch in Zukunft die Plastics für für meine KTM noch zahlen kann. Beim ACC Auftakt in Reisersberg hat er ständig mörderische Tipps fürs Enduro-Fahren abgegeben. Der grosse Trial-Könner umfährt angeblich jeden Stau in der Enduro-Strecke am Hinterrad. Schade nur dass er in Reisersberg seine KTM 520 EXC daheim vergessen hat. Ich bin schon gespannt auf seinen Bericht aus Roppen (2. ACC Lauf am 21./22. Mai). Denn dort MUSS er die 1000PS Crew würdig vertreten und den KTM Bürohengsten das Rücklicht zeigen. Ich selbst werde erst beim übernächsten Lauf in Nagycenk (4.-5. Juni) wieder mit am Start sein.

   

Der Husaberg Profi Thomas Günther konnte beim Auftakt Rennen seine Favoritenrolle bestätigen. Er wird die ACC Serie mit einer FE 450 in Angriff nehmen und hat eine ganze Meute hungriger KTM Piloten im Nacken. Berni Walzer, Daniel Stocker und Dieter Happ sind dem Husaberg Piloten auf den Fersen.

Auch Joe Lechner ist mit seiner 250er Yamaha sicherlich noch für einige Top Resultate gut und Husaberg Kollege Brandauer Erich beim ACC Heimspiel in Niederösterreich den Gasgriff ebenfalls weit offen lassen. Spannende ACC Rennen sind auf alle Fälle sichergestellt.

   
Mexxlas Leiden in 8 Bänden. Sein erstes Mal.

Mein lieber Bruder Mexx hat es durch Protektion von ganz oben (von mir) ins 1000PS Büro geschafft. Seit über 2 Jahren schon hütet er den Schreibtisch und verflucht den Tag an dem er seinen 20 Jahres Vertrag bei 1000PS unterschrieben hat. Doch bis zum letzten Wochenende ist er noch kein einziges Rennen gefahren. Kann nicht sein sag ich und hab ihn sofort beim ACC Lauf in Reisersberg angemeldet. Das Wort "Anfänger-Klasse" im Anmeldeformular und das Wort "fristlos" in der Kündigungsandrohung machten ihn gefügig. Das die Anfänger natürlich die gleiche Spur fahren wie die Profis sagte ich ihm erst nach dem Rennen...


Die erste Runde ist beinahe geschafft. Doch dort wartet noch ein kleiner aber feiner Steilhang auf den Mexxi. Der Streckenposten hilft auf alle Fälle mit und gibt die Richtung vor....

Wann immer Mexxi die Anfeuerungsrufe seiner 1000PS Kollegen vernimmt, legt er die Kanten sofort in den Dreck. Die Kamera nimmt es dankend zur Kenntnis. ZUGABE!!!

Während andere Zuschauer ihren Fahrern in Not helfend zur Seite stehen, freuen sich die 1000PS Kollegen über Mexxis Leiden und tolle Fotos.

Die 2. Runde ist geschafft. Diesmal hat meXXLa die Kamera nicht rechtzeitig gesehen und hat den Sprung überlebt. Doch schon in Runde 3 wird dieser Sprung hier anders ausgehen.

Zum Glück hat sich meXXLa für eine 200er EXC entschieden. Die ist schön leicht...

Leider zu früh abgedrückt. Doch das geschulte Auge erkennt an der Haltung des rechten Fusses schon das Unvermeidbare...

Gerade als das Bike so richtig warm ist..

 


..streckt der Mexxi seine Patschen - ich kann nimma!!

 

Mexxla berichtet - Mein erstes Mal - Mein erstes Enduro Rennen:
Das erste was mir einfällt wenn ich an das Rennen zurückdenke: Ein leiwander Sturz von mir und das erste das ich sehe ist der blöde Grinser vom Nilsi hinter blitzender Kamera. Während dem gestürzten neben mir freundlich von Bekannten aufgeholfen und das Bike raufgezerrt wird, knipsen Nils und Willy wie deppert mit der Kamera und rühren keinen Finger mir zu helfen. Leiwande Kollegen hab ich, ein Wahnsinn.
Mein Ziel für diesen Tag: Nicht letzter werden! Die ersten zwei Runden waren wirklich mörderisch und ich wurde ordentlich durchgereicht. Wilde Stürze und schwer beschäftigte Streckenposten waren das Ergebnis der ersten Stunde des Rennens. Nach und nach lockerten sich jedoch meine steinharten, erledigten Unterarme die Nervosität legte sich und Nils und Wheely verschwanden im Fahrerlager am Schmähbangl. Die folgenden Runden waren sehr OK. Viel schneller und vor allem mit der Hälfte der Stürze wurden die nächsten Runden absolviert. Hat mächtig Spass gemacht, beim nächsten Rennen bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei. Der Edi Ederer hat analysiert und gemeint: "Nächste Wochn forma nach Nagycenk trainieren, donn wird als allererstes mal dei Sitzbangl abgschraubt, du hockst jo nur am o.... ".
Die körperliche Anstrengung habe ich ehrlich gesagt schwer unterschätzt. Unterarme, Beine, Rücken und Bauch fühlen sich heute noch an als hätte mich ein Laster überrollt. Muskelkater ohne Ende.
Ziel erreicht, in meiner Klasse konnte ich immerhin 6 Leute hinter mir lassen, hat mir unendlich getaugt der Lauf, der nächste Einsatz wird bei der Enduro ÖM sein, es wird die Hölle werden!
 

Einige Piloten waren von Anfang bis zum Schluss TOP motiviert und legten den Gasgriff 2 Stunden lang grimmig um.

 

Der Eckl Werkspilot Edi Ederer berichtet - So lief es in der Profiklasse

Die Strecke war zwar nicht all zu schwer, doch relativ schmal, dadurch fuhren sich schon nach dem ersten Lauf anständige Rillen und Wellen heraus. Zwischen den Rennen wurde sogar noch die Strecke bewässert um die Staubentwicklung zu unterdrücken. 13.30h standen dann die nächsten Klassen am Ablauf. Trotz der vielen Starter kam es auch bei den Engstellen kaum zu Staus, doch die Strecke liess keinen Meter zum verschnaufen. So lagen dann schon mal ein paar Fahrer neben der Strecke um einwenig zu relaxen. Der Höhepunkt war dann mit Sicherheit die Klassen 1,2 und 3. Und hier stand die BMW von Simo Kirssi im absoluten Publikumsinteresse.


Simo Kirssi auf der neuen BMW HP02.

 

Der Tuttelbär zog nicht nur im Fahrerlager alle Blicke auf sich (o.k. der Auftritt mit 3 fetten Wohnmobilen in einheitlicher BMW Lackierung und einigen Mechanikern im Schlepptau war für Alpenrepublikanische Enduroverhältnisse schon was besonderes). Auf der Strecke sah man dann von dem stillen Finnen Linienwahlen die zuvor noch keiner fuhr. Sicherlich war die Bayrische bei den vielen Spurrillen und engen Kurven arg im Nachteil. Auf der Geraden jedoch zog das Ding in Lichtgeschwindigkeit ab! Das wird ganz eng am Erzberg in den Bremszonen wenn diese Fuhre da raufknallt, sollte man sich nicht entgehen lassen. Leider spritzte bei einem Zylinder der Saft raus, und die Mechaniker hatten einiges zu tun damit Simo weiterfahren konnte. Also keine Sensation in den vorderen Plätzen. Gewonnen hat der Seriensieger des letzten Jahres Thomas Günther, gefolgt von X-fach Endurostaatsmeister Walzer Bernhard der seine ACC Premiere feierte. 3. wurde Stocker Daniel. Racing vom feinsten, superspannend bis zum Schluss. Mal sehen wann der erste mit einer 950er KTM zum Start rollt!

Ich selber hatte Armpump das es nicht mehr lustig war, komplett verkrampft, schon nach der Hälfte der Renndistanz waren dann die Blasen an der Hand offen für die Aufnahme von Schmutz und Schweiss. Aus, vorzeitiger Rennabbruch, Niederlage, Steichresultat, gleich zu Burger King Fleischlaberl ausfassen, Frustessen und nach Hause Polnisch lernen für's nächste Wochenende, EM Auftakt in Poland.

Anmerkung von NastyNils: "Finde ich sehr beschämend vom lieben Edi. Der faule Hund gibt einfach nach ein paar lausigen Runden auf. Sogar ich hab mehr Runden am Konto als er. Ich denke ich muss mit ihm ein wenig trainieren gehen!!"

   

Ich selbst war mit meiner 400er EXC in der 4 Takt Klasse mit am Start. Das übermotivierte Abenteuer vom Vorjahr bei den Semiprofis wollte ich nicht unbedingt wiederholen. Das Rennen lief bis zum Schluss ohne besondere Höhen und Tiefen für mich ab. Keine grossen Schmerzen, keine schlimmen Stürze und keine grossen Hänger machten mir das Leben schwer. Angesichts der Erinnerungen an meinen letzten Sturz beim Hasenjagd Enduro und der Rechnung für Kühler, Plastics und Kupplungshebel ging ich es diesmal etwas gemütlicher an. Doch merkt euch eines! Bist Du zu langsam sind die anderen zu schnell! Und so landete mir ein übermotovierter germanischer Endurokollege in der letzten Runde beim Table in meinem schönen neuen Heck. Die Folge: Die Ausmasse der blauen Flecken an meinem Körper haben die Rekordwerte bei meiner Discotour 1996 übertroffen. Damals hab ich der Freundin vom Türlsteher im Suff auf den Hintern gegrapscht.


Trotz der tiefen Rillen kam ich immer vorwärts. Zumindest nach heftigen Wutausbrüchen.

Aber was noch viel schlimmer ist: So ziemlich alle Plastics an der Kanten sind gebrochen. Der Manfred von der Motothek reibt sich schon die Hände und freut sich über hohe Ersatzteilumsätze..

Und was noch viel viel schlimmer ist: Die KTM Bürohengste haben mich allesamt hergebrannt. Normerweise bin ich um Ausreden ja nicht verlegen, doch diesmal bleibt mir die Spucke weg. Ich werde schwer trainieren und beim übernächsten Lauf in Nagycenk zurückschlagen. Volles Risiko!!!!


Noch halten sich die Schmerzen in Grenzen. Doch schon bei der Heimfahrt im Racing-Fiat Scudo beginnt das Blau am Körper zu greifen.

 

Wer beim nächsten ACC Lauf dabei sein möchte findet alle nötigen Infos unter der einfach zu merkenden Domain: http://austrian.cross-country-championship.com. 1000PS berichtet von allen Rennen.
   
Ergebnisse 1. Lauf ACC Reisersberg
Die Königsklasse - die Profis:
  1. Thomas Günther - Husaberg FE450
  2. Bernhard Walzer - KTM 400 EXC Racing
  3. Daniel Stocker - KTM 250 EXC
Semiprofis:
  1. Hans Eisner - Kawasaki KX 250
  2. Georg Teufl - KTM EXC 250
  3. Sepp Suttner - Sherco 4.5i
Sportfahrer 2 Takt:
  1. Rudi Steiner - GasGas EC 250
  2. Sven Steinberger - KTM EXC 125
  3. Stefan Haidn - KTM EXC 250
Sportfahrer 4 Takt bis 450
  1. Stefan Heimerl - Honda CRF 450
  2. Johann Permadinger - KTM 400 EXC Racing
  3. Arno Prellwitz - KTM 250 EXC Racing
Sportfahrer 4 Takt über 450
  1. Martin Grünwald - KTM EXC 520
  2. Stefan Hanke - Husaberg FE 550
  3. Sepp Fuchs - Husqvarna 510
Damen
  1. Marion Möller - GasGas EC 250
  2. Barbara Niederleitner - Yamaha WR 250
  3. Karin Mairitsch - KTM 200 EXC
Senioren
  1. Otto Reitberger - KTM 525 EXC
  2. Dieter Sprekelmeier - KTM 450 EXC
  3. Roland Lehner
Young Riders
  1. Timothy Koch - TM TM 80
  2. Bernhard Moritzer - KTM SX 85
  3. Raymond Koch - Kawasaki KX 80
Anfänger
  1. Wolfgang Samer - KTM 400 EXC Racing
  2. Volker Götz - KTM 525 EXC Racing
  3. Andre Salier - KTM 450 EXC Racing
 

Bericht vom 25.04.2005 | 8.504 Aufrufe

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