Das Ende der 2-Takter?
Euro 3 - ein mächtiger
Tiefschlag |
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![]() "Mr 2-Takt" Sebastian Sekira |
Ich
erwartete mir ja nicht chronologische Aufstellung und Abfolge der Produktpalette
aller Racingeisen für die nächsten Jahre, aber ein deut in eine Richtung wäre
schon angebracht gewesen, hat ja sonst den Mund so voll genommen! Darum hab ich
mich auf die Socken gemacht um die richtigen Leute zu suchen die mir da
weiterhelfen können. Glücklicherweise sind wir ja in der fantastischen Situation
einen der Weltweit grössten Offroadmotorradhersteller in unserer kleinen
Alpenrepublik zu haben. Nach ein paar Telefonaten, E-mails und 212km stand ich
dann Herrn Sebastian Sekira gegenüber, er sollte der Mann sein, der uns die
Zukunft voraussagen wird können. Gleich zu Beginn |
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Möglichkeit 2: Neue Gemischbildungssysteme. Beim 2 Takter werden teilweise Mischverhältnisse von 1:100 angepeilt, derzeit sind schon fast durchgängig 1:60 möglich, um smoke and smell (Image !) des 2-T stark zu reduzieren. Die entstanden Partikel des mitverbrannten 2-T Öls stellt aber keine grosse Hürde zur Erreichung der Abgasvorschriften für strassenzugelassene Fahrzeuge dar. Viel mehr dafür die unverbrannten Kohlenwasserstoffe, die aufgrund der 2-T typischen Spülverluste entweichen. Um diese zu verringern bzw. zu vermeiden und trotzdem das Leistungspotential beibehalten zu können, werden derzeit andere Möglichkeiten der Gemischbildung evaluiert. Eine Implementierung stellt aber einen enormen Aufwand an Entwicklung dar. Bei Skidoos, Aussenborder und Scooter bereits etabliert, ist die Umsetzung im Offroadsport eine wesentlich schwierigere, da hier das Ansprechverhalten und die Gasannahme ganz entscheidend sind um flotte Zeiten in den Dreck zu zeichnen. Wie schon erwähnt, ab 2008 wird es sowohl für 2- als auch 4-Takter nach jetzigen Stand der Dinge eng mit der Strassenzulassung.
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Frischer Wind bei den
2-Taktern? |
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Schwierig
wirds auf alle Fälle für alle Hersteller von Sportenduros für den Europäischen
Markt. Für den Rest der Welt bleibt alles beim alten, dort darf gefahren werden
was gefällt. Doppelt verzwickte Situation für die Produzenten, da der
Europäische Markt nur einen Bruchteil des Weltweiten Motorradmarktes darstellt,
und die Kosten kaum hereingespielt werden können. Nur eines steht ohne Zweifel
fest, der 2-Takter wird uns im Offroadsport noch lange erhalten bleiben. So
setzten alle Hersteller in den letzten Jahren einen klares Zeichen und
Entwickelten ihre Produktpalette weiter.
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Damit steht der 2-Takter frischer da als je zuvor. KTM setzte die Entwicklung ununterbrochen fort, obwohl die Japanische Armada durch Reglementsveränderungen versuchte das 2-Takt Konzept zu untergraben. Bei den Mattighofenern arbeiten 6 Mann unter der Leitung von Sebastian Sekira mit seinem Experten Team Bernd Holzleitner, Alex Blantz, Stockinger Hans, Gruber Andreas und Thomas Forthofer an der ständigen Weiterentwicklung, und mit deren Enthusiasmus sind die Jungs Hundertschaften von Japanischen Ingenieuren meist eine Nasenlänge voraus. Und eines steht fest, es wird noch so manche Überraschung aus dem Hause KTM für die 2-Taktgemeinde geben.
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Der grosse 4-Takt Boom |
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Auslöser
für den grossen 4-Takt Boom war unter anderem, dass im Asiatischen Raum
unglaublich viele Motorräder verkauft werden, und auch dort aus
Umweltpolitischen Gründen der 4 Takter forciert wird. Nachdem der Motorsport ein
wichtiges Instrument der Image- und Werbepolitik ist, wurde der 4-Takter genutzt
um Ihn als besseres Konzept zu präsentieren. |
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Am Markt setzte eine Retrobewegung ein, welche
sicher auch mit den Erfolgen der US Supercross Superstars, und den vielen
Erfolgen auf nationalen Meisterschaften zu tun hat, welche fast ausschliesslich
auf 2-Taktern unterwegs sind. Ebenso werden sämtliche Hardcore Endurorennen wie
Erzberg, Roof of Afrika oder Red Bull Romaniacs ausnahmslos auf 2-Taktern
gewonnen. Aber viel Entscheidender für den normalo Fahrer sind die Vorteile im
Gewicht, und die wesentlich geringeren Anschaffung- und Wartungskosten. Gerade
letzteres ist ungemein wichtig um den Sport auch der Jugend wieder schmackhaft
und vor allem aber auch leistbar zu machen. |
Kein Konzept ist besser oder schlechter, wichtiger ist das man die Objektivität behält und nach seinen Vorlieben und Bedürfnissen handelt und nicht nach Trends. Und eines kann ich euch noch prophezeien, die Rennen werden immer noch von den besten Fahrern gewonnen! Die Welt ist noch gerecht! |
Bericht vom 03.05.2005 | 9.389 Aufrufe