Wer drei Mal A sagt
Neue Scheine ab 2013: AM (Moped) ab 15, A1 (125er) ab 16, A2 (Leichtmotorrad) ab 18, A (Motorrad) ab 24.
Neue A-Scheine ab 2013 | |
Es kommen neue Führerscheine auf uns zu: Ab 2013 muss man sich in der EU mit neuen Deckeln im Scheckkarten-Format eindecken. Die alten rosa Lappen werden bis Ende 2032 (eh langsam?) aus dem Verkehr gezogen. Gleichzeitig mit dem Umstieg auf Plastik-Fahrlizenzen gibts neue Bestimmungen für den A-Schein. Die Haupt-Botschaft für Zweirad-Aspiranten: künftig wird man ab 16 Achtelliter-Eisen fahren dürfen. | |
Weitere Vereinheitlichung ist in der Europäischen Union angesagt. Dabei
führt kein Weg am Führerschein vorbei. Derzeit gibts auf dem Alten
Kontinent noch rund 110 unterschiedliche Regelungen für die wie es in
Deutschland heisst Fahrerlaubnis. Um die Führerscheinbestimmungen in
den Mitgliedsländern des vereinigten Europa auf einen gemeinsamen und
einheitlichen Nenner zu bringen, wurde die dritte
Führerschein-Richtlinie ausgearbeitet, die per 19. 1. 2007 gültig wurde.
Umgesetzt werden muss sie bis 2013, in den einzelnen Staaten müssen
dafür die neuen Bestimmungen in nationales Recht umgewandelt werden. Ein Zeichen dieser herankommenden europäischen Führerschein-Einigkeit ist, dass unsere rosafarbenen, dreiseitigen Miniaturhefte, auch Deckel genannt, endültig ins Ausgedinge geschickt werden. Wer auch immer sich einen neuen Führerschein abholt sei er neu gemacht oder als Ersatz für Verlust oder aufgrund von Datenänderungen oder weshalb auch immer - bekommt, und das ohnehin schon seit geraumer Zeit, ein rosafarbenes Plastik-Kärtchen im Kreditkarten-Format. Wer noch immer den rosa Lappen hat, der muss ihn bis 2032 abgeben, dann gelten nur noch die Plastik-Fahrlizenzen. Einer der Hintergründe dafür ist unter anderem der sogenannte Führerschein-Tourismus, soll heissen: Ist der Deckel in einem Land weg, geht man einfach in ein anderes und macht einen neuen - und das soll künftig unterbunden werden. |
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Die 16-jährigen kommen. Ab 2013 dürfen Jugendliche auf 125 Kubik aufrüsten. Die Auswahl wird bis dahin sicher noch grösser sein und neben Top-Achterln wie Yamaha YZF-125R, KTM Duke 125 oder Honda CBR125R weitere Modelle bieten. |
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Für die motorisierten Einspur-Fahrer ändert sich mit der besagten neuer
Führerschein-Richtlinie mehr als nur das Format und das Material des
Deckels. Es kommt eine neue Version des sogenannten Stufenführerscheins. Dieser wurde erstmals 1991 eingeführt. Da waren dann die Zeiten vorbei, in denen man mit 18 den Schein machte und sofort auf grosse & starke Eisen steigen konnte. Von da an gabs den Mopedschein, ab 16. Und die Klasse A1, das waren 125er mit maximal 15 PS, ab 18. Und dann gabs die beschränkte Klasse A, ebenfalls ab 18 Jahren, mit maximal 27 PS, höchstens zwei Zylindern und, bei Viertaktern nur bis zu 500 ccm. Um vom beschränkten A1- auf den unbeschränkten A-Schein zu kommen, musste man zwei Jahre Fahrpraxis nachweisen und eine Praxis-Prüfung absolvieren. Ab 24 wars möglich, direkt mit einem A-Schein einzusteigen, ohne Umwege über A1 und sonstige Einschränkungen. |
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Neu: Klasse A2. Mit 18 nur 50 PS. |
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Mit Ende 1997 wurden diese Bestimmungen an die damals gültigen
EU-Regelungen angepasst, das hiess unter anderem, dass Leichtmotorräder
wie es heute noch ist bis zu 34 PS leisten durften, ungeachtet der
Zylinder-anzahl und des Hubraums, wobei das Leistungsgewicht 0,21 PS pro
Kilogramm nicht überschreiten durfte (und darf)Das Einstiegsalter für
den unbeschränkten A-Schein wurde von 24 auf 21 Jahre gesenkt. Was in Österreich 1997 ganz neu eingeführt wurde, war der B111-Schein, wie er ebenfalls heute noch gültig ist: Eisen mit maximal 125 ccm, höchstens 15 PS und einer Top-Speed von maximal 100 km/h dürfen mit entsprechendem Eintrag im Deckel nach Absolvieren eines sechsstündigen Praxis-Kurses - bei einem Autofahrerclub oder in einer Fahrschule - gefahren werden. Grundvoraussetzung dafür ist, dass man fünf Jahre lang ununterbrochen im Besitz eines gültigen B-Scheins ist. Diese Regelung gilt um Beispiel auch in Italien, in Deutschland jedoch nicht. Mit den neuen Führerscheinbestimmungen ab 2013 bleibt manches gleich, manches ändert sich aber auch grundlegend. |
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Und es bleibt beim Stufenführerschein. Die Moped-Klasse wird
general-europäisiert. Sie heisst sodann AM. Voraussetzung für den
Mopedausweis ist das Absolvieren eines vollständigen Führerscheins. Das
Einstiegsalter in Österreich bleibt bei 15 Jahren. Der Motorrad-Einstieg
führt künfitg über die
Klasse A1, das ist ein vollwertiger Führerschein für 125 ccm-Eisen, mit
den gleichen Fahrzeugbestimmungen wie für den B111-Schein: maximal 15
PS, maximal 100 km/h Top-Speed. Das Mindestalter dafür ist, und das ist
neu: 16 Jahre. Neu ist auch die Klasse A2. Die gilt ab 18, die Bikes dürfen höchstens 50 PS haben. Und was auch neu ist: Es gibt keine Übergangsregelungen mehr, das automatische Gleiten von der niedrigeren in die nächst höhere Führerschein-Stufe ist nicht mehr möglich, ohne vorher eine praktische Prüfung oder Schulung absolviert zu haben. Dafür kann nach zwei Jahren A1-Schein mit der entsprechenden offiziellen Praxis-Erprobung per A-Schein in die offene Klasse eingestiegen werden. Das Mindestalter für den Direkteinstieg wurde von 21 Jahren wieder auf 24 Jahre angehoben. Betreffend den B111-Schein bleibt es bei der Regelung, die 1997 eingeführt wurde. In Österreich. In Deutschland jedoch nicht. |
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Die neuen A-Schein-Klassen nach derzeitigem Stand: |
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AM: Führerschein, 50 ccm-Bikes, Bauartgeschwindigkeit max. 45 km/h, Alter: ab 15 J | |
A1: Führerschein, Motorräder bis 125 ccm, max. 15 PS, Bauartgeschwindigkeit max. 100 km/h, Alter: ab 16 | |
A2: Führerschein, Motorräder mit max. 50 PS, Alter: ab 18 | |
A: Führerschein, Motorräder ohne Leistungsbeschränkung, Alter: ab 24 | |
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Übergang von A1 auf A2 mit Praxis-Prüfung oder Schulung, Alter: ab 18 | |
Übergang von A2 auf A mit Praxis-Prüfung oder Schulung, Alter: ab 20 | |
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Text: Beatrix Keckeis-Hiller |
Autor
Bericht vom 08.06.2011 | 10.306 Aufrufe