Knobis Fahrtechnik-Training
Weg vom "Mainstream" - Klasse statt Masse! |
Kot beim ersten Termin von Knobis Fahrtechnik
Training (KFTT) am Pannonia Ring! |
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Nach Beendigung seiner langjährigen
Tätigkeit als Chefinstruktor der Moto-Academy hat der IDM-Supersport
Pilot Günther Knobloch am 17.6. das erste Fahrtechniktraining unter
eigener Flagge abgehalten. Die Veranstaltung am Pannonia Ring war die
erste von drei Terminen 2007, die weiteren Veranstaltungen finden am 10.
Juli am Salzburgring, bzw. am 1.10. in Brünn statt.
Gemeinsam mit zwei weiteren Instruktoren (Wolfgang Zabo und Michael
Wretschko) trainierte Knobi am Sonntag im Rahmen einer Veranstaltung von
"BIKE PROMOTION" die Teilnehmer, unter anderem meine
Sehr-Wenigkeit. |
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Starke Nerven sind gefragt bei der
Videoanalyse... |
Ich habe die Gabe mir auf jeder
Rennstrecke dieser Welt die falsche Linie zu suchen und diese
konsequent zu verfolgen. Mein Problem liegt schon lange nicht mehr in
den Bewegungsabläufen, sondern in der Umsetzung einer präzisen
Fahrweise. Ich bin sozusagen ein schlampiger Fahrer.
Bisher versuchte
ich die Rundenzeiten mit Erhöhung der Schräglagen bis ans Limit und
späten Bremspunkten bis ins Kies zu drücken. Die Zeiten fielen sehr zäh,
das Risiko hingegen stieg explosionsartig. So hat man zwar das Gefühl,
schneller zu werden, macht aber tatsächlich keinerlei Fortschritte. Es
erhöht sich wie gesagt nur das Risiko und am Ende dieser Entwicklung
steht nicht der Sieg, sondern der Sturz. Ziel verfehlt, alles noch mal
von vorn.
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...einer wird seziert, alle schauen zu. |
Es ist also notwendig, zwei Schritte zurück zu machen und neu
anzufangen. Spät bremsen können wir später, die Schräglage kommt mit
der Geschwindigkeit. Klarerweise will jeder sofort auf's Knie, wenn er
zum ersten Mal auf einer Rennstrecke fährt, war bei mir nicht anders. Da
mir damals die Geschwindigkeit fehlte, um mit dem Knie aufzusetzen,
verkürzte ich einfach die Radien der Kurven, zog immer Richtung Curbs
und gewöhnte mir so die sinnloseste Linie ohne jegliche Zukunft an. Ich
war zwar zufrieden, denn mein Ziel war das Knie, doch nur, weil ich
damals noch keinen Wert auf Rundenzeiten legte. Anstatt schneller zu
werden habe ich bisher fast nur das Risiko gesteigert, im Gegenteil muss
das Risiko aber zu jeder Zeit minimiert werden, ob bei 2:20 oder 2:00
ist dabei völlig gleich. Laut Knobi ist eine Zeit von 2:10 mit einer
perfekten Linie praktisch risikofrei zu erreichen, bis dahin sei
"Stürzen nicht notwendig", wie er es so nett ausdrückte. Eine frohe
Botschaft für so "Safety First" Typen wie mich.
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Auch der Laie erkennt: Am
Motorrad kann's nicht liegen |
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Meine ersten beiden Male am Ring
verbrachte ich im Rahmen der Moto-Academy, damals meiner Meinung
nach die beste Möglichkeit, um in das Fahren auf einer Rennstrecke
einzusteigen. Mittlerweile ist der Andrang leider so gestiegen, dass es
fast doppelt so viele Gruppen gibt wie noch vor 3 Jahren, weshalb Knobi
auch sein eigenes Ding gestartet hat. Weniger ist mehr, vor allem bei
Ringtrainings mit Instruktoren, anders kann nie auf die persönlichen
Stärken und Schwächen der einzelnen Teilnehmer eingegangen und die
individuelle Betreuung nicht mehr gewährleistet werden. Bei Knobis Fahrtechnik
Training habe ich wieder erkannt, dass es ab und zu ganz gut wenn nicht
sogar notwendig ist, sich Tipps und Tricks von einem Profi zu holen.
Besonders positiv war, dass es keinen Gruppenzwang gab, soll heissen
Fahren im Gänsemarsch ohne Überholen. Wer schneller konnte, der durfte
auch und ein Wechsel in eine passendere Gruppe war sowieso nie ein
Problem. Im Grunde ein sehr liberales Fahrtechniktraining also. Und
nun zum Beweismaterial in Bild und Ton. Erst zeichnete Knobi eine
komplette Runde hinter mir auf, um mir anschliessend zu zeigen, dass es
an manchen Stellen bis zu 50 km/h schneller geht. Zwei essentielle
Regeln sind in den beiden anderen Videos zu sehen. |
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Knobis Onboard Videos |
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Knobi hinter kot in Pannonien
The thin red line
Linientraining am Pannoniaring. Schwieriger als spätes Bremsen,
frühes Gasgeben oder grosse Schräglagen. Eine saubere, schnelle
Linie fordert Konzentration und Disziplin. Es gibt durchaus
glückliche Menschen, die ein natürliches, Gott gegebenes Gefühl
für die richtige Linie zu haben scheinen. So z.B. "The
Wunderkind", der mich am Hungaroring versägte, ohne die Strasse
mit dem Knie zu berühren. Habe dieses Erlebnis bis heute nicht
verarbeitet.
Am Knie ist man schnell, aber nicht unbedingt schnell. Alles
klar?
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Knobis Regel Nummer 1
Kurvenausgangsgeschwindigkeit über allesOft glaubt man in der
Kurve an einem schnelleren Piloten dran bleiben zu können, doch
nur solange, bis der Kurvenausgang beginnt. Hier wirken der
Schwung, den man in die Kurve mitgenommen hat, die Linienwahl
und last but not least der Zug am Gaskabel und lassen den Gegner
am Horizont verschwinden.
Zu beachten ist ausserdem, dass die Linienführung in einer
Kurve die Linie der darauf folgenden unmittelbar beeinflusst.
Schwung geholt wird also oft früher, als man denkt. |
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Knobis Regel Nummer 2
In Mutpassagen liegt viel ZeitWäre das nicht so, wären wir
alle schnell, sogar ich. Leider ist nicht jede Kurve schön
flüssig zu fahren, perfekt einzusehen und in einem Zug mit einem
Lenkeinschlag bei mittlerer Geschwindigkeit durchzuziehen. Es
gibt auch blinde Kurven, hängende Kurven (nicht nur bei
Frauen!), Kurven die zumachen, schnelle Kurven etc. Wer in
diesen Passagen am Gas bleibt, die richtige Linie wählt und die
Nerven behält, der wird einen grossen Vorsprung herausfahren
können. Wer das nicht kann, hat das Rennen schon verloren.
Nach der Doppellinks in Pannonien biegt Knobi um 50 km/h
schneller als kot in den Rechtsknick. |
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Fast baugleiche Konstruktion mit 1000PS Systemen.
Kostet nix doch das Ergebnis ist hervorragend. |
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Knobis Kommentar |
Knobi: Für mich war´s eine perfekte Auftaktveranstaltung. Die
TeilnehmerInnen haben deutlich sichtbare Fortschritte gemacht, das
Interesse war gross, und trotz der grossen Motivation aller nicht ein
Sturz am ganzen Tag - bemerkenswert! Das Arbeiten mit der Truppe hat mir
viel Spass gemacht, wir hatten eine super Stimmung bei fabelhaftem
Wetter, und für mich war´s auch mal wieder Moped fahren ohne Druck!
Zur Veranschaulichung einiger Trainingsinhalte haben wir
Videoausschnitte von der Kot-Verfolgungsfahrt vs einer zügig
gefahrenen Runde von mir alleine mit Kurzkommentaren zur Verfügung
gestellt für weitere Informationen einfach zu einer der beiden
verbleibenden Veranstaltungen anmelden. Ich bin sicher, wir konnten den
Teilnehmern am Sonntag einige interessante Inputs mit auf den Weg geben. |
Klaus Grammer ist am Salzburgring auch wieder als Instruktor mit dabei
dieses WE war er in Most beim Kawa Cup am Start, wo er den dritten Sieg
in Folge einfahren konnte. |
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Zufriedene Gesichter nach der Hitzeschlacht |
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Wann und wo
ist der nächste Termin? |
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Salzburg (A) Di 10.Juli :
HIER gehts zur Anmeldung!
Beeilen mit der Anmeldung aktuell sind für das
Fahrtechniktraining nur noch 9 Plätze frei!
Achtung: Am Salzburgring gilt 98 DB
Vorbeifahrgeräusch, also Serienauspuffanlagen oder sehr gut
funktionierende DB-Killer! |
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Interessante Links:
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Text: kot, Knobi
Fotos: kot, Knobi, Yamaha-Sebring |