Aprilia Pegaso Strada
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Das fliegende Pferd |
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"Nimm das mal, das geht easy wie ein Fahrrad fahrendes Lutschbonbon, aber mit quickem Jubel-Motor" Die können mir ja viel erzählen da beim Alle-Aprilias-Testen im Sauerland. Schliesslich habe ich die schweren Kilo-Aggregate wie die wunderschöne RSV Mille und ihre nackte Freundin Tuono bei circa 5 Grad plus schon hinter mir, die Landstrassen-Cruiser mit den Tuttelbären-Motoren von Guzzi ebenso, da steht sich noch der kleine Löwenkopf unterm knapp sitzenden Lampengesicht auf seinen 17-Zoll-Felgen mit dem strahlendblauen OZ-Design der Mille und RS 125-Feger die Pirellis Diablo platt. Geht doch nicht, also ran und mal laufen lassen, was die Aprilianer da Glauben machen wollen und so locker vom Stapel lassen. Okay, dass diese Sitzbank nur 78 Zentimeter schlanke Sitzhöhe haben soll, halte ich noch für ein Gerücht. Für die Grossen gibt's auf jeden Fall die 82-cm-Ausführung, aber erst mal aufgesessen, elektrisch gestartet und das wunderschöne Pegaso-Logo mit kurvenreichem Strassenabschnitt als Verheissung auf kommende Fahrten im Display betrachtet. |
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Und dann los! Ab ins Kurven-Geschlängel des Sauerländer Dickichts, die Tuono mit Patric als Buschmesser voran und anvisiertes Ziel, das den Jagdtrieb entfacht: Muss doch zu stellen sein, so ein fetter Twin-Motor. 660 Kubik gegen 1000er, ein Zylinder gegen zwei, aber mit einer noch schlankeren Silhouette und dem Fliegen-Körpergewicht der Pegaso von vollgetankt 190 Kilogramm. Potzblitz, der Vau-Zwei kann uns nicht abhängen, das fliegende Pony geht wie ein Rasiermesser durchs Kurvengeflecht und schwupp, sind wir dran vorbei am fetten Thunfisch. Patric argumentiert mit unruhigem Fahrwerk, der geflügelte Sendbote fahraktiver Geschmeidigkeiten lässt sich davon gar nicht beeindrucken. Schliesslich gibt's an Verstellmöglichkeiten gerade mal die Federbasis und Zugstufendämpfung am Sachs-Federbein. Die kräftige 45-er Gabel gar lässt sich gar nicht manipulieren, doch das Gesamt-Konstrukt mit dem robusten Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen bedarf keiner weiteren Erklärung am Supermoto-Lenker über seiner dreifach-angeklemmten Gabelbrücke: Alle Lenkimpulse werden wie gedacht in die Tat umgesetzt, alle Brems-Impulse von der perfekten Brembo-Einheit sicher eingehalten. Hurtig fliegst du mit dem flotten Pferdchen übers weite Land wie die Kurvensau, die respektlos an allen über-motorisierten Superbiklern vorbei in jede Spitzkehre vor deren Vorderrädern rein sticht wie der gierige Schweine-Rüssel in den Trüffel. |
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Blau, blau, blau blüht... |
Wir am Parkplatz vieler Blicke gewürdigt |
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Einer geht noch! |
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Von Yamaha bei Minarelli gebaut |
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Auch im Doppelpack auf Zack |
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Dafür hören die 48 PS flüssigkeitsgekühlt bei 6250 U/min alle einzeln auf ihren Namen, bollern den Kurzhuber leichtfüssig auf der diabolisch gripreichen 110er Bereifung vorn und 150er hinten durch jedes noch so schroffe Strassengelände, ziehen dir zwischen 4000 und 6500 Drehzahlen emsig die Arme lang, sogar bis 175 km/h mit Rucksack-Gepäck, mögen aber nicht so gern dösigen Zockeltrab im unteren Touren-Bereich. Aber wer will schon dösen mit solch einem geschmeidig bedienbaren Fünfganggetriebe und bei der derartig leichtgängigen Kupplung, die einem im Angesicht vom emsig anreissenden Thunfisch leicht von den Fingern flutscht? Jagdsportbedarf |
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Doch wo nur
befindet sich der Einfüllstutzen? |
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Einer weiss es, drückt auf die Taste HINTER dem linken Lenkergriff, unter der leicht zu bedienenden Fernlicht-Leuchte… Simsalabim, die grosse Klappe über dem Tank springt auf wie eine Mini-Motorhaube, den entsprechend rot gekennzeichneten Sperrriegel entriegeln und schon offenbart sich ein genial eingerichtetes Staufach um den Tankdeckel drum herum. Gimmick perfekt! Nur bitte vorher die Zündung einschalten nicht vergessen! Nachdem der Sprit endlich seinen korrekten Weg findet, brausen wir los, böllert der gesellige Single durch die unters Heck formschön verfrachteten Edelstahltöpfe, teilt das italienisch gestimmte Aggregat bestens gelaunt wie im Flug die Kurvenwogen elastisch wie Jesus Brot und Fluten. Verflogen sind alle Mühen und Lasten halsstarriger Triebwerke, sogar als Leithengst geht der Pegaso bei den Instruktorenfahrten willig voran. |
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Doch prüfe, wer sich ewig bindet |
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Text: Welte |
Bericht vom 12.07.2006 | 56.286 Aufrufe