Yamaha MT-03 Test
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660 Kubik Einzylinder mit Naked Bike Optik? Kurvenräuber oder Marketing Gag? Bei der Präsentation wurde diese Frage eindeutig beantwortet. Yamaha hat ein Faible für neue Motorradkategorien, historische Beispiele dafür wären die V-Max oder der Dauerbrenner TDM. Damit will sich die Marke mit der Stimmgabel eindeutig von der Konkurrenz absetzen. Letztes Jahr überraschte uns Yamaha wieder mit einem heftigen Entwurf - der MT01. Ein Naked Bike mit ungewöhnlichem Design und dem 1600er Motor aus der Wild Star. Die MT01 sollte aber nur der Start für die MT-Serie werden.
Laut Yamaha soll die MT03 ebenso wie die MT01 die Individualisten unter den Motorradfahrern ansprechen. Die MT03 ist ein "Roadster Supermotard", damit ist die Verbindung des radikalen Roadster Designs und der Agilität und Wendigkeit einer Supermoto gemeint. Das Revier der MT03 sind enge Pass-Strassen, genauso wie das Verkehrschaos in der Stadt. All mass to the front: Fahrwerk: Motor: Der Motor stammt aus der 660er XT. Es wurden einige Modifikationen vorgenommen, um der MT03 noch mehr Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich zu geben. Die Einspritzung wurde geändert und die MT03 verfügt über ein grosses Luftfiltervolumen von 5,9 Liter. Die MT03 ist auch kürzer übersetzt, um ebenfalls mehr Biss von unten zu erzielen. Der Motor erreicht 33,4 kW (45,4 PS) bei 6.000 U/min und 56,2 Nm bei 5.250 U/min.
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Wenn Spaniens rote Rosen blühen darf sich der dicke Keiler um ein flottes Foto bemühen. Spanien ist göttlich, während es in Wien schneite und man der Winterdepression nahe war zeigte sich die Costa Brava von ihrer besten Seite. Sonnenschein und milde 12 Grad. Die MT03 ist kein Marketing Gag sondern ein vollwertiges Motorrad das unkonventionelle technische Lösungen bietet. |
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Costa Brava- unfassbare 120 Kurven auf 30 Kilometer und angenehme 12 Grad Aussentemperatur |
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Beim Abflug hatte es 5 Grad unter Null und eine
Stimmung wie am Zentralfriedhof. Der Einladung von Yamaha bin ich gerne
gefolgt, ich hätte auch einen Vertikutierer oder einen 125er Chopper
getestet, Hauptsache weg vom widerlichen Winter. Der Test der MT03 fand
an der Costa Brava statt, ca. 70 Kilometer von Barcelona entfernt in einem
Örtchen namens S´Agaró. Startknopf drücken und der kleine 660er Motor knattert angenehm vor sich hin, durch die Einspritzung entfällt lästiges bedienen des Chokes. Sobald man Gas gibt, entwickelt die kleine MT eine knackige aber nicht zu laute Geräuschkulisse - wer es lauter braucht, kann sich den Original Zubehör Auspuff von Akrapovic dazu ordern. Der Sportauspuff ist für Gegenden mit lärmempfindlichen Exekutivbeamten nicht empfehlenswert ... dafür bringt er allerdings ein bisschen mehr Durchzug in der Drehzahlmitte. Die Costa Brava ist eindeutig das richtige Revier für die wendige aber nicht übermotorisierte MT03. Die Küstenstrasse bietet viele enge Kurven und griffigen Asphalt. Ich war richtig geil drauf ein bisschen Gas zu geben. Die ersten paar Meter liess ich es noch ruhig angehen, ich wollte ja nicht gleich absteigen, doch die Zeit der Gewöhnung war sehr kurz. Die MT03 liefert grosses Vertrauen ins Fahrwerk. Die Kurven können über den Körper bzw. über die Hüfte angesteuert werden. Der breite Lenker bietet die Möglichkeit aktiv einzugreifen und bei Bedarf zu korrigieren. Je länger man fährt desto angenehmer wird das Fahren mit der MT03. Sogar das heikle Anbremsen in Schräglage ist mit der MT03 möglich. Die 298mm Doppelscheiben-Bremse, die auch in der FZ6 werkt, entwickelt hervorragende Verzögerung, und der Kraftaufwand am Bremshebel hält sich in Grenzen. Das Konzept des Torque Sports wurde auch hier umgesetzt. Am besten ist man im dritten Gang aufgehoben und fährt konstant ohne hektisches Herumschalten. Der 660er Einzylinder hängt gut am Gas und man fährt im mittleren Drehzahlbereich durch die Kurven. Ich hatte mir als Pace Maker den Herrn Zonko vom Reiwagen gewählt und wir fuhren flott, aber nicht im Unfallchirurgie-Modus durch die Wechselkurven der Küstenstrasse. Die 45PS mögen manchen sehr mickrig vorkommen, doch in Kombination mit dem agilen Fahrwerk und der kurvenreichen Strasse völlig ausreichend. Freunde langer Kurven und High Speed Fahrten auf Geraden sollten nicht zur MT03 greifen, in diesem Revier ist die kleine MT nicht zu Hause. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei ca 160 km/h, wobei auch hier noch nicht das Gefühl entsteht, dass der Motor zerfällt. Stadtmenschen und Kurzausflügler mit Hang zum Individualismus sollten beim Yamaha Händler vorsprechen. |
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Sehr schön zu sehen das Federbein auf der rechten Seite. Das Fahrwerk war mit meinen 100kg plus nicht überfordert. Es bietet genügend Steifigkeit und Präzision, um in engen Kehren ordentlich umzulegen und zu vollstrecken. In lang gezogenen Kurven wird die MT03 im Vergleich zu FZ6 und Co Zweiter bleiben. Hier fallen die 45 PS sehr wohl ins Gewicht. Die Abstimmung ist straff, aber die Bandscheiben und Plomben bleiben am Platz. |
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Damit der durchschnittlich intelligente Schmierfink nach Hause bzw. wieder zum Foto-Treffpunkt findet, gibt es ein Roadbook, das rechts am Tank befestigt ist. Um nicht in Versuchung zu kommen, bin ich auf der Küstenstrasse geblieben. Die Costa Brava ist ein empfehlenswertes Plätzchen für Motorradfahrer. Griffiger Asphalt, abwechslungsreiche Kurven und ein schöner Ausblick sind eine Reise wert. Wer fliegt, sollte sich auf einen Cliff Diver Sprung vorbereiten, es geht ca. 50m abwärts direkt ins Meer. |
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So hab ich das gern, aufrecht und ehrlich am Moped. Trotz der mageren 45 PS ist die MT03 im Winkelwerk ein feines Gerät. Der breite und relativ hohe Lenker ermöglicht aktives Fahren, Umlegen oder Drücken je nach Gusto. Der 160er Reifen hinten ist genau richtig dimensioniert und bietet hohen Grip. Die MT03 hat ein fesches Popscherl, und der Sitz bietet dem Hinterteil des Fahrers genug Komfort, um auch eine längere Tour zu packen. |
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Verfügbaren Farben: |
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Resümée: |
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Links: www.yamaha-motor.at |
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Andere Modelle aus der Yamaha MT-Reihe:
Bericht vom 15.12.2005 | 123.956 Aufrufe