Rallye Bulgarien

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Eine echte Rallye zum All-Inclusive Preis. Ein Erlebnisbericht von der Front.

Rallye Fieber

Eine Rallye zum All-Inclusive-Preis von 600 Euro in realistischer Nähe? Ja! Six Days Crazy Job in Bulgarien.

Rallyes haben für viele von uns etwas unbezwingbares und unrealistisches an sich. Grosse Werkstrucks, hohe Kosten und viele Entbehrungen auf dem Weg nach Dakar kennzeichnen die Bilder in den Köpfen heimischer Endurofahrer. Doch echte Rallyeaction muss nicht unantastbar bleiben. Mit der Veranstaltung Red Bull Romaniacs zum Beispiel, rückt das Thema Rallye schon relativ nahe an Österreich und Deutschland ran. Die nach eigenen Angaben härteste Rallye der Welt ist zwar nicht mehr ganz so weit entfernt wie Dakar und auch relativ günstig, doch dort schrecken Otto-Normal-Endurist dann doch die harten Bilder aus den Motorsport-Gazetten ab.

Eine andere Linie fährt man bei der "Six Days Crazy Job Rallye" in Bulgarien. Diese Rallye hat keinen imageträchtigen Sponsor und auch kein imageträchtiges Image. Es ist einfach eine schöne 6-tägige Rallye für engagierte Enduristen. Im Jahr 2008 fand die Rallye bereits das zweite Mal statt und 2009 soll es eine Fortsetzung des kleinen aber feinen Events geben. Bei keinem Event dieser Liga fehlen, darf natürlich Suzuki Österreich Vertriebsmann Peter Nesuta. Kein Werkspilot kommt im Jahr auf mehr Stunden am Motorrad als er, kein Event in akzeptabler Reichweite zu Österreich bleibt ihm vorenthalten. Bei der Rallye in Bulgarien war er letztes Jahr und heuer am Start, bei der Hardcore Variante in Rumänien ebenso.

In Bulgarien ausnahmsweise mal wieder als Partner und nicht als Gegner mit dabei war Erzberg-Organisator Karl Katoch. Doch praktischerweise konnte man bei der Rallye innerhalb des Teams harte Duelle ausfechten. Denn gefahren wurde auf eigene Faust und auch auf eine Zeitrechnung. Am Ende des Tages wurde die Teamzeit einfach aus der Summe der Einzelzeiten gebildet. So hatte jeder seine eigene Wertung fürs interne Duell und eine gemeinsame Wertung für den Kampf gegen die Gegner.

Das Schöne am Rallyefahren ist die weitläufige Streckengestaltung. Man fährt nicht wie bei heimischen Endurorennen einen Rundkurs im Gedränge mit einem gewaltigen Starterfeld, sondern eine Strecke von 150-200 km quer durchs Land.

Bei der Navigation muss man sich natürlich nicht auf die örtliche Beschilderung verlassen, sondern navigiert mit dem GPS. Das Navigieren ist beim Rallyefahren ein zentrales Element und wesentlicher Baustein auf dem Weg zum Podest. Die Fahrer bekommen täglich die Strecke des Tages als Track auf ihr GPS gespielt. Die beste Wahl laut GPS-Freak Peter Nesuta ist im Moment das CSX 60 von Garmin. Dieses Gerät bietet auch im dichten Wald noch erträglichen Empfang und hält die 6-Tages-Belastung auch durch.

Sowohl in Rumänien als auch in Bulgarien werden Mitteleuropäische Piloten von der weitläufigen Naturkulisse überwältigt. Der GPS Track führt die Piloten durch wunderbares Endurogelände. Undenkbar, so ein Event in Österreich zu veranstalten. Wichtig ist jedoch eifriges Training mit dem Navi vor dem Rennen. Dabei sollte man nicht nur im bekannten Gelände unterwegs sein, sondern auch unbekannte Strecken probieren. Zum Beispiel durch Tauschen von Tracks mit anderen Enduristen. Nur so bekommt man ein Gefühl fürs Navigieren und erspart sich dann bei der Rallye den einen oder anderen Umweg. Denn es kann schon vorkommen das eine schmale Kreuzung an der die Wege im spitzen Winkel zueinander führen, die vorgegebene Route nicht sofort ersichtlich ist. Erst mit Gespür und Erfahrung läuft die Navigation rund und Kräfte sparend.
Auch bei der bulgarischen Rallye gibt es einige knackige Passagen. Doch in einer für Hobbyenduristen schaffbaren Dichte. Peter Nesuta: "Jeder der einen ÖM Lauf oder eine 5h Endurorennen fahren kann, schafft auch die Rallyeetappen. Nur muss man eben 6 Tage hintereinander zäh genug sein, jeden Tag den geschundenen Hintern aufs Motorrad zu heben."
Daniela Pexa aus Niederösterreich gewann bei den Frauen. Servicearbeiten am Motorrad wurden natürlich selbst erledigt. Anders war das beim aufwendig betreuten Team Nesuta / Katoch. Ein eigener Teammanager sorgte für Wartung und Pflege von Mensch, Maschine und Hotelzimmer.
 
Die Rallye in Bulgarien ist eine "All-Inclusive-Rallye". Das Startgeld inkludiert die Nenngebühr fürs Rennen, das Hotel , den Sprit und das Essen und beträgt leistbare 600 Euro.

Die weiblichen Fans aus Bulgarien lassen die Anstrengungen an der Strecke in Vergessenheit geraten. So bleibt am Abend noch ein wenig Power fürs Nachtleben übrig.

Die Lady reiste mit dem Mikro von Etappe zu Etappe um die Stimmen der Piloten einzuholen. Scheinbar ohne Helm..

 

Ergebnisse Six Days Crazy Job Bulgaria


Expert Wertung Ziel:

1. Gergori Petrov Todorov Bulgarien 18:23:38
2. Danco Tihov Iordanov Bulgarien 19:20:22
3. Plamen Libenov Bulgarien 19:51:42
9. Stefan Schlaf Austria 22:57:03
10. Peter Freyler Austria 23:01:17
17. Albert Eder Austria 28:41:01
18. Richard Spreitzgrabner Austria 29:37:15
20. Christian Kalina Deutschland 35:20:52
00. Anton Dopler Austria Verletzt
 

Expert Wertung Klasse E2

1. Plamen Lubenov YOTSOV Bulgarien 19:51:42
2. Stefan Schlaf Austria 22:57:03
3. Michail Rumenov Mitov Bulgarien 24:18:42
 

Amateurwertung Ziel Gesamt:

1. Stojan Radoev Stojanov Bulgarien 16:57:53
2. Peter Nesuta Austria 17:15:18
3. Yordan Marinov Bulgarien 19:19:22
6. Karl Katoch Austria 20:33:01
8. jürgen Rothmanner Austria 24:30:32
10. Martin Ofenböck Austria 25:10:03
 

Amateurwertung Team Ziel

1. Karl Katoch / Peter Nesuta Austria 37:48:19
 
 

Frauen Ziel

1. Daniela Pexa Austria 12:51:32
2. Teodora Dancheva Devedezhiea Bulgarien 13:06:37
3.. Denka Michaylova Yordanova Bulgarien 14:56:15
 
Amateurwertung: Platz 2 für Österreich, Platz 2 für Peter Nesuta auf Suzuki DR-Z 400 Sieg in der Teamklasse: Das Duo Nesuta / Katoch. Werden sie den Erfolg in Rumänien wiederholen?
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Tipp:

Von bis findet rund um die rumänische Stadt Sibiu die mittlerweile 3. Auflage der Red Bull Romaniacs statt. Diesmal mit einem besonderen Service für die daheimgebliebenen Endurofans. Auf der Website http://www.redbullromaniacs.com/ wird man auf einer Landkarte ständig die aktuelle Position der einzelnen Piloten mitverfolgen können. An den Tankstopps werden die Piloten um Statements gebeten und diese werden ebenfalls in die Landkarte eingeblendet. Wo und Warum also! Anfeuern vor dem PC-Bildschirm wird so zur Pflichtaufgabe in den heimischen Büros.

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Bericht vom 02.09.2008 | 12.094 Aufrufe

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