BMW SBK 2010
BMW Superbike Pressekonferenz |
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Ausblick auf die SBK Saison 2010 in blau-weiss. |
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Corser, Tardozzi, Landerl, Bäumler, Hauser, Von Kuenheim, Xaus. (v.l.) |
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Anstatt sinnlos wie meine Kollegen - auf der Motorradmesse in Linz herum zu vegetieren bekam ich die ehrenvolle Aufgabe an der Präsentation des BMW Superbike Teams teilzunehmen. Standesgemäss reiste ich mit einem BMW nach München. Dort angekommen musste ich leider feststellen, dass ich der einzige war, der mit einem 116d gekommen ist. Auf dem Parkplatz der BMW Group Classic fiel man schon mit einem 730d unangenehm auf. Allerdings war ich auch der einzige mit Bremsenergierückgewinnung. Leider konnte ich damit weder am Parkplatz noch auf der deutschen Autobahn wirklich punkten und mit 4,4 Liter Verbrauch zog ich auch niemand die Wurst vom Teller! Ansonsten eine gelungene Veranstaltung - vielen Dank für die Weisswurst die ich sowieso nicht mag! |
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Leiter BMW Motorrad |
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Nach vierjähriger Entwicklungszeit wurde die BMW S 1000 RR Ende letzten Jahres
präsentiert. Von Kuenheim bezeichnet dies als Weihnachtsgeschenk und ist sehr
stolz auf die überwältigend gute Presse, die das neue Supersportgerät nach den
ersten Testfahrten bekommen hat. Das Ziel war von Anfang an ein Racing-Bike für
die Strasse zu kreieren. Seiner Meinung nach wurde diese Anforderung perfekt
umgesetzt, da sich die neue BMW bei ihrem ersten Antritt im Segment der
Supersportler derartig gut in Szene setzt, dass sie als neuer Massstab zu gelten
hat. Nun muss sie auch nach respektablen Ergebnissen im ersten Jahr in der
SBK-WM zeigen, dass sie ihre Serienperformance in Siege und Podestplätze
umwandeln kann. Er liess an der Forderung nach Erfolg keinen Zweifel aufkommen
und nahm diesbezüglich die Fahrer und das Team klar in die Pflicht. Um in
wirtschaftlich schweren Zeiten ein derartig finanzintensives Projekt (wobei von
keiner Seite etwas über das Budget zu erfahren war) rechtfertigen zu können,
müssen zählbare Ergebnisse auf den Tisch. Die Strategie hinter dem Einsatz im Bereich der Supersportler ist
Die Kunden zeigen sich von der S 1000 RR offensichtlich ebenfalls begeistert. Jedenfalls wurden ca. 2400 Stück bereits verkauft, noch bevor der erste Kunde die Möglichkeit hatte die BMW zu fahren. Stolz ist von Kuenheim weiters darauf, dass das Motorrad zu 100 % in München entwickelt wurde und in Berlin gebaut wird. |
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BMW Motorrad Chef von Kuenheim. Forderung nach Erfolg. |
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S1000RR: In München entwickelt, in Berlin gebaut. |
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BMW Motorrad Leiter Entwicklung & Baureihen
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Da der Strippenzieher des SBK-Projektes Österreicher ist, handelt es sich gewissermassen um ein nationales Engagement mit deutscher Beteiligung. | |
1000PS: Ist ein 600er Supersport Modell im Stile der S 1000 RR geplant? Landerl: Momentan gibt es keinerlei Überlegungen zu diesem Thema, weil wir uns keinesfalls verzetteln wollen und ausserdem keine Kapazitäten für ein derartiges Projekt frei sind. 1000PS: Wird die S 1000 RR in nationalen Meisterschaften eingesetzt? Landerl: Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir sehr viele Anfragen haben, aber diese leider nicht alle unterstützen können. Allerdings gibt es fast überall Fahrer, die von BMW-Händlern unterstützt werden. 1000PS: Wie steht BMW momentan zu einer Teilnahme an der MotoGP? Landerl: Wir sehen die Nähe des Superbikes zum Serienbike als grossen Nutzen an, haben uns daher zur SBK-WM bekannt und werden unseren Einsatz die nächsten Jahre dort fortführen. Kurz gesagt von unserer Seite bestehen keine Überlegungen in Richtung GP-Einsatz. 1000PS: Diversen Medien kann man entnehmen, dass Chassis-Hersteller, um für das neue 1000ccm MotoGP Reglement gerüstet zu sein, BMW Motoren verwenden wollen. Werden sie das unterstützen? Landerl: Jedenfalls können wir es nicht verhindern. Sollte also jemand unsere Motoren verwenden wollen, was uns freuen würde, dann hätten wir schlechtesten Falls einige Motorräder verkauft. 1000PS: Ist die Teilnahme an Motorsportveranstaltungen grundsätzlich für die Entwicklung von Serienmotorrädern wichtig? Landerl: Man kann Vieles im Unternehmen mit eigenem Personal testen und erforschen, aber letztendlich ist für das Feintuning die Teilnahme am Sport unverzichtbar. Diese Koexistenz von Entwicklung und Marketing rechtfertigt auch die hohen Ausgaben, die dabei anfallen. Am Ende des Tages entscheidet der erreichte Marktanteil, ob wir richtig investiert haben oder nicht. |
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Nein zu MotoGP - Bekenntnis zur 'seriennahen' |
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Landerl mit Corser. Teilnahme am Sport für Serienentwicklung unverzichtbar, was die Kosten rechtfertigt. |
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BMW Motorrad Motorsport Direktor |
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1000PS: Wie lange wollen sie im Strassenrennsport aktiv sein? Hauser: Wir werden solange aktiv sein, solange das Motorrad verkauft wird. |
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1000PS: Die S 1000 RR sieht insgesamt der japanischen Konkurrenz sehr ähnlich? Hauser: Das stimmt natürlich zum Teil, aber sie ist an den Details eindeutig als BMW zu erkennen. Wir wollten und mussten das Rad auch nicht neu erfinden, schon alleine um eine Bauchlandung zu vermeiden. 1000PS: Was ist an der 2010er Rennmaschine geändert worden? Hauser: Unser wesentlichstes Ziel war es, den sehr starken aber leider auch sehr aggressiven Motor fahrbarer zu machen. Dafür mussten wir den Ladungswechsel durch geänderte Kanalführungen im Zylinderkopf beeinflussen. Am meisten Arbeit wurde in die Abstimmung des Drive-by-Wire Systems gesteckt. Hierfür mussten unzählige neue Mappings sowohl am Prüfstand als auch auf der Strecke probiert werden, um sämtliche Parameter wie z.B. Ansprechverhalten, Wheely- und Traktionskontrolle besser aufeinander abzustimmen. Leider spielt die schiere Power auf vielen Strecken nur eine untergeordnete Rolle. In Valencia wird pro Runde nur ca. 8 % Vollgas gefahren. Am Chassis arbeiten wir momentan vorwiegend an neuen Schwingen mit unterschiedlichen Steifigkeiten, die in Verbindung mit einer geänderten Umlenkungskinematik das Chattering-Problem lösen sollen. 1000PS: Was sagen sie zur Reglement Problematik, dass 2-Zylinder Motorräder um 6 kg schwerer sein müssen und ausserdem durch Airrestriktoren gedrosselt werden? Hauser: Wir haben sehr hart gearbeitet, um das Gewicht unseres Bikes von 165 kg auf 162 kg zu drücken. Somit haben wir jetzt tatsächlich einen kleinen Gewichtsvorteil. Die Begrenzung des Ansaugquerschnitts ist absolut OK. Die 2-Zylinder haben dafür 200ccm mehr, das gleicht sich aus. Insgesamt ist die WM sehr ausgeglichen, daher sehen wir keinerlei Veranlassung an den Reglern zu drehen. 1000PS: Ziele für 2010? Hauser: Die Lücke zur Spitze muss geschlossen werden. |
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Motorsport Direktor Hauser. Superbike 2010 fahrbarer gemacht. |
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Keine Probleme mit dem Reglement. Gewichtsvorteil wird durch die Kubik ausgeglichen. |
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Technischer Leiter |
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1000PS: Haben beide Fahrer das gleiche Material zur Verfügung? Bäumler: Ja, absolut! 1000PS: Bestehen demzufolge nur Unterschiede in der Abstimmung? Bäumler: Selbstverständlich. Troy fährt sehr weich und geschmeidig, Ruben dagegen schmeisst das Bike richtig in die Ecken. Darauf wird natürlich eingegangen und die Federn, die Dämpfer und die Geometrie angepasst. (Anm. der
Red. Ruben Xaus fährt ausserdem ohne Fussbremshebel. Er bedient die hintere Bremse
mit dem Daumen.) |
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Team Manager |
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Die Aufgabe des neuen von Ducati geholten Team Managers besteht darin, mit
seiner jahrzehntelangen Erfahrung Entscheidungen zu beschleunigen und Fehler zu
vermeiden. Seinen Angaben zu Folge fühlt er sich bereits sehr wohl in der
BMW-Familie. Nur Verschwörungstheoretiker werden denken, dass seine Hauptaufgabe
darin bestehen könnte, mit dem Chef der SBK-Vermarkterfirma Infront - Paolo
Flammini - günstige Deals auszuhandeln. Schaden wird die gute Bekanntschaft
jedenfalls nicht. Seine Hauptaufgabe beschreibt Tardozzi mit einem Wort: Motivation! Mit dem eigenen 100 % Einsatz für das Team möchte er sowohl die Fahrer als auch jeden einzelnen Mitarbeiter anspornen alles aus sich heraus zu holen. |
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Tardozzi mit Infront Chef Flammini. |
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Das BMW Superbike en detail. Deshalb sollte man immer einen Werkzeugkoffer dabei haben. |
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Fahrer |
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Er gewann mit Davide Tardozzi seine erste WM und hofft auch seine letzte mit ihm
zu gewinnen. Zu schaffen macht ihm, dass er zu wenig Zeit auf dem 2010er Bike verbracht hat, weil BMW durch schlechtes Wetter einige Rennstreckentage verloren hat. Insgesamt jedoch betont er, dass sich sein Gefühl für die S 1000 RR wesentlich verbessert hat. Daraus sollten bereits bei seinem Heimrennen in Phillip Island Podestplätze resultieren. 1000PS: Was unterscheidet BMW von den anderen Herstellern für die Sie gefahren sind? Corser: Ihre Entschlossenheit mit der sie nach oben wollen. 1000PS: Sie werden heuer 39 Jahre alt und sind immer noch sehr schnell soll das allen die zwar alt aber nicht schnell sind Hoffnung geben? Corser: Jedenfalls macht es mich glücklich, dass ich 18 Jahre nach meinem Superbike-Debüt noch immer konkurrenzfähig bin und es mit den anderen Fahrern aufnehmen kann. 1000PS: Gut dann ist für die 1000PS Redaktion noch nicht alles verloren! |
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Corser: Zu wenig Zeit am '10er Bike. |
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Fahrer |
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Ruben erhofft sich einen grossen Schritt nach vorne und
verkündet körperlich zu 200 % fit zu sein. Als übergeordnetes Ziel gibt er an
Weltmeister werden zu wollen und ist deshalb froh in einem Werksteam zu sein. |
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Rechts: BMW 760i für Landerl und Co. Links: BMW Einser für Grammer. Das hat er sich verdient. |
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Interessante Links: |
Text: Grammer |
Bericht vom 11.02.2010 | 5.438 Aufrufe