Romaniacs Tag 3
Red Bull - Romaniacs Day 3 |
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Der dritte off-road Tag entpuppte sich als Strategiespiel mit
gefinkelter Taktik. Die Hauptfiguren in diesem Spiel Graham Jarvis,
Gerhard Forster und Chris Birch mussten allerdings akzeptieren, dass
Glück und der richtige Augenblick mitentscheiden würden. Nach drei Tagen
und 500 Kilometer über fiese Uphills, rutschige Downhills, Singletrails
und Vollgaspassagen wird es der Brite Graham Jarvis sein, der als
Etappensieger und Gesamtführender in die morgige letzte Etappe startet;
gefolgt von Gerhard Forster und Chris Birch. Der vorausgesagte Tag
der Entscheidung sollte sich bewahrheiten: die Angreifer des Tages,
Gerhard Forster (GER, BMW), Chris Birch (NZL, KTM), Graham Jarvis (UK,
Sherco) und Frans Verhoeven (NED, KTM), behielten sich gegenseitig im
Auge, doch keiner wagte eine Attacke. Nach den gestrigen Aussagen wollte
Forster sich von seinen Schatten lösen, Birch seinen 16-minütigen
Rückstand aufholen und Verhoeven endlich sein Tankschlauproblem vom
ersten Tag ad acta legen. |
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Die Bedingungen auf der Strecke verschlechterten sich mit jedem Meter. Bei mieser Sicht, kalter Luft und leichtem Regen hätten dem Angreifer wohl knapp zehn Meter und eine fehlerfreie Navigation genügt, um den Verfolgern zu entkommen; doch war es auch genau diese Situation, die den Satellitenempfang einschränkte und die Fahrer dazu zwang, sich so gut als möglich gemeinsam durch das Dickicht zu kämpfen. Schwierigkeiten blieben dennoch nicht aus, dazu kamen eisige Kälte und schlammiger Untergrund. Als ob die Verhältnisse entlang der 140km langen Tagesetappe nicht
schon hart genug gewesen wären, hatte der Deutsche Gerhard Forster
mit einer zusätzlichen Herausforderung zu kämpfen: am Servicepunkt kam
er mit einem zerstörten Getriebe und im ersten Gang an, auf Verhoeven,
Birch und Jarvis hatte er bis dahin schon einige Minuten verloren. Der
BMW Fahrer schaffte es dennoch als Zweiter am CP 4 anzukommen und sich
nach wie vor für den obersten Platz am Podium zu empfehlen. |
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Kiwi Chris Birch gelang es nicht, sich Forsters Pech zunutze zu machen und Zeit im Gesamtklassement aufzuholen; auch aus Rücksicht auf die Probleme der GPS Maschine der vergangenen Tage. Da Jarvis im Verlauf des Tages Boden gut machen konnte, liegt der Brite nun 09:32 beziehungsweise 23:02 Minuten vor Forster und Birch. Der 27-jährige Neuseeländer wird sich wohl damit zufrieden geben müssen, seinen dritten Platz aus dem Vorjahr einzustellen. Allgemein waren auf der Dienstagsetappe Landschaft und Navigation die wohl markantesten Charakteristika. Wer es bis zu diesem Tag geschafft hatte, der hat gute Chancen es auch bis ins Ziel zu schaffen. Obwohl richtig Kräfte zehrende Passagen für die Teilnehmer aller Klassen eher rar gesät waren sieht man vom gemeinen Profi-Uphill nach der Mittagspause und von ein paar technischen Abschnitten bei den Hobbyfahrern ab gestaltete sich die Bewältigung aufgrund der nassen Bedingungen schwieriger als geplant. Almost a walk in the park könnte man Tag 3 im Verhältnis zu den
ersten beiden nennen. Dank der wesentlich kürzeren Rennstrecke muss man
eigentlich nur sich und sein Bike ins Ziel bringen; aber davor kommt
doch noch ein Anstieg zum K2, Wild Bear Mountain und noch einer, der
einem die Zielankunft doch noch vermiesen könnte ... |
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Bericht vom 17.09.2008 | 3.928 Aufrufe