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Das Wochenende in Misano Adriatico brachte Rennen, die noch länger für Gesprächstoff sorgen werden. 1000ps.at hat auch die Neuigkeiten hinter den Kulissen.

News Misano

Alles neu in Misano?

Die neu adaptierte Strecke von Misano erlebte mit dem Superbike-WM-Meeting seine Feuertaufe. Die Piste wurde um 100 Meter verlängert. Die neuen Tribünen vor Start und Ziel am Ende der Gegengeraden bieten den Fans gute Einblicke. Die Anlage wirkt aber dennoch weiterhin eher überschaubar und es bleibt offen, wie auf dem Areal im Herbst 70.000 Fans Platz finden sollen. Das Pressebüro erfüllt nun die Voraussetzungen für bequemes Arbeiten. Die Parkplatzsituation wirkt dennoch etwas beengt, weil rund um das Gelände verbaute Flächen dominieren. Bei der An- und Abreise herrscht weiterhin heilloses Chaos. Die neue Autobahnauffahrt war wohl Wunschdenken. Obwohl die Autobahn lediglich 400 Meter neben der Rennstrecke vorbeiführt, müssen sich die Zuschauer und alle Beteiligten durch den Wochenendverkehr der Strandmetropolen Rimini, Cattolica und Riccione quälen.

 
Bayliss & Co am Laufsteg

Am Donnerstag stand nach dem Besuch der Militär-Fliegerbasis in Cervia für einige Stars der Superbike-WM noch ein Besuch beim Beachvolleyball-Turnier am Strand von Frankie Chili auf dem Programm. Vor allem James Toseland gab sich bei der zwanglosen Veranstaltung trotz der Niederlage im Match gegen die Journalisten, die dafür mit ausgefallenen HANNspree-TV-Geräten belohnt wurden, sehr locker.

Später tauchte auch noch Weltmeister Troy Bayliss am Beach Romina 8 auf und nahm an der Paar-Laufstegwahl zusammen mit einheimischen Schönheiten teil. Bayliss trat dabei mit seinem Sohn Ollie (4) auf. Ebenfalls vor Ort war der Kevin Chang, HANNspree-Manager des gesamten Europa-Geschäftes der Asiaten.

Toseland im Interview mit Superbike-Kommentator Giovanni di Pollo im Sofa am Beach Romino 8 von Frankie Chilli

Schwantz will etwas bewegen

Der Auftritt von Kevin Schwantz in der Alstare-Hospitality brachte in Misano die Spekulationen über einen möglichen Wechsel des Alstare-Teams in die MotoGP-WM erneut in Gang. Über seine zukünftige Tätigkeit gab sich der Texaner unwissend. "Ich weiss kaum mehr, als all die Journalisten", erklärte der 500ccm-Weltmeister von 1993, der bei den Fans immer noch unerhört populär ist. "Ich könnte mir auch einen Job als Koordinator aller Suzuki-Racing-Aktivitäten vorstellen. Ich denke es braucht dazu keinen Raketenforscher. Wenn man aus dem Metier kommt weiss man bald, was man tun kann." Schwantz bestritt die Gerüchte, er wolle im Falle eines Scheiterns des Deals mit Suzuki für die MotoGP-WM zumindest seinen Freund Ben Spies aus der AMA-Serie in der Superbike-WM transferieren. "Das ist nicht richtig. Ich könnte mir vorstellen, dass er ein Superbike von Alstare und eine MotoGP-Maschine testet, damit wir erkennen können, wo er steht. Wenn ich für ein Team verantwortlich wäre, dann würde ich es gerne sehen, wenn er die Chance auf einen Test erhält.

Weltmeister Troy Bayliss spendierte für eine Ebay Auktion seine Lederkombi! Mit dem Erlös wird ein Schulprojekt in Argentinien unterstützt.

 
Neuigkeiten im Alto-Evolution-Krimi

Wie zuletzt berichtet, wurden die entführten Teamtrucks des Alto-Evolution-Honda-Teams vor zehn Tagen in Triest von der Polizei aufgefunden. Auch der entführte Kleinbus mit den Teilen wurde sichergestellt. Hintergrund: Sergio Bertocchi hatte den Kleinbus wenige Tage nach dem entführten LKW ebenfalls in seine Gewalt gebracht, als die Crew damit in Italien unterwegs war. Bertocchis Fehler: Er fuhr mit dem Kleinbus zum Versteck des Sattelschleppers und brachte somit die zivile Polizeieinheiten auf die Spur des entführten LKW. Nun wird von den Anwälten geprüft, wer im Recht ist, welche Team-Utensilien tatsächlich noch Sergio Bertocchi gehören und was Bestand des neuen Teams ist. Zwar ist aus dem Umfeld von Fahrer Karl Muggeridge zu hören, dass die neue Teamleitung alles an Bertocchi bezahlt hat, die Realität dürfte auf Grund der jüngst von Bertocchi gesetzten Handlungen aber wohl anders aussehen. Alto-Evolution will in Brünn wieder fahren, ob die Prüfungen bis dahin Klarheit gebracht haben, bleibt zu bezweifeln.

James Toseland und Karl Muggeridge beim Beachvolleyball Turnier. Ob Muggeridge und sein Alto-Evolution- Team in Brünn fahren in fraglich.


Die Wahrheit über Biaggi

Vielerorts wird Alstare-Suzuki-Star Max Biaggi ein arrogantes und überhebliches Verhalten nachgesagt. Alstare-Pressemann Kel Edgle verriet gegenüber 1000ps.at in Misano einiges über das wahre Gesicht des vierfachen 250er-Weltmeisters. "Ich arbeite jetzt rund ein halbes Jahr mit Max zusammen und habe ihn schon sehr gut kennen gelernt", erklärte der Brite. "Aus meiner Sicht hatte Max immer Probleme, wem er sich anvertraut. Mitunter waren es in den letzten Jahren auch die falschen Leute. Bei uns merkt Max, dass ihn niemand etwas böses will und dementsprechend verhält er sich auch." Biaggi erzählt den Journalisten immer wieder gerne von seinen Eindrücken und wiederholt stets, dass er bereits vor fünf Jahren den Wechsel vornehmen hätte sollen. Im pompösen Alstare-Zelt gibt es für Biaggi seit Valencia eine Art jour fixe mit den wichtigsten Journalisten. Vor einem Monat wurde die Pressevertreterin Veronica Triolo beurlaubt, weil  diese meinte, sie müsse sich schützend vor Biaggi stellen und zahlreiche Medienanfragen abschmettern. Auch das Biaggi Management um Enrico Zanarini, der auch F1-Pilot Giancarlo Fisichella betreut, musste einiges lernen, da die Agentur in der Superbike-WM anfangs kaum über Kontakte wichtige verfügte.   

 

Mähr traute seinen Augen nicht

Als Rene Mährt mit Vater Kurt und Betreuer Markus am Donnerstag in Misano anreiste, traute das Trio seinen Augen nicht. "Auf der Start-Ziel-Geraden fuhren noch die Asphaltwalzen auf und ab", erzählte Kurt Mähr. Der Grund: Nach dem ersten Funktionstest der Superbike-Stars im Mai befanden einige Piloten die Gerade trotz des neuen Belages für gefährlich wellig. Die Veranstalter und Betreiber reagierten und liessen auf den betroffenen Abschnitten eine neue Asphaltschicht aufbringen. Im ersten freien Training am Freitag klebte der Asphalt auf den Rädern, was besonders kritisch war, weil den Superstock-Piloten ohnehin nur vier Reifensätze zur Verfügung stehen. Im Hause Mähr läuft es im ersten Jahr im FIM Superstock 1000 Cup gut. "Wir wollen das Jahr unter den ersten Acht oder Zehn abschliessen", hofft Mähr Senior. Im Rennen presste sich Mähr eingangs der letzten Runde noch am starken Schweizer Daniel Sutter vorbei auf Rang neun und kam sogar noch dem Xerox-Ducati-Junior Brendan Roberts bedrohlich nahe.
 

Interesse von Grizzly-Gas

Auch potente Sponsoren sind bereits auf den jungen Vorarlberger aufmerksam geworden. "Die Firma Grizzly-Gas von Alfred Ganglberger würde uns 2008 unterstützen, egal, ob in der Superbike-, Supersprt-WM oder bei einem weiteren Jahr im Superstock 1000 FIM Cup." Details zum Abkommen für 2008 sollen im Rahmen des Motorrad-WM-Laufs im tschechischen Brünn besprochen werden. Ganglberger hat ehrgeizige Pläne und will mit seinem Gas-Produkt auf dem Deutschen Markt Fuss fassen. Auch im Rennsport ist Ganglberger kein Unbekannter mehr. Grizzly-Gas hat zuletzt den Wiedereinstieg von Stefan Bradl in den GP-Sport ermöglicht, dazu unterstützt das Unternehmen auch den mehrfachen österreichischen Motocross-Staatsmeister Markus Mauser. Kurios: Ganglbergers Vater unterstützte bereits Kur Mähr in seiner Motocross-Karriere.  

 

Thema verfehlt

Übrigens: In Misano gesehen wurde auch KR Hans Schmid, der auf Einladung des Sponsors von Suzuki-Cup-Pilot Roland Resch erstmals ein Motorrad-Rennen vor Ort bewunderte und sich begeistert zeigte. Resch belegte am Sonntag im Suzuki-GSX-R-Cuprennen den siebten Platz. Das Alterslimit im Suzuki-Euro-Cup liegt bei 24 Jahren, was den italienischen Altmeister und Alstare-Angestellten Fabrizio Pirovano nicht daran hinderte, sich erneut in das Feld der Youngsters zu mischen. Die 25 Punkte für den Sieg kann sich der ehemalige Alstare-Pilot nicht gutschreiben lassen. Mehr noch: Pirovano hat das Alterlimit um 24 Jahre überschritten. Ein klarer Fall von "Thema verfehlt!"

 

West ist hin und her gerissen

Anthony West macht im Moment durch gut Leistungen von sich reden. Der Australier, der bereit 2005 für Red-Bull-KTM beim ersten Rennen in Donington einen zweiten Rang herausfahren konnte. Jetzt hat der blonde Hüne einen Vertrag im Kawasaki-MotoGP-Team als Ersatzmann für den verletzten Olivier Jacque unterzeichnet. West hat aber auch bei Yamaha World Supersport eine Zusage für die restliche Saison abgegeben, wo er seit Monza den unglücklichen Kevin Curtain ersetzt. "Wir erwarten von Anthony in dieser Woche eine definitive Erklärung, wo er für den Rest der Saison weiterfahren möchte", verriet Yamaha World Supersport Teamchef Terrell Thien in Misano. Wests Platz im Team von Matteoni  Aprilia wird ein junger Brite einnehmen. Es gab zuletzt Gerüchte, wonach auch Manuel Poggiali die RS 250 von West übernehmen könnte. Poggiali hat nach seinem Tief in den vergangenen zwei Jahren angeblich wieder Lust am Motorradfahren gefunden, ist aber noch an den KTM-Vertrag gebunden. 

 

Bayliss-Charity

Für eine Auktion bei Ebay spendierte Weltmeister Troy Bayliss eine weisse Lederkombi. Mit dem Versteigerungserlös soll ein religiöses Schul-Projekt in Argentinien unterstützt werden. Das Teil dürfte heiss begehrt sein, denn auf dem Anzug finden sich auch die Unterschriften einiger namhafter Superbike-Kollegen wie Norick Abe, Frankie Chili, Nori Haga, James Toseland, Max Neukirchner, Robby Rolfo, Andrew Pitt oder Troy Corser. Informationen gibt es unter www.avsi.org

Breil und Ducati bis 2009

Der Markenuhren-Hersteller Breil aus dem Hause Binda hat seine Partnerschaft mit dem Xerox-Ducati-Werksteam für zwei weitere Jahre bis 2009 verlängert. Breil ist auch Partner der Ducati-MotoGP-Truppe und neben anspruchsvollen Uhren auch für edle und kostbare Juwelen bekannt. Die Mailänder Manufaktur stellte in den vergangenen Jahren stets exklusive Uhren für die Superpole-Gewinner zur Verfügung. In diesem Jahr sind es wegen des neuen Serien-Geldgebers die ausgefallen HANNspree-Fernseher, über die sich die Polesitter freuen dürfen. Interessant: Troy Corser erhielt seinen Kultfernseher nach den Rennen aus den Händen von HANNspree-Manager Kevin Chang.

 

Roland Resch: Platz3 im GSX-R Cup

Resch holt sich in Misano im Rennen Gesamtplatz 7. In der GSX-R Cupwertung holt er sich Platz 3 (Wildcard Regelung)! Resch kann alle bisherigen Cup Sieger hinter sich lassen und wird mit Cupplatz 3 bester deutschsprachiger Pilot!

 

Der österreichische Supermoto S2 Staatsmeister Roland Resch vom Soletti Reitwagen Racing Team startet heuer in seiner ersten Saison im Strassenrennsport (bisher Supermoto Racing) auf einer Suzuki GSX-R 750 im GSX-R Euro Cup.

Das Qualifying am Samstag verlief nicht nach der Vorstellung des jungen Österreichers. Mit Traktionsproblemen erreicht er Startplatz 13. Pole Position holte sich der italienische Lokalmatador Fabrizio Pirovano (Superbike WM Sieger und GP Pilot).
Im Rennen am Sonntag konnte Roland Resch mit einem guten Start gleich von Beginn an attackieren und Plätze gut machen. Bereits ab der dritten Runde lieferte er sich ein packendes Duell mit dem stark fahrenden deutschen IDM Superbike Profi und GSX-R Auftakt Sieger Dominic Lammert. In Runde fünf konnte Resch an Lammert vorbei gehen. Um den 7.Platz kämpfend konnten Resch und Lammert die Lücke auf Platz 6 schliessen und in der letzten Runde auf Camier (UK) und Bastianelli (Ital.) aufschliessen. In der letzten Kurve setzte Lammert zum Angriff auf Resch an, konnte sich an ihm vorbei bremsen. Resch war jedoch auf der besseren Linie, konnte früher ans Gas gehen und ging auf Platz 7 liegend durchs Ziel.
 

Die Plätze 1 bis 4 belegten Wildcard Piloten. Somit erreichte Roland Resch den 3.Platz in der Cup Wertung und konnte erstmals als bester deutschsprachiger Cuppilot alle bisherigen Sieger (Valencia: Lammert, Assen: Ortega, Silverstone: Jonchiere) hinter sich lassen.

 

Resch über das Rennen: Es war ein hartes Duell mit Lammert. Gemeinsam konnten wir die Lücke auf den 6.Platz schliessen. Zum Attackieren war es leider zu kurz. Zwei Runden mehr, dann hätten wir noch angreifen können. Dass mich Lammert in der letzten Kurve noch attackierte, zeigt, was für ein Profi der Deutsche ist. Dass ich den Sieger von Valencia (1.Cupluaf, Anmerk.) erstmals hinter mir lassen konnte, macht mich zuversichtlich für die beiden letzten Rennen, obwohl Lammert am Lausitzring mit Sicherheit eine Macht sein wird.
Sieger in der Cupwertung wird der Brite Camier. Den Tagessieg holt sich der Ex WM Profi Fabrizio Pirovano aus Italien. Die nächste Runde im GSX-R European Cup findet am 9. September am Lausitzring (Deutschland) statt.
 

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Text: Johannes Orasche
 Soletti Reitwagen Racing

Fotos: Peter Preissler, Tamara Dobernig

 

       

Autor
karolettaLambretta

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Bericht vom 21.06.2007 | 5.664 Aufrufe

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