SBK Phillip Island
![]() James Toseland auf Honda CBR 1000 RR - Topfavorit 2007? | |
Troy Bayliss und James Toseland sicherten sich beim zweiten WM-Meeting der Superbike-WM auf Phillip Island die Laufsiege. Max Biaggi büsste vor der Rekordkulisse mehr als 63 000 Fans mit den Rängen 3 und 4 viel Boden auf den starken Toseland ein. Weltmeister Troy Bayliss ist mit seinen 45 Zählern von Phillip Island bereits auf Rang 3 der WM-Wertung vorgerückt. | |
Genugtuung für Bayliss. | |
Es war sehr schön, ausgerechnet hier wieder ganz an die Spitze zu kommen, freute sich Bayliss. Wir waren etwas überrascht, als es in den Qualifyings und Freien Trainings Probleme mit der Reifenwahl gab, haben aber bald gesehen, dass alle im gleichen Boot sitzen. Nach rund 13 Runden wurde es sehr mühsam. Unser Teamchef Davide Tardozzi meinte, ich sollte so zurückhaltend wie möglich fahren. Ich musste dann jedoch Gas geben, um vorne dabei zu sein und dann zu sehen, was am Ende passieren würde." | |
Bayliss blickt auf die Videowall | |
Xerox-Ducati-Star Troy Bayliss hatte seine Konkurrenten auf der langen Start-Ziel-Geraden stets im Auge. Vor allem zweiten Rennen habe ich auf der grossen Videowand ständig Haga und Biaggi hinter mir gesehen und vorne hat Toseland seine Reifen geschont. Ich wollte einerseits nicht aufgehalten werden und bin deshalb an die Spitze geprescht, auch wenn ich damit riskiert habe, dass ich meine Reifen früher kaputt fahre. Als Toseland vor mir schneller wurde, konnten wir rasch eine Lücke zu Biaggi aufmachen. Ich habe in der letzten Runde meine schnellste Rennrunde gefahren, konnte Toseland nicht mehr überholen. Ich muss James gratulieren. | |
![]() | ![]() |
Biaggi holt auf der Suzuki Platz 3 und 4 | Troy Bayliss meldet sich mit der Duc zurück |
Biaggi mit leiser Kritik | |
Alstare-Corona-Star Max Biaggi gab sich nach Startplatz 5 mit den Rängen 3 und 4 zufrieden mit seinem ersten Superbike-Wochenende auf Phillip Island. Ich bin nicht unzufrieden, aber ich wäre gerne beide Male auf das Podest gefahren. Die beiden Rennen haben sehr viel Spass gemacht, analysierte der WM-Zweite. Von Freitag an fand ich nie ein gutes Gefühl für das Vorderrad. Das war auch der Grund, warum hier nicht beide Male unter die ersten Drei fahren konnte. Die Reifenwahl ist auf Phillip Island immer sehr kritisch. Speziell im zweiten Rennen war der Asphalt wohl sehr aggressiv und die Reifen daher noch schneller verschlissen auf jeden Fall schneller, als im ersten Lauf. Unser Motorrad war nahe am Optimum. Wir werden uns nun bis zum nächsten Rennen in Donington auf die Details konzentrieren. | |
Kagayama als erstes Opfer | |
Biaggis Teamkollege Yukio Kagayama musste nach einem heftigen Abflug im Freitag-Qualifying wegen einer Schulterluxation und einer Rippenprellung auf die Rennen verzichten. Die Röntgenuntersuchungen in Melbourne ergaben jedoch keine Brüche. Der Alstare-Corona-Suzuki-Pilot hofft daher auf ein Comeback bei den offiziellen Tests in Valencia am 18. und 19. März. Ich bin bei meinem Highsider in Kurve 2 wurde ich durch die Luft geschleudert und bin dann heftig am Tank aufgeschlagen, erinnert sich Kagayama. Ich dachte, dass ich mir die Schulter oder die Rippen gebrochen hatte. Zum Glück sind es nun doch keine Brüche. Meine Schulter ist aber sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Ich wird nun eine Stütze tragen. Die Ärzte haben mir für später zu einer Operation geraten, aber das will ich nicht während der Saison erledigen. | |
Starker Neukirchner sorgt für Kuriosität | |
WM Leader James Toseland: "Im zweiten Rennen habe ich meine Reifen etwas mehr geschont und habe es zudem geschafft, Bayliss hinter mir zu halten. Es war schön, gegen Bayliss zu kämpfen und sein Lob hat mich sehr gefreut. Es ist ein grossartiges Gefühl, nach Donington als WM-Leader zu reisen. Ich fühle, dass ich besser und besser werde und kann die Heimrennen kaum erwarten." Max Neukirchner (8./9.): "Ich bin total zufrieden. Wir haben sehr gut an der Abstimmung gearbeitet. Die Rennen waren dennoch harte Arbeit. In der Superpole ist mir keine wirklich perfekte Runde gelungen. Wir haben aber in beiden Rennen bewiesen, dass wir als Privatteam mit den Werksmotorrädern mithalten können." Der Sachse sorgte zusammen mit Michel Fabrizio in Durchgang 2 für eine Kuriosität. Trotz offiziell gleicher Zeit wurde Fabrizio von der Rennleitung auf Platz 8 vor Neukirchner gewertet. Ein Protest des Suzuki-Teams von Neukirchner ist noch im laufen. Hier weitere Infos über das Rennen von Max Neukirchner. | |
Sensationeller Foret - Zaiser knapp an den Punkten vorbei | |
Chris Zaiser preschte mit der MV Agusta F4 1000S aus dem Team LBR von Helmut Lasselsberger zweimal zu Rang 16. Dem Wahl-Oberösterreicher fehlten in Durchgang 2 lediglich vier Sekunden auf die ersten WM-Zähler mit der neuen MV. Sein Teamkollege Yves Polzer war von diesem Erfolgserlebnis in der Klasse Supersport mit der Ducati 749 etwas weiter entfernt, genauer gesagt waren es 30 Sekunden, die dem Burgenländer fehlten. Der Deutsche Jesco Günther (Honda) kam bei seinem ersten Auftritt in Australien auf Platz 25. Den Supersport-Sieg holte sich sensationell der Franzose Fabien Foret mit der ZX6 RR des Entwicklungsteams von Gilmotor Kawasaki. Für Kawasaki war es der erste Laufsieg seit Misano 2003, bereits damals sass Foret im Sattel der 600er-Kawasaki. |
Bericht vom 05.03.2007 | 3.108 Aufrufe