Bilder: Brixton Felsberg 250 Test 2021
Die Brixton Felsberg 250 im Test.
Im Designstudio von KSR nahe Krems arbeiten echte Könner. Optisch braucht sich die kleine Felsberg 250 wirklich nicht verstecken.
Lässt man den Blick über den hippen Scrambler schweifen, ergibt sich ein gefälliges Bild. Angefangen beim LED Rücklicht, den dezenten aber sehr hellen Blinkern (ebenfalls LED-Technik)
dem coolen Frontscheinwerfer mit integriertem Tagfahrlicht, das auch auf LED setzt, meint man hier ein deutlich teureres Motorrad vor sich zu sehen.
Die Sitzbank aus braunem Lederimitat ist zwar eher schön als besonders bequem,
passt aber wunderbar zur matt-schwarzen Lackierung Backstage Black des Tanks.
Kleine Details, wie die lackierte Holzplatte mit dem angedeuteten Kompass unter dem Tankverschluss, der ein Hingucker für sich ist (auch wenn die Haptik nicht das hält, was die Optik verspricht),
die angedeuteten Ausgleichsbehälter an den Stereofederbeinen, zaubern dem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht.
Ein 18 Zoll Rad vorne und 17 Zoll Rad hinten mit Geländetauglichkeit suggerierender Stollenbereifung in den Dimensionen 100/90/18 bzw. 120/80/17
und ein seitlich geführter Auspuff dessen Krümmer mit hitzebeständigem Klebeband umwickelt sind, runden die Scrambler-Erscheinung ab.
Man fühlt sich beim Anblick der Felsberg 250 ins England der 60er-Jahre zurückversetzt.
Schon die Abmessungen des Motors in dem nicht gerade riesigen Chassis der Brixton machen klar, dass man damit keine Bäume ausreißt. Aus dem 249 Kubikzentimeter großen Einzylinder werden 17 PS Maximalleistung generiert.
Diese stehen exakt 1.000 Umdrehungen pro Minute später an, als das maximale Drehmoment von 16,5 Nm, das bei 6.500 U/Min anliegt.
Dank des gut abgestuften 5-Gang Getriebes kommt man mit der Felsberg dennoch zügig vorwärts.
Vor allem innerstädtisch muss sich der kleine Scambler grundsätzlich nicht verstecken.
Ab rund 90 km/h geht es dann, insbesondere bei einem Fahrergewicht jenseits der 95 kg, zäh voran.
Der Blick ins Cockpit lässt erkennen, wo der, bei einem Preis von deutlich unter 4000 Euro notwendige, Sparstift angesetzt wurde. Sämtliche Einheiten, von den Schaltern, bis hin zum zentral angebrachten Kombiinstrument, stammen aus dem selben Regal, wie bei der 125ern der Marke.
Ein Blinkerhebel der nicht selbst-rückstellend arbeitet, ist im Jahr 2021 schon beinahe ein Anachronismus. Freunde des Minimalprinzips, werden jedoch Freude an der Felsberg 250 haben.
Hier ist wirklich nichts verbaut, was nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Um den Tachometer unter dem analogen Drehzahlmesser ablesen zu können, muss man schon zweimal hinsehen.
Die verbaute Elektronik ist schnell aufgezählt: E-Starter, praktische USB-Steckdose am Lenker, ABS (nicht abschaltbar) und eine elektronische Einspritzung - that´s it.
Bei den Bremsen setzt man vorne und hinten auf Einzelscheiben in den Dimensionen 276 bzw 220 mm, was für zufriedenstellende, dem Bike angemessene Verzögerungswerte sorgt.
Minuspunkt, der wohl auch dem günstigen Preis geschuldet ist: Beim ABS-Modul merkt man, dass hier nicht die ganz feine Ware verbaut ist. Die Regelintervalle sind lang und der Eingriff erfolgt abrupt.
Andererseits muss man froh sein, dass dieses sicherheitsrelevante Feature bei Motorrädern über 125 ccm mittlerweile verpflichtend verbaut werden muss - ABS ist besser als kein ABS.
Raus aus der Stadt und rein ins Vergnügen. Durch ihren niedrigen Aufbau, den breiten Lenker und die absolut einsteigertauliche Sitzhöhe, lässt sich die Felsberg 250 einfach handeln.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist die grobstollige Bereifung, vor allem bei höheren Geschwindigkeiten fühlt sich die Brixton nicht sonderlich wohl.
In flott gefahrenen Kurven kommt auch das Fahrwerk an seine Grenzen, Unebenheiten bringen ordentlich Bewegung in die Fuhre und auch bei geringerem Tempo spricht die Dämpfung nicht wirklich sensibel an.
Schläge werden relativ unmittelbar an den Piloten weitergegeben. Da ist es ratsamer etwas vom Gas zu gehen und das Cruisen in entspannter Sitzhaltung zu genießen.
Mit der Felsberg kommst du vielleicht etwas später ans Ziel, der Auftritt entschädigt dafür jedoch mit Leichtigkeit.
Die Großstadt ist das natürliche Habitat der Viertelliter-Schönheit, durch die schlanke Bauform ist sie beim täglichen Kampf zwischen Blechlawinen gut aufgestellt.
Ausflüge aufs Land sind möglich, man sollte aber Geduld mitbringen und etwas härter im Nehmen sein.
Dass die Brixton Felsberg 250 am Marktplatz mit günstigen Angeboten glänzt, habe ich ja schon weiter oben im Text das ein oder andere Mal anklingen lassen.
Aber auch nach der Anschaffung halten sich die laufenden Kosten für den sympathischen Scrambler in angenehm engen Grenzen.
Neben dem geringen Verbrauch - wir waren mit unter 3 Liter auf 100 Kilometer unterwegs - ist auch die monatliche Steuer und Versicherungsprämie durch den kleinen Hubraum richtig günstig.
Galerie von: 1000PS Internet GmbH
hochgeladen am 13.10.2021