Alles was wir über die Husqvarna Norden 901 wissen
Auf der Zielgeraden!
In nur 3 Wochen wird die Husqvarna Norden 901 endlich vorgestellt. Seit der Präsentation des Prototyps 2019 sind alle ganz heiss drauf. Wir haben alle Informationen gebündelt, Fotos analysiert und Marketing-Sprüche ertragen, um euch einen letzten Ausblick auf die Norden zu geben.
2019 wurde sie auf der EICMA vorgestellt und prompt vom Publikum zum schönsten Bike der Motorrad-Messe gewählt. Wenig verwunderlich also, dass die Adventure-Fraktion seither kaum ein anderes Motorrad so sehr erwartet, wie die neue Husky. Ob die Gebete tausender Enduristen weltweit aber erhört wurden, wird sich am 30.10.2021 bei der offiziellen Präsentation weisen. Auch wir kriegen die Norden wenig später in unsere Finger. NastyNils hat schon die Einladung zum ersten Test Anfang November auf den Azoren erhalten. Als Einstimmung darauf und auch weil inzwischen zahlreiche Fotos, Werbe-Videos und Informationsbrocken veröffentlicht wurden, wollen wir hier noch einmal alles zusammenfassen, was wir bis dato über die Norden wissen.
Long-distance Adventure-Bike für All-Terrain
Bevor wir in die technischen Details eintauchen, sollten wir uns kurz die Richtung anschauen, in die sie gehen soll. Laut Husqvarna soll die Norden ein vielseitiges All-Terrain-Adventure-Bike mit guter Performance auf langen Touren werden. Die Designer liessen sich von alten Rally- und Paris-Dakar-Maschinen inspirieren und in den letzten 4 Jahren (so lange dauerte die Entwicklung der Norden) setzte sich auch so mancher Dakar-Bezwinger als Testfahrer in den Sattel der Testmaschinen. Diese wurden auf 50.000 Kilometern getestet, um auch die notwendige Zuverlässigkeit für grosse Weltreisen zu bieten. Aufgrund dieser Philosophie hinter der Norden, die sich stark auf diese grossen Abenteuer und Reisen an weit entfernte Orte konzentriert, ist es wahrscheinlich, dass sie nicht eine leichtfüssige, offroad-orientierte Reiseenduro wie die Yamaha Tenere 700 wird, sondern sich gewichtstechnisch eher im Bereich um die 220 kg bewegt. Ihre konzerninterne Schwester, die KTM 890 Adventure, wiegt knappe 220 kg fahrfertig. Die Norden könnte mit etwas mehr Verkleidung, Sturzbügeln und Zusatzscheinwerfern sogar noch leicht darüber liegen.
KTM-Baukasten als Basis der Husqvarna Norden 901
Mit dem Gewicht sind wir eh schon mitten in den Spekulationen über die technischen Daten der Norden 901 gelandet. Wir wissen bereits, dass sie auf den 889 cm³ Reihenzweizylinder aus der KTM 890 Duke R baut. Auch die Husqvarna wird wie die 890 Adventure nicht die maximale Leistung von 121 PS nutzen, sondern den Motor eher auf eine lineare Leistungsentfaltung und bauchiges Drehmoment trimmen. Ungefähr 105 PS wie in der 890er Adventure sind gut möglich. Auch beim Tank hält man sich an KTM, denn der ausladende Motorschutz verrät einen ebenso tief gezogenen Tank. Der gesenkte Schwerpunkt und das daraus resultierende agilere Handling wurde schon in den KTM-Modellen hoch gelobt.
In den von Husqvarna veröffentlichten Marketing-Videos ist viel Offroad-Action zu sehen. In Island pflügen zwei Norden 901 spektakulär durch den schwarzen Vulkan-Sand. Wie dort zu sehen, baut die Norden vorne auf ein 21-Zoll-Vorderrad und hinten auf 18-Zoll. Über dem Vorderrad ist wie beim ersten Prototyp ein niedriger Fender montiert, auf einigen Erlkönig-Fotos von vor ein paar Monaten waren aber Nordens mit hohem Kotflügel zu sehen. Die niedrige Variante scheint die erste Wahl, doch vielleicht entscheidet sich der Konzern wie bei den KTM Adventure-Modellen auch bei den Huskys zwei verschiedene Versionen , eine geländegängige und eine strassenorientierte Norden, anzubieten. Fix ist auf jeden Fall, dass wieder auf den hauseigenen Fahrwerksspezialisten WP gesetzt wird. Als All-Terrain-Bike wird auch die Norden gehörig Federweg bieten, eventuell 200 mm wie die 890 Adventure.
Erste Husqvarna mit TFT-Display - Norden 901
Optisch hält sich die Norden, soweit wir das von den Schnappschüssen von Erlkönigen und Pre-Production-Bikes schlussfolgern können, sehr genau an den 2019 vorgestellten Prototypen. Das runde, Husqvarna-typische Rundlicht, die hochgezogene Verkleidung inklusive Zusatzscheinwerfer, selbst die Streifen an den Seitenverkleidungen sind mehr oder weniger ident. Natürlich gibt es kleine Unterschiede. Zum Beispiel hatte der Prototyp weder Blinker noch Seitenspiegel, doch die sind stimmig in das Gesamtbild integriert. Auch die Bikes aus dem Island-Video sind sehr nah am ersten Prototypen, Fans des ersten Looks von der EICMA können sich also schon mal freuen.
Noch etwas interessantes ist uns im Island-Video aufgefallen. In einer Szene verliert Abenteurer Mike Horn im Sand die Kontrolle über seine Norden und kommt zu Sturz. Dabei bricht nicht nur ein Teil der rahmenfesten Verkleidung ab, wir erhaschen auch einen kurzen Blick auf das Cockpit der Norden. Bei den Armaturen am Lenker dürfte es sich um die bekannten KTM-Bauteile handeln, doch mittig unter dem mittelhohen Windschild blickt uns tatsächlich ein farbiges TFT-Display entgegen. Während andere Hersteller schon seit längerer Zeit die moderne Technik in ihren Anzeigen verwenden, hat sich Husqvarna bis jetzt noch geziert. Doch auf der Norden scheint es endlich soweit zu sein!
Fazit - Norden wird Wunsch der Fans erfüllen
Husqvarna hält sich extrem stark an das erste Design, welches damals uns alle begeisterte. Von den Verkleidungen der Gabelholme, über die Form der Sitzbank, bis hin zur hohen Front - wie bei den Rätselbildern in der Zeitung sucht man nach Unterschieden, findet aber kaum welche. Technisch kann uns Husqvarna natürlich noch überraschen, wahrscheinlich scheint aber eine Nähe zur KTM 890 Adventure. Auch kein Nachteil, schliesslich konnte diese auch schon mit ihrem Fahrverhalten überzeugen, nur das polarisierende KTM-Design ist nicht für Jedermann. Die Norden wird dieses Problem wohl nicht haben.