Traction Control

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BMW erweitert die Fahrdynamik Regelsysteme um ein weiteres Feature: Automatic Stability Control. Auf Stammtisch Deutsch: Traction Control

Heisse News aus dem BMW Pressecenter:

  1. Das BMW Motorrad Integral ABS geht in die nächste Generation

  2. ASC (Automatic Stability Control) - regelt und begrenzt den Schlupf des angetriebenen Hinterrades. Ab 2007 in Serie.

   

BMW Motorrad Integral ABS

   

Erstes Motorrad ABS von BMW

Als erster Motorradhersteller der Welt brachte BMW im Modell K100 ein elektronisch-hydraulisches Anti-Blockier-System (ABS) auf den Markt. Es wog 11,1 kg und war auf Anhieb erfolgreich. Schon 1989 bestellten rund 70 Prozent der Käufer der damaligen K 100 ihr Motorrad mit ABS. Bis Ende 1995 wurden insgesamt rund 60 000 Motorräder mit dem ABS der ersten Generation ausgeliefert.

PKW System nicht zufriedenstellend

Im Systemaufbau unterschied sich dieses Motorrad-ABS deutlich von den gebräuchlichen PKW-Systemen. Diese verwenden getaktete Hydraulikventile zur Modulation des Bremsdrucks; ein Prinzip, das nicht ganz rückwirkungsfrei ist. Bei den damaligen Ventilsystemen traten während einer ABS-Regelung Druckpulsationen auf, die deutlich im Bremshebel spürbar waren. Für den Motorradeinsatz und die gewünschte breite Akzeptanz der neuen Technologie wurden derartige Rückwirkungen als unakzeptabel eingestuft.

Deshalb entwickelte BMW Motorrad zusammen mit der damaligen Firma FAG Kugelfischer ein so genanntes Plunger-System, das völlig rückwirkungsfrei arbeitete. Im Regelungsbereich steuert hier ein Regelkolben (Plunger) das Bremsflüssigkeitsvolumen und damit den Druck für die Bremse. Der Bremshebel (Hand- oder Fussbremshebel) wird während der Regelung über ein mechanisches Kugelventil hydraulisch entkoppelt, so dass keinerlei Druckpulsationen im Hebel spürbar sind. Die positive Kundenresonanz bestätigte die damalige Entscheidung für diese technische Lösung.

Neueste Generation: Alles anders

In der neuesten Generation wurde das System losgelöst vom Vorgängersystem und vollständig neu konzipiert. Unter Nutzung des technologischen Fortschritts im Bereich der Hydraulik und Elektronik gelang eine Vereinfachung der Systemarchitektur bei gleichzeitiger Weiterentwicklung der Funktionalität. Das System kommt nun ohne elektrische Bremskraftverstärkung aus.

PKW Technik nun gut genug

Das neue BMW Motorrad Integral ABS basiert nicht mehr auf dem Plunger- Prinzip der Vorgängergenerationen, sondern ist jetzt als Ventilsystem konzipiert. Mit diesem aus dem Automobilbereich stammenden Regelungs-konzept ist mittlerweile ein sehr guter Komfort erreichbar. Insbesondere die Rückwirkungen der Bremsdruckmodulation auf die Bremshebel wurden durch neuere Entwicklungen bei den Regelventilen und der Steuerung so weit reduziert, dass sie laut BMW nicht mehr störend wirken.

Kein Bremskraftverstärker mehr

Der Bremsdruck für die Vorderradbremse wird im neuen Integral ABS rein hydraulisch und allein über die Betätigungskräfte am Handhebel aufgebracht. Besonders für sportliche Fahrer sind dies gute Nachrichten. Das Bremsgefühl soll nun direkter werden. Die bewährte Teil-Integralfunktion, das heisst die automatische Aktivierung der Hinterradbremse bei Betätigung der Vorderradbremse, wurde auch im neuen System beibehalten. Die alleinige Betätigung des Fussbremshebels aktiviert konventionell nur die Hinterradbremse.

Elektronisch gesteuerte Pumpe für Integral-Funktion

Für die Integralfunktion wird der Bremsdruck für den Hinterradkreis mittels einer elektronisch gesteuerten Hydraulikpumpe erzeugt. Dieses hat den grossen Vorteil einer völlig vom vorderen Radkreis unabhängigen Drucksteuerung.

Bei Störungen an der Hydraulikpumpe oder an elektrischen Komponenten funktioniert die Hinterradbremse konventionell hydraulisch, eine Integralfunktion ist dann nicht mehr gegeben. Auf die Bremswirkung der Vorderradbremse hat dies keinerlei Auswirkung, nur die ABS-Funktion ist im Falle einer solchen Störung ausser Kraft gesetzt.

   

ASC (Automatic Stability Control)

Vollgas aus allen Kurven?

BMW bringt als erster Hersteller eine Anti-Schlupf-Regelung für Motorräder. Vollgas aus allen Kurven? Moment! Nicht so schnell. Das ASC ist kein System aus dem Rennsport, sondern ein Konzept für mehr Sicherheit. ASC (Automatic Stability Control) begrenzt und regelt den Schlupf des angetriebenen Hinterrades. Es verhindert das unkontrollierte Durchdrehen des Hinterrades beim Beschleunigen auf glatten Fahrbahnen und beugt damit einem Verlust an Seitenführung vor.

Ab 2007 beim BMW Händler

Zur Markteinführung ab 2007 können die Kunden das ASC-System für alle Boxer-Modelle mit Ausnahme des Sportboxers R 1200 S, sowie für die K 1200 GT bestellen. ASC ist nur in Kombination mit dem Integral ABS möglich. ASC unterstützt den Fahrer beim Beschleunigen auf schwierigen und glatten Untergründen und soll insbesondere bei rasch wechselnder und schwer einzuschätzender Griffigkeit des Fahrbahnbelags ein Plus an Sicherheit bieten.

Schlechte Nachrichten für Streetracer.

Laut BMW ist das ASC weder dafür konzipiert, die maximal mögliche Beschleunigung zu erzielen noch dafür geeignet Extrembeschleunigungen aus sehr grosser Schräglage durchzuführen. Innerhalb der physikalischen Grenzen kann es laut BMW jedoch auch bei Kurvenfahrt ein seitliches Ausbrechen des Hinterrades beim Beschleunigen vermindern und somit zur Erhöhung der Fahrstabilität beitragen.

Wheelysperre!

Als zusätzliche Funktionalität wirkt das ASC über Regelungseingriffe einem Aufsteigen des Vorderrades beim harten Beschleunigen entgegen. Laut BMW ein Beitrag für mehr Sicherheit, laut 1000PS eine Niederlage. Wir fordern eine Sport-Version der Traction Control. Inklusive endlos langer Wheelys welche ansatzlos aus dem Kurvenscheitel gezogen werden können.

Wie funktioniert das Wunderding?

Das ASC nutzt die Radsensorik des ABS zur Drehzahlerfassung sowie die entsprechenden Diagnosefunktionen für diese Sensoren. Der Radschlupf wird von der Motorelektronik über einen Drehzahlvergleich zwischen Vorder- und Hinterrad ermittelt. Wird eine Tendenz zum Durchdrehen des Hinterrades erkannt, übernimmt das elektronische Motormanagement die Regelungseingriffe und steuert das Antriebsmoment auf den vom Reifen noch übertragbaren Wert. Im ersten Schritt erfolgt die Rücknahme der Drehmomentabgabe über eine Zündwinkelverstellung (Zündzeitpunkt in Richtung spät). Ist eine grössere Reduzierung notwendig, wird die Einspritzung für bestimmte Zeitintervalle ausgeblendet.

Diese Art der Regelung ist laut BMW schnell und feinfühlig. Dem Fahrer wird der Regeleingriff mittels einer schnell blinkenden Kontrolllampe angezeigt. Ist ein Regeleingriff nicht gewünscht, kann der Fahrer das ASC jederzeit, auch während der Fahrt, mit einem einfachen Knopfdruck abschalten.

Zusätzliche Geländeabstimmung für die GS-Modelle.

Für den Offroad-Einsatz ist für die Modelle R 1200 GS und R 1200 GS Adventure eine zusätzliche Geländeabstimmung entwickelt worden und in der Steuerung abgelegt. Sie berücksichtigt die Schlupfcharakteristik von losem Untergrund und lässt dort höhere Schlupfwerte zu. Mit dem ASC-Taster kann zwischen Strassen- und Geländebetrieb gewechselt werden. Für die Strasse ist die Geländeabstimmung laut BMW nicht geeignet. Ich kann zwischen den Zeilen der BMW Pressemeldung jedoch Hoffnung ablesen. Taugt das Offroad-Programm für mörderisches Drifts vor dem Eissalon?

1000PS bringt den ultimativen Test

Sobald das System verfügbar ist, wird 1000PS den ultimativen Test starten. Der teuerste Mitarbeiter im Büro wird auf die Kreisbahn geschickt. NastyNils kümmert sich im Vorfeld um entsprechende Positionierung des Gasgriffs mittels Racetape. Dann herrscht Klarheit. Bringt das System mehr Sicherheit, mehr Speed, oder etwa eine freie Stelle bei 1000PS?

Bericht vom 10.07.2006 | 7.511 Aufrufe

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