Motorradfahren lernen - die richtigen Reifen für dein Motorrad
Die Kunst der Reifenwahl für die perfekte Verbindung zur Strasse!
Hast du dir auch schon einmal die Frage gestellt: Welcher Reifen passt eigentlich am besten zu meiner Maschine? Die Kunst der Reifenwahl will geübt sein - erfahre, wie du den passenden Reifen für dein Motorrad findest!

Motorradreifen sind weit mehr als nur schwarzer Gummi, der dein Motorrad mit der Strasse verbindet. Sie sind hochentwickelte, technische Produkte, die eine entscheidende Rolle für die Leistung, das Handling und die Sicherheit deines Motorrads spielen. Jeder Reifen besteht aus verschiedenen Materialien, darunter unterschiedliche Arten von Gummi, Stahl und Textilfasern, die alle dazu beitragen, seine Leistung und Haltbarkeit zu bestimmen. Die Reifenhersteller verwenden eine Vielzahl von Technologien und Fertigungstechniken, um die bestmögliche Balance zwischen Grip, Haltbarkeit, Komfort und Performance zu erreichen. Es gibt viele verschiedene Arten von Motorradreifen, darunter Sportreifen, Tourenreifen, Allround-Reifen, Offroad-Reifen und Rennstreckenreifen - und jeder hat seine eigenen spezifischen Eigenschaften und Vorteile.
Die Bedeutung der Reifenwahl für die Fahrsicherheit
Deine Reifen sind die einzige Verbindung zwischen deinem Motorrad und der Strasse. Sie sind verantwortlich für die Übertragung aller Kräfte, die beim Beschleunigen, Bremsen und Lenken auftreten. Ein guter Reifen bietet dir den nötigen Grip, um diese Manöver sicher auszuführen, auch unter schwierigen Bedingungen. Ein schlecht gewählter oder abgenutzter Reifen kann hingegen rutschig sein und das Risiko eines Sturzes oder Unfalls erhöhen. Darüber hinaus beeinflusst die Wahl des Reifens auch das Handling deines Motorrads.

Unterschiedliche Reifentypen und ihre Eigenschaften
Motorradreifen sind nicht alle gleich. Es gibt verschiedene Typen, die jeweils für bestimmte Einsatzbereiche entwickelt wurden und spezifische Eigenschaften aufweisen. Sportreifen, wie der Name schon sagt, sind für sportliches Fahren ausgelegt. Sie bieten hervorragenden Grip und präzises Handling, besonders bei hohen Geschwindigkeiten und auf trockenem Asphalt. Allerdings haben sie oft eine kürzere Lebensdauer und sind nicht ideal für nasse Bedingungen. Tourenreifen sind für lange Fahrten konzipiert. Sie bieten eine gute Balance zwischen Grip und Haltbarkeit und sind oft besser für nasse Bedingungen geeignet. Allerdings sind sie nicht so agil wie Sportreifen. Dann gibt es noch Offroad-Reifen, die speziell für das Fahren abseits befestigter Strassen entwickelt wurden. Sie haben ein grobes Profil, das guten Grip auf Schotter, Sand oder Schlamm bietet. Allerdings sind sie auf Asphalt oft rutschig und laut. Es gibt auch sogenannte 80/20-Reifen oder gar 90/10-Reifen für Reiseenduros, die eine Mischung aus Strassen- und Offroad-Eigenschaften bieten. Sie sind eine gute Wahl, wenn du sowohl auf der Strasse als auch im Gelände unterwegs bist, eben 80 Prozent Strasse und 20 Prozent Offroad oder gar nur 10 Prozent Offroad gegenüber 90 Prozent Strasse. Schliesslich gibt es noch Spezialreifen für bestimmte Bedingungen, wie Winterreifen oder Rennreifen.
Alle Berichte der umfassenden Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS:
Honda, Metzeler, Stadler und SW-Motech als 1000PS-Partner!
Ein grosses Projekt verlangt nach grossen Partnern - weshalb wir uns entschieden, für unsere Berichteserie Motorradfahren lernen mit hochwertigen Herstellern wie Honda, Metzeler, Stadler und SW-Motech zusammen zu arbeiten. Für einen feinen Querschnitt durch die aktuellen Motorradkategorien haben wir von Honda eine einsteigerfreundliche CB500 Hornet, eine sportliche CBR650R sogar mit E-Clutch (muss man mal probiert haben!) und als Referenz für das Adventure-Segment eine CRF1100L Africa Twin Adventure Sports mit elektronisch verstellbarem Fahrwerk gewählt. Bestückt wurden alle Bikes mit Taschen oder Tankrucksäcken von SW-Motech, damit wir diverse Utensilien, die wir bei unseren Fotofahrten brauchten, gut verstauen konnten. Da wir natürlich nicht wussten, wie das Wetter wird, vertrauten wir bei der Kleidung auf Highend-Ware von Stadler Bekleidung, die dank GoreTex-Material und innovativen SASS-Belüftungsöffnungen sowohl bei nasskaltem als auch bei heissem Wetter ausgezeichnet funktionieren. Schliesslich wollten wir auch bei den Reifen nichts dem Zufall überlassen, für unsere Vorführ-Fahrten wurden auf allen drei Maschinen Qualitäts-Pneus von Metzeler aufgezogen. Und ja, richtig vermutet, natürlich hat mit allen vier Herstellern alles problemlos funktioniert!
Wie das Motorradmodell die Reifenwahl beeinflusst
Jedes Motorrad ist anders und hat spezifische Anforderungen an die Reifen. Ein Sportmotorrad benötigt beispielsweise Reifen, die hohen Geschwindigkeiten und starken Seitenkräften standhalten können. Diese Reifen haben oft eine weiche Gummimischung und wenig Profil, um maximalen Grip und präzises Handling zu bieten. Ein Tourenmotorrad hingegen legt mehr Wert auf Komfort und Haltbarkeit. Die Reifen für diese Motorräder haben oft ein härtere Gummimischung und ein weniger aggressives Profil, um eine längere Lebensdauer und eine ruhigere Fahrt zu gewährleisten. Ein Offroad-Motorrad benötigt Reifen mit einem groben Profil, das guten Grip auf Schotter, Sand oder Schlamm bietet. Die Reifen für diese Motorräder sind oft schmäler und haben grössere Blöcke im Profil, um eine bessere Traktion im Gelände zu ermöglichen.
Der Einfluss des Fahrstils auf die Reifenwahl
Bist du ein Adrenalinjunkie, der die Geschwindigkeit ausreizt und jede Kurve als Herausforderung sieht? Dann brauchst du wahrscheinlich Hochleistungsreifen mit einem weichen Gummi, der dir den nötigen Grip bietet, um scharfe Kurven mit hoher Geschwindigkeit zu nehmen. Oder bist du eher der gemütliche Fahrer, der lange Touren liebt und Wert auf Komfort und Haltbarkeit legt? In diesem Fall sind Tourenreifen mit einer härteren Gummimischung und einem weniger aggressiven Profil die bessere Wahl für dich. Sie sind wegen ihres höheren Silica-Anteils oft besser für nasse Bedingungen geeignet. Falls du gerne abseits der befestigten Strassen unterwegs bist, dann brauchst du Offroad-Reifen mit einem groben Profil, das guten Grip auf Schotter, Sand oder Schlamm bietet.

Wie Untergrund und Wetterbedingungen die Reifenwahl beeinflussen
Fährst du hauptsächlich auf Asphalt, dann sind Strassenreifen die richtige Wahl. Sie bieten guten Grip auf trockenem und nassem Untergrund und sind in der Regel für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Wenn du jedoch etwa mit einer Reiseenduro auch ab und an auf Schotter oder im Gelände unterwegs bist, dann sind 80/20-Reifen (80 Prozent Strasse, 20 Prozent Gelände) oder 90/10-Reifen die optimale Wahl. Für reinen Geländebetrieb sind schliesslich Offroad-Reifen, auch Stollenreifen genannt, die beste Wahl. Bei trockenem Wetter bieten die meisten Reifen guten Grip. Bei Nässe jedoch kann die Performance stark variieren. Hier sind Reifen mit einem guten Nassgrip und effektiven Wasserverdrängungseigenschaften gefragt. Sie haben oft tiefe Rillen im Profil, die das Wasser schnell ableiten und Aquaplaning verhindern. Bei kalten Temperaturen bleiben einige Reifen hart und bieten weniger Grip. Andere hingegen haben eine spezielle Gummimischung, die auch bei niedrigen Temperaturen weich bleibt und guten Grip bietet.

Die Rolle der Jahreszeit bei der Reifenwahl
Im Sommer, wenn die Temperaturen hoch sind, brauchst du Reifen, die Hitze gut vertragen können. Hochsommerliche Hitze kann die Reifen stark aufheizen und zu einem erhöhten Verschleiss führen. Hier sind Reifen mit einer hitzeresistenten Gummimischung gefragt, die auch bei hohen Temperaturen nicht zu weich wird und ihren Grip behält. Im Frühling, Herbst und vor allem im Winter, wenn die Temperaturen niedriger sind, brauchst du Reifen, die auch bei Kälte guten Grip bieten.
Die richtige Reifengrösse finden
Grundsätzlich sollte man die Reifengrösse beibehalten, die im Originalzustand des Motorrads montiert ist, um das Fahrverhalten nicht zu verändern. Es besteht aber auch die Möglichkeit, andere Reifendimensionen einzubauen, um eben das Fahrverhalten zu ändern. Die Reifengrösse wird in Millimetern angegeben und besteht aus drei Zahlen. Die erste Zahl gibt die Breite des Reifens an, die zweite die Höhe als Prozentsatz der Breite und die dritte den Durchmesser der Felge in Zoll.
Reifenalter und -verschleiss: Wann ist ein Wechsel nötig?
Selbst wenn du nicht viel fährst, kann das Material deiner Reifen mit der Zeit härter werden und an Flexibilität verlieren, was zu einem verminderten Grip führt. Die meisten Hersteller empfehlen, Motorradreifen nach fünf bis spätestens zehn Jahren zu ersetzen, unabhängig von ihrem Zustand. Du kannst das Herstellungsdatum deines Reifens anhand der vierstelligen DOT-Nummer auf der Seitenwand ablesen. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Produktionswoche und die letzten beiden für das Produktionsjahr. Was den Verschleiss betrifft, so solltest du regelmässig die Profiltiefe deiner Reifen überprüfen. Auch wenn die gesetzliche Mindestprofiltiefe für Motorradreifen weniger beträgt, empfehlen Experten, die Reifen bereits zu wechseln, wenn die Profiltiefe auf 2 mm abgenommen hat, um optimale Fahreigenschaften zu gewährleisten. Auch sichtbare Schäden wie Risse, Beulen oder eingefahrene Fremdkörper sind ein klares Zeichen dafür, dass ein Reifenwechsel nötig ist. Ebenso sollte ein Reifen ersetzt werden, wenn er ungleichmässig abgefahren ist.
Reifenpflege und -wartung für eine längere Lebensdauer
Überprüfe regelmässig den Reifendruck, denn ein falscher Reifendruck kann zu ungleichmässigem Verschleiss, schlechterer Leistung und sogar Reifenschäden führen. Die korrekten Druckwerte findest du im Handbuch deines Motorrads oder auf einem Aufkleber am Motorrad selbst. Denke daran, den Druck zu überprüfen, wenn die Reifen kalt sind, da die Werte bei warmen Reifen höher sein können. Beachte, dass der Reifendruck je nach Beladung (Solo, mit Sozius und/oder Gepäck) angepasst werden sollte. Ein einfaches, aber präzises Reifendruckmessgerät sollte in der Werkzeugkiste jedes Motorradfahrers zu finden sein. Lagere deine Reifen richtig, wenn du dein Motorrad für eine längere Zeit nicht benutzt. Die Reifen sollten in einer kühlen, trockenen Umgebung gelagert werden, fern von direktem Sonnenlicht. Wenn möglich, stelle das Motorrad auf den Hauptständer, um den Druck von den Reifen zu nehmen.

Reifenwechsel selbst machen oder Profi beauftragen?
Wenn du technisch versiert bist, das richtige Werkzeug hast und gerne an deinem Motorrad arbeitest, kannst du den Reifenwechsel selbst durchführen. Die Beauftragung eines Profis hingegen kann dir Zeit und Mühe sparen. Ein erfahrener Mechaniker kann den Reifenwechsel schnell und effizient durchführen und sicherstellen, dass der Reifen korrekt montiert und ausgewuchtet ist.
Reifen und gesetzliche Lage
Zunächst einmal ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass dein Motorrad mit den richtigen Reifen ausgestattet sein muss. Das bedeutet, dass die Reifen die richtige Grösse, den richtigen Geschwindigkeitsindex und den richtigen Lastindex für dein Motorradmodell haben müssen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Mindestprofiltiefe. Wie bereits erwähnt, empfehlen Experten allerdings, die Reifen bereits zu wechseln, wenn die Profiltiefe 2 mm erreicht hat, um optimale Fahreigenschaften und Sicherheit zu gewährleisten. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass einige Reifen eine spezielle Freigabe benötigen, um auf bestimmten Motorradmodellen gefahren werden zu dürfen. Diese Freigaben werden von den Reifenherstellern ausgestellt und können meist auf deren Websites eingesehen werden.
Spezialfall 1: Reifen für Rennstrecken
Rennstreckenreifen sind speziell für die extremen Bedingungen auf der Rennstrecke konzipiert und unterscheiden sich in vielen Aspekten von Strassenreifen. Asphalt-Rennreifen sind in der Regel aus weicheren Gummimischungen gefertigt, die für maximalen Grip sorgen. Sie haben oft weniger Profil oder sind sogar völlige Slicks, also ohne Profil. Das sorgt für eine grössere Aufstandsfläche und damit für mehr Haftung. Allerdings verschleissen diese weichen Mischungen auch schneller und sind nicht für den Strassenverkehr zugelassen. Slicks erfordern eine höhere Betriebstemperatur, um optimal zu funktionieren. Das bedeutet, dass sie vor dem Einsatz aufgewärmt werden sollten.
Spezialfall 2: Reifen für Offroad
Offroad-Reifen sind speziell dafür konzipiert, auf unbefestigten Wegen, in Schlamm, Sand oder auf Geröll optimalen Grip zu bieten. Sie haben ein grobes, blockartiges Profil, das für maximale Traktion auf weichem oder lockerem Untergrund sorgt. Die Karkasse ist in der Regel verstärkt, um den härteren Bedingungen standzuhalten und Durchstiche zu vermeiden. Aber Vorsicht: Offroad-Reifen sind in der Regel nicht für den Strassenverkehr zugelassen. Wenn du also vorhast, auch auf öffentlichen Strassen zu fahren, benötigst du entweder einen zweiten Satz Reifen oder du entscheidest dich für sogenannte Enduro-Reifen, die sowohl für die Strasse als auch für leichtes Offroad-Terrain geeignet sind.

FAQs / Häufig gestellte Fragen zur richtigen Reifenwahl:
1. Welche Faktoren sollte ich bei der Auswahl meiner Motorradreifen berücksichtigen?
Bei der Auswahl von Motorradreifen solltest du das Modell deines Motorrads, deinen Fahrstil, den Untergrund, die Wetterbedingungen, die Jahreszeit und deine persönlichen Vorlieben berücksichtigen.
2. Wie beeinflusst das Modell meines Motorrads die Reifenauswahl?
Verschiedene Motorradmodelle benötigen unterschiedliche Reifentypen. Ein Sportmotorrad benötigt beispielsweise Reifen mit hohem Grip, während ein Cruiser möglicherweise Reifen mit längerer Lebensdauer benötigt.
3. Wie beeinflusst mein Fahrstil die Wahl meiner Motorradreifen?
Wenn du eher aggressiv fährst, benötigst du einen Reifen mit besserem Grip. Wenn du eher entspannt fährst, könntest du einen Reifen mit längerer Lebensdauer bevorzugen.
4. Wie beeinflussen die Wetterbedingungen und der Untergrund die Reifenauswahl?
Wenn du hauptsächlich auf trockenen Strassen fährst, benötigst du einen anderen Reifen als jemand, der oft bei nassen Bedingungen fährt. Der Untergrund - ob Asphalt, Schotter oder Gelände - beeinflusst auch die Reifenwahl.
5. Wie beeinflusst die Jahreszeit die Wahl meiner Motorradreifen?
Reifen mit weichen Gummimischungen sind besser für warmes Wetter geeignet, während andere Reifen mit hohem Silica-Anteil bei kalten Temperaturen und bei Nässe besser funktionieren. Du solltest daher die Jahreszeit berücksichtigen, in der du am häufigsten fährst.
Nachschlagewerk: So geht das! Wie man was findet
Auch wenn das 1000PS Nachschlagewerk nicht auf einmal sondern bis Ende des Jahres immer weiter ergänzend erscheint, ist es am Ende eine grosse, einem Lexikon ähnliche, Database, in der man nach Kapiteln und Absätzen geordnet auf die häufigsten Fragen, die in den 1000PS-Foren in den letzten Jahren gestellt wurden, eine Antwort findet.
Die umfassende Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS im Überblick:
Entdecke unsere umfassende Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS, in der wir alle Aspekte des Motorradfahrens behandeln. Von der Wahl des richtigen Motorrads, über die korrekte Bedienung von Kupplung und Bremsen, bis hin zur optimalen Körperposition und Kurventechnik. Wir zeigen dir, wie du moderne Fahrassistenzsysteme nutzt, bei Nacht oder auf nasser Fahrbahn sicher fährst und sogar wie du Notmanöver meisterst. Egal ob du Anfänger bist oder deine Fähigkeiten verbessern möchtest, unsere Serie bietet wertvolle Tipps und Ratschläge für jeden Fahrer. Tauche ein in die Welt des Motorradfahrens mit 1000PS!
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Bericht vom 25.09.2024 | 12.666 Aufrufe