Ducati wird Hauptsponsor der Moto-E Rennserie
Steigt die italienische Traditionsmarke auf E-Antriebe um?
Ducati ist bekannt für seine prächtig klingenden, emotionsgeladenen Motorräder. Umso überraschender ist es, dass die Italiener ab 2023 die Moto-E übernehmen. Was heisst das für die Serien-Bikes aus Bologna?

Aber der Saison 2023 wird Ducati Alleinausstatter der Moto-E Serie. Damit übernehmen die Roten aus Bologna von ihren Kollegen von Energica, aus dem nicht weit entfernten Modena. Seit der Gründung der elektrischen Rennserie im Jahr 2019 hatte der auf E-Bikes spezialisierte Kleinserien-Hersteller die Moto-E unter der Fittiche. Nun mit der mächtigen Unterstützung von Ducati wird es spannend, wie sich die Rennserie entwickelt. Bis dato schaffte es die Moto-E ja kaum aus dem Schatten der MotoGP hervorzutreten. Aber nicht nur die Entwicklung im Racing-Bereich wird interessant. Was bedeutet der Einstieg in die E-Serie für Ducati Serienmotorräder?
Steht Ducatis Umschwung auf Elektro-Antriebe bevor?
Es ist schon interessant, dass ausgerechnet Ducati, ein Hersteller der noch kein E-Motorrad auf den Markt gebracht hat und ausserdem für seine lauten, emotionalen Bikes bekannt ist, die Moto-E übernimmt. Entweder es handelt sich um ein internes Umdenken, oder Audi, der Eigentümer von Ducati und mit grossen Investitionen in E-Antriebe, hat bei der Entscheidung nachgeholfen. Schliesslich sind bei den Autobauern aus Ingolstadt seit März offiziell alle Diesel- und Benzin-Autos Auslaufmodelle. Gut möglich, dass diese Agenda nun auch bei der Zweirad-Tochter fortgesetzt wird.
Ducati ist sich der Herausforderungen bewusst, doch man vertraut auf das Know-How von Porsche und Audi, wie Ducatis CEO Claudio Domenicali bei der Pressekonferenz in Misano erklärt: "Elektrische Mobilität wird als langweilig angesehen, dabei habe ich schon sehr starke elektrische Autos getestet und sie waren unter den beeindruckendsten Fahrzeugen, die ich fahren konnte. [...] Das Hauptproblem ist das Gewicht, welches bei Autos leichter zu lösen ist. Ich denke jedes Unternehmen muss auch die Nachhaltigkeit verbessern. Heute mag die Technik noch nicht bereit für leichte Fahrzeuge sein, doch das wird sie und wir wollen bereit sein. Die Hilfe unserer Gruppe wird hier wichtig, zum Beispiel entwickelt Porsche eine eigene Batterietechnologie. Wir haben also jede Menge Erfahrung, die wir nutzen können."
Die Ziele sind demnach hoch gesteckt. Die E-Bikes sollen leichter werden und dennoch performant bleiben. Auch Ducati Furore und Emotionen sollen ihren Weg in die elektrisch angetriebenen Motorräder finden. Dass das kein leichter oder schneller Weg wird, ist Ducati bewusst. Man glaubt allerdings an das moderne, leichte E-Bike und investiert entsprechend grosse Mengen in die Entwicklung. Nach den Rennbikes sollen die Serienmotorräder von den Erkenntnissen profitieren. Das dauert laut Domenicali jedoch noch. "Ich denke nicht, dass es vor 2025 passieren wird. Ich glaube vor 2030, wenn die Technologie bereit ist.", wagt er eine vorsichtige Prognose. Wie es schlussendlich wirklich kommt, ist noch Zukunftsmusik. Aber allein die Übernahme der Moto-E von Ducati kann als richtungsweisendes Zeichen verstanden werden. Vielleicht düsen wir 2026 auf Ducatis schon mit dezentem Surren, statt V4-Gebrüll durch die Gegend.
Nächstes Jahr ist jedoch noch alles beim Alten bzw. sorgen die roten Eisen noch für Krawall. Alle Ducati Neuheiten 2022 findet ihr hier.
Bericht vom 21.10.2021 | 9.091 Aufrufe