Experts on the Road 08

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Experten aus dem Internet testen 3 Reifenmodelle von Metzeler auf der Strasse. Grammer staunt.

Metzeler Experts on the Road 2

Reifentest im echten Leben. Mit Menschen aus dem Cyberspace.

Metzeler Experts on the Road

Andere haben 100.000 Postings, er hat 100.000 Siege. Klaus Grammer für 1000PS beim Reifentest.

 
Im Mai 2007 organisierte Metzeler die erste Auflage der EXPERTS ON THE ROAD-Tour. Sie führte von Barcelona über die Pyrenäen und Alpen nach Turin.

Die EXPERTS ON THE ROAD-Tour 2008 steht für die nächste Etappe der Reise: Der Weg führt von Turin über Luzern nach München.Eingeteilt wurde die Tour in zwei Abschnitte. Der Trip der ersten Gruppe startete in Turin und endete in Merlischachen bei Luzern am Vierwaldstättersee. Von dort aus startete die zweite Gruppe, der auch ich angehörte, um über Prato allo Stelvio/Prad am Stilfser Joch das Ziel der Tour in München zu erreichen.

 
Unsere Gruppe (ca. 23 Personen) setzte sich aus Journalisten und aus Teilnehmern zusammen, mit denen Metzeler im Cyberspace Kontakt aufgenommen hat diese wurden als Opinion Leader bezeichnet. Dabei handelte es sich zum grössten Teil um Forumsadministratoren bzw. -moderatoren. Einige davon waren sogar mit mehreren Foren beschäftigt und hatten teilweise über 100.000 Postings ins Netz gestellt. Da bleibt nicht viel Zeit zum Motorradfahren.

Diese Art der Interaktion mit dem typischen Tourenfahrer wurde von der Marketingabteilung genutzt um auf direktem Wege Informationen über die eigenen Produkte zu erlangen. Dafür ist natürlich eine Zweitagestour mit den unterschiedlichsten Motorrädern über wunderbare Alpenpässe genau die richtige Möglichkeit.

Metzeler Experts on the Road

Klaus Grammer inmitten von Experten.

Metzeler Experts on the Road

Die drei getesteten Reifen vor Familienfotos von anno dazumal.

ROADTEC Z6 INTERACT

Der ROADTEC Z6 INTERACT™ ist das jüngste Beispiel für Metzelers Weg der Innovation: Anstatt sich nur auf einen Teilbereich der Reifentechnologie wie etwa die Gummimischung zu beschränken, konzentriert sich Metzeler auf den effektiveren Weg das gesamte System des Reifens zu verbessern.

PRODUKTEIGENSCHAFTEN
Sowohl der Vorder- als auch der Hinterreifen des  INTERACT™ bieten die letzte Evolutionsstufe der patentierten 0-Grad-Stahlgürtel-Technologie, der Grundlage von Metzelers erfolgreichen Radialreifen. Die Anzahl der Windungen des Stahlgürtels garantiert eine homogene Leistungsverteilung ohne mögliche Stufeneffekte, die typisch für Reifen mit mehreren Gummimischungen sind. Daher sind die Techniker bei Metzeler der Meinung ohne weiteres auf einen Reifen mit mehreren Mischungen verzichten zu können. Grundsätzlich ist die Spannung der Stahlgürtelwindungen im mittleren Bereich höher, um grosse Stabilität zu erzeugen. In Richtung der Reifenschultern wird diese schrittweise reduziert. Dies führt einerseits zu einem agilen Einlenkenverhalten und bewirkt durch seine grosse Flexibilität an den Schultern zudem einen besonders guten Grip in grossen Schräglagen.
Roadtec Z6 Interact

Metzeler Roadtec Z6 Interact

Profildesign
Der ROADTEC Z6 INTERACT™ besitzt das gleiche Profildesign wie der ROADTEC Z6 und führt damit das bewährte Konzept seines Vorgängers weiter: Die Verbindung von guter Wasserdrainage und Laufleistung mit unbestreitbaren sportlichen Talenten. Das weitgehend lineare Verhältnis von Positiv- zu Negativprofil auf der Kontaktfläche bei verschiedenen Schräglagen sorgt für hervorragende Wasserdrainage und damit für gleichmässiges, sicheres Fahrverhalten.

Mit dem erhöhten Silica-Anteil (65 Prozent im Vergleich zu 30 Prozent beim Roadtec Z6) und der Verwendung von synthetischen Polymeren wird eine deutlich verbesserte Nasshaftung im typischen Temperaturfenster der Sport-Touring-Reifen erreicht.

Produktvorteile
Die wichtigsten Produktvorteile sind in untenstehender Radar-Grafik zusammengefasst. Zum Vergleich stehen der neue ROADTEC Z6 INTERACT™ und der bekannte ROADTEC Z6.

Der ROADTEC Z6 INTERACT™ besitzt alle herausragenden Eigenschaften des ROADTEC Z6 und hebt diese auf ein neues Niveau: bei gleicher Laufleistung bietet er ein weiteres Plus beim Handling, der Stabilität, dem Verhalten bei Nässe und der gesamten Reifenperformance bis zum Ende der Lebensdauer.
 

TOURANCE EXP

Der neue TOURANCE EXP ist der erste Reifen, der zusätzlich zum Hinterrad, auch am Vorderrad mit der von Metzeler patentierten 0°-Stahlgürtel-Technologie ausgestattet ist.

Die neue Gummimischung soll maximale Performance bei allen Bedingungen liefern und ist extrem schnell auf Betriebstemperatur. Dieser Fortschritt wird möglich durch den Einsatz von modernsten Polymeren, die dem Reifen in kaltem Zustand weniger Eigensteifigkeit verleihen, ihm aber im aufgewärmten Zustand eine höhere Steifigkeit geben, was sich zusätzlich sehr positiv auf die Stabilität auswirkt. Das ausgezeichnete Fahrverhalten auf nasser Strasse wird dank eines neuen Mischungsverhältnisses von Russ und Silica ermöglicht, das den Grip auf kalter, feuchter oder nasser Fahrbahn verbessert, ohne das Fahrverhalten auf trockener Strasse zu beeinflussen.

Die Profilblöcke bieten eine grosse Aufstandsfläche und ihre Form ermöglicht eine gute Wasserableitung auf nassem Asphalt, während die akzentuierten Kanten im Gelände mehr Traktion bieten.
Einsatzbereich 90% Strasse.
Tourance Exp

Metzeler Tourance EXP

 

TOURANCE

 

Der Metzeler TOURANCE repräsentiert den klassischen Enduro-Reifen.
Der Tourance fügt sich in den zentralen Bereich der Metzeler-Palette für Enduro-Street-Motorräder ein und ist zwischen den Typen Tourance EXP und MCE Karoo angesiedelt. Der Tourance besitzt bei allen Radial-Hinterreifen einen Null-Grad-Stahlgürtel in Kombination mit einer Leichtbau-Karkasse.

 Das Konzept des Metzeler Tourance passt zur neuen Generation von Enduro-Street-Motorrädern eingeschlossen Dual Purpose-Motorräder mit einem starken Off-Road-Anspruch, wie etwa die Yamaha XT660Z Ténéré. Dank seines Konzepts bietet der Tourance die auf der Strasse gefragte Performance, ohne die für den Off-Road-Einsatz benötigten Qualitäten völlig ausser Acht zu lassen.
Einsatzbereich 80% Strasse.

Am ersten Tag ging es gleich nach einigen Kilometern mit der Anfahrt zum Furka-Pass richtig zur Sache. Mein erster Testkanditat war der Z6, der auf einer FJR 1300 montiert war. Wir hatten herrliches Wetter und es offenbarte sich ein wirklich überwältigender Ausblick auf eine hochalpine Landschaft.

Trotzdem durfte man sich durch die Schönheit der Landschaft nicht ablenken lassen, weil es an manchen Stellen direkt neben der Strasse senkrecht talwärts ging und diesen Abstieg würde auch der beste Reifen nicht bremsen können.  Auf der FJR fühlte sich der Z6 gut an. Einziger Kritikpunk war ein sehr kippeliges Fahrverhalten in den engen Kehren. Wobei ich und der Rest der Schlaubergertruppe natürlich sofort vermuteten, dass es sich dabei um ein vom Motorrad hervorgerufenes Fahrverhalten handelt. Tatsächlich trat dieses Verhalten an der CBF1000, die ich als nächstes ausprobierte, nicht mehr auf. Dass es sich dabei um Motorräder unterschiedlichen Typs handelt versteht sich und jede fahrzeugspezifische Eigenheit kann ein Reifen natürlich nicht beseitigen.

Dafür trat an der Honda der durchaus seltsame aber auch bekannte Shimmy-Effekt auf. Bei freihändiger Fahrt und ca. 70 bis 80 km/h begannen die Lenkerenden ordentlich zu schlagen. Nachmittags verschlechterte sich das Wetter etwas und wir mussten stellenweise mit regennasser Fahrbahn auskommen.  Immer wieder überraschten mich die ausgezeichneten Kaltlaufeigenschaften und der Grip bei Nässe.

Selbst nach einer längeren Mittagspause funktionierte der Reifen von der ersten Kurve an problemlos und man konnte sein gewohntes Reisetempo ohne Risiko wieder aufnehmen. Auch bei nasser Fahrbahn und ich hasse das aus tiefster Überzeugung gab es nie auch nur einen einzigen kritischen Moment. Dieses gute Gefühl bei schwierigen nass-trocken-nass Bedingungen, das der Metzeler Z6 vermittelte, ermöglichte es mir auch die letzte Abfahrt des Tages vom Stilfser Joch nach Prad zu geniessen.  Es könnte natürlich auch sein, dass das angeschlagene Tempo einfach zu gering war, um Probleme zu verursachen. Aber ich gebe zu bedenken, dass vermutlich ca. die Hälfte der Weltbevölkerung der Meinung ist durch eine Reduktion der Geschwindigkeit den Genuss sogar steigern zu können. Also muss schnell nicht immer gut sein.

Der zweite Tag begann mit dem Anziehen der Regenkleidung, was einem schönen Motorraderlebnis von vorne herein entgegensteht. Zur allgemeinen Überraschung regnete es nur einige unbedeutende Tropfen auf dem Weg nach Meran. Trotzdem war die Strasse über das Timmelsjoch nass und die Passhöhe auf 2509m war völlig Nebel verhangen. Hinauf konnte ich erstmals eine Suzuki 650 V-Strom fahren, die mit einem Tourance EXP bereift war. Leider sah ich mich nicht in der Lage den Reifen in seiner Gesamtheit zu beurteilen, weil das aufgrund der Bedingungen meiner Meinung nicht möglich war. Bei Nässe funktionierte er jedenfalls sehr zufriedenstellend.

Metzeler Experts on the Road
Metzeler Experts on the Road

Experts from the forum out on the road. Da bedarf es strenger Sicherheitsmassnahmen.

Auf der Passhöhe angekommen wurde bei einer Tasse Kaffee wie bei allen sich bietenden Gelegenheiten von den Teilnehmern jede einzelne Kurve auf jedem Motorrad mit jedem Reifen und natürlich jedem Fahrer bis ins letzte Detail durchleuchtet. Die dabei angewandte Schärfe der wissenschaftlichen Analyse überraschte mich dann doch manchmal. Da wurde unter Einbeziehung sämtlicher durch den Popometer erfahrenen Daten und den tausenden im Forum geschriebenen Kilometern in Windeseile ein Ergebnis unter Berück- sichtigung der unterschiedlichen Reibungs- koeffizienten, verschiedener Drehmomentkurven, Gewichte, Drosselklappenstellungen, Steigungen, Kurvenradien, ... und dem Harndrang der einzelnen Fahrer ermittelt, dass jedes Entwicklungsteam dieser Welt ad absurdum führt. Nur eine Frage wurde nicht geklärt: Waren die Reifen so gut, dass es keine Probleme gab, oder waren wir so langsam, dass wir selbst auf der Felge keinen Rutscher gehabt hätten?

Den Abstieg vom Joch nahm ich mit einer Aprilia Pegaso 650 auf einem Tourance in Angriff. Auch dieser Reifen verrichtete mit gewohnter Qualität seinen Dienst. Einzig beim Anbremsen der bergabführenden Spitzkehren erschien mir der Grip im Nassen nicht so gut wie beim Tourance EXP. Wobei auch hier sein kann, dass bedingt durch das geringere Gewicht der Pegaso und der daraus resultierenden geringeren Normalkraft, sich die mögliche zu übertragende Reibungskraft verringert. So oder so ähnlich werde ich das in den nächsten Tagen in irgendeinem Forum nachlesen und wissen, ob ich Recht habe oder nicht - denn wer Recht hat, sagt das Forum, nicht das Licht.

Metzeler Experts on the Road

Nach dem letzten Tankstop im schönen geschwindigkeitsbeschränkten Tirol wechselte ich auf eine Kawasaki ER6, die wieder mit einem Z6 bereift war. Und siehe da, kein auch noch so kleines Anzeichen einer Shimmy-Neigung.
Conclusio: Auch der beste Reifen kann die Eigenheiten einzelner Motorräder nicht einfach beseitigen. Nach Seefeld und vor dem Mittagessen in Kochel kamen dann auch etwas schnellere Kurvenpassagen, die der Roadtec bravourös meisterte. Besonders angenehm ist mir beim Z6 aufgefallen, dass er, egal auf welchem Motorrad, keinerlei Aufstellneigung beim Bremsen in Schräglage zeigte. Das ist ein erheblicher Sicherheitsgewinn für jeden Biker, der seinen Cyberspace verlassen muss, um auf echten Strassen mit unbekannten Kurven seinen Mann zu stehen ohne dabei erased zu werden.
 
Metzeler Experts on the Road
 
Organisiert wurde die Experts on the Road 08 von der Metzeler-Marketingabteilung und zwar in herausragender Manier. Die müssen sich hinter professionellen Reiseveranstaltern sicher nicht verstecken. Meinen herzlichen Dank an dieser Stelle.

Nachdem ich schlussendlich aus der Obhut der Organisatoren entlassen und um 16.30 Uhr am Flughafen München ausgesetzt wurde, begann die Sch…. wieder einmal zu dampfen. Es hätte mich auch gewundert, wäre es anders gewesen. Zuerst wurde mir am Check-In-Schalter vom freundlichen Lufthansa-Personal mitgeteilt, dass ich vom Flug nach Linz gestrichen sei was sich nach ca. 30 Minuten als falsch herausgestellt hat. Nicht ich wurde gestrichen, sondern der ganze Flug. Also wurde mir ein Flug nach Linz über Frankfurt angeboten. Voraussichtliche Dauer sieben Stunden. Ein verzweifelter Anruf bei meinem Chef Nasty Nils brachte ein wenig überraschendes Ergebnis. Er kann nichts dafür, dass der Flug gestrichen wurde und wird daher mit Sicherheit keinen Cent für einen Mietwagen und weiters mit 100%iger Sicherheit nicht eine einzige Überstunde bezahlen, wenn ich in meiner Freizeit auf dem Flughafen herumlungere und nichts für ihn hackle. Schlussendlich benötigte ich dank der "unnedigen" Lufthansa und dem von der Gier besessenen Nils acht Stunden von München nach Linz. (Ha, Ha, Ha! Die Red.)
   
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Text: Klaus Grammer
Fotos: Metzeler, Grammer

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Bericht vom 17.09.2008 | 4.464 Aufrufe

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