Motorradfahren lernen - die wichtigsten Bremssysteme
Was bedeutet eigentlich CBS und Kurven-ABS?
Jedes Motorrad hat Bremsen - egal, welches System, die Reduktion der Geschwindigkeit bis zum Stillstand muss nun mal gewährleistet sein! Allerdings gibt es doch erhebliche Unterschiede bei den, von den Motorradherstellern gewählten Arten - wir klären auf, was du über die Bremsen am Motorrad wissen musst!
Traditionelle Motorrad-Bremssysteme verwenden in der Regel hydraulische Bremsen, die aus einem Hauptbremszylinder, Bremsleitungen und Bremszangen bestehen. Diese Bremsen übertragen die Bremskraft von den Hand- oder Fussbremshebeln auf die Bremsbeläge, die auf die Bremsscheiben drücken, um das Rad zu verlangsamen oder zum Stillstand zu bringen. Die Vorteile gegenüber Seilzugbremsen, wie sie etwa an Fahrrädern häufig zum Einsatz kommen, sind eine effektive Bremskraftübertragung, präzise Kontrolle über die Bremskraft und eine wartungsarme Auslegung bei ordnungsgemässer Pflege. Nachteilig ist zwar die Möglichkeit von Bremsflüssigkeitsverlust und damit verbundenes Bremsversagen, bei normaler Pflege halten die Systeme aber mittlerweile sehr lange. Auch das höhere Gewicht geht voll in Ordnung, wenn man bedenkt, dass beim Motorrad ja auch ein weitaus höheres Gewicht als beim Fahrrad verzögert werden muss.
Das CBS (Combined Braking System)
Das kombinierte Bremssystem ist eine Technologie, die Bremsen an Vorder- und Hinterrad gleichzeitig aktiviert, wenn nur einer der Bremshebel betätigt wird. Dies verbessert die Bremsleistung und Stabilität des Motorrads, insbesondere in Notfallsituationen. Üblich ist, dass CBS auch die Vorderradbremse aktiviert, wenn hinten gebremst wird, es gibt aber auch Systeme, die in beide Richtungen funktionieren. Der Vorteil ist, dass durch gleichzeitige Aktivierung von Vorder- und Hinterradbremse die Bremsleistung verbessert wird, was eine Notbremsung vor allem für unerfahrene Biker vereinfacht und effizienter macht. CBS kommt einerseits in sehr hochwertigen Motorrädern zusätzlich zum ABS zum Einsatz, andererseits in eher kostengünstigen Maschinen (vorrangig 125er) als Ersatz für ein ABS. Erfahrene Motorradfahrer brauchen im Übrigen oft eine gewisse Eingewöhnungsphase, um sich an ein Motorrad mit CBS zu gewöhnen.
Alle Berichte der umfassenden Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS:
Honda, Metzeler, Stadler und SW-Motech als 1000PS-Partner!
Ein grosses Projekt verlangt nach grossen Partnern - weshalb wir uns entschieden, für unsere Berichteserie Motorradfahren lernen mit hochwertigen Herstellern wie Honda, Metzeler, Stadler und SW-Motech zusammen zu arbeiten. Für einen feinen Querschnitt durch die aktuellen Motorradkategorien haben wir von Honda eine einsteigerfreundliche CB500 Hornet, eine sportliche CBR650R sogar mit E-Clutch (muss man mal probiert haben!) und als Referenz für das Adventure-Segment eine CRF1100L Africa Twin Adventure Sports mit elektronisch verstellbarem Fahrwerk gewählt. Bestückt wurden alle Bikes mit Taschen oder Tankrucksäcken von SW-Motech, damit wir diverse Utensilien, die wir bei unseren Fotofahrten brauchten, gut verstauen konnten. Da wir natürlich nicht wussten, wie das Wetter wird, vertrauten wir bei der Kleidung auf Highend-Ware von Stadler Bekleidung, die dank GoreTex-Material und innovativen SASS-Belüftungsöffnungen sowohl bei nasskaltem als auch bei heissem Wetter ausgezeichnet funktionieren. Schliesslich wollten wir auch bei den Reifen nichts dem Zufall überlassen, für unsere Vorführ-Fahrten wurden auf allen drei Maschinen Qualitäts-Pneus von Metzeler aufgezogen. Und ja, richtig vermutet, natürlich hat mit allen vier Herstellern alles problemlos funktioniert!
Das ABS (Antiblockiersystem)
ABS steht für Antiblockiersystem und ist eine Sicherheitsfunktion, die darauf abzielt, das Blockieren der Räder beim Bremsen zu verhindern. Das ABS-System verfügt in der Regel über Raddrehzahlsensoren an beiden Rädern, die kontinuierlich die Raddrehzahl während des Betriebs überwacht und den Bremsdruck moduliert, um ein Blockieren der Räder zu verhindern. Dafür werden die Daten an ein Steuergerät weitergeleitet, das die Informationen verarbeitet und entscheidet, ob ein Rad blockiert ist oder droht zu blockieren. Das Steuergerät steuert eine Hydraulikpumpe und Ventile, die den Bremsdruck individuell an jedem Rad regeln können. Wenn das System erkennt, dass ein Rad zu blockieren droht, reduziert es den Bremsdruck an diesem Rad, um das Blockieren zu verhindern. Wenn das ABS eingreift, kommt es üblicherweise zu einem pulsierenden Gefühl im Bremshebel oder -pedal. Dies bedeutet, dass das ABS die Bremskraft kurzzeitig verringert und wieder erhöht, um das Rad am Blockieren zu hindern. Insgesamt ist das ABS ein wichtiges Sicherheitsmerkmal, das dazu beiträgt, die Sicherheit am Motorrad zu verbessern, indem es hilft, in Notfallsituationen sicher zu bremsen und die Kontrolle zu behalten.
Das Kurven-ABS
Das Kurven-ABS, auch schräglagenabhängiges ABS oder Cornering-ABS genannt, ist eine Weiterentwicklung des herkömmlichen ABS für Motorräder, das speziell für das Bremsen in Kurven entwickelt und optimiert wurde. Es ermöglicht dem Fahrer, auch während des Bremsens in Schräglage die Kontrolle über das Motorrad zu behalten. Ähnlich wie beim herkömmlichen ABS verfügt das Kurven-ABS über Raddrehzahlsensoren an jedem Rad. Zusätzlich sind Gyro-Sensoren oder Neigungssensoren eingebaut, die die Schräglage des Motorrads kontinuierlich überwachen. Die Daten von den Raddrehzahl- und Schräglagensensoren werden an ein komplexes Steuergerät, auch IMU (Inertial Measurement Unit) genannt, gesendet, um die Informationen zu verarbeiten und die Bremsdruckregelung an die Schräglage des Motorrads anzupassen. Wenn das Motorrad in einer Kurve bremst, wird der Bremsdruck an jedem Rad individuell moduliert, um ein Blockieren der Räder und ein mögliches Sturzrisiko zu minimieren. Das moderne Kurven-ABS passt den Bremsdruck aber nicht nur an die Schräglage des Motorrads an, sondern berücksichtigt auch andere Faktoren wie die Fahrgeschwindigkeit, die Strassenoberfläche und die Bremskraft des Fahrers.
Brauche ich unbedingt ein Kurven-ABS?
Die Notwendigkeit eines Kurven-ABS ist abhängig von deinem Fahrstil und deinen individuellen Bedürfnissen. Fährst du häufig und schnell in Kurven, so kannst du im Ernstfall natürlich von einem Kurven-ABS profitieren. Bist du hingegen überwiegend im Stadtverkehr unterwegs, so ist ein Kurven-ABS weniger relevant. Das Kurven-ABS ist jedenfalls ein innovatives Sicherheitssystem, das die Fahrsicherheit in Kurven deutlich verbessern kann.
Die Trommelbremse am Motorrad
Sie mag veraltet sein und heutzutage nicht mehr oft an Motorrädern angebaut werden, die Trommelbremse ist aber keineswegs eine schlechte Bremse. Früher war sie wegen ihres einfachen Aufbaus und der relativ günstigen Herstellung Standard auf Motorrädern. Heutzutage findet man sie bestenfalls noch am Hinterrad eher günstiger Motorräder oder Roller mit wenig Hubraum. Bei einer Trommelbremse wird die Bremswirkung durch Bremsbacken erzeugt, die an einem Bremsanker befestigt sind. Der Bremsanker wird durch den Bremshebel betätigt und drückt die Bremsbacken gegen die Innenseite der Bremstrommel. Die Reibung zwischen den Bremsbacken und der Bremstrommel verlangsamt das Rad. Die Vorteile sind wie bereits erwähnt die günstigere Herstellung, aber auch das geringe Gewicht und die Tatsache, dass die Bremsbacken und die Bremstrommel durch ein Gehäuse geschützt sind, ist nicht zu verkennen. Die Nachteile der Trommelbremse sind dennoch nicht zu leugnen, begonnen bei der geringeren Bremsleistung über die schlechtere Dosierbarkeit, dem Nachlassen der Bremsleistung bei längerer Beanspruchung bis zum Neigen zum Überhitzen.
Nachschlagewerk: So geht das! Wie man was findet
Auch wenn das 1000PS Nachschlagewerk nicht auf einmal sondern bis Ende des Jahres immer weiter ergänzend erscheint, ist es am Ende eine grosse, einem Lexikon ähnliche, Database, in der man nach Kapiteln und Absätzen geordnet auf die häufigsten Fragen, die in den 1000PS-Foren in den letzten Jahren gestellt wurden, eine Antwort findet.
Die umfassende Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS im Überblick:
Entdecke unsere umfassende Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS, in der wir alle Aspekte des Motorradfahrens behandeln. Von der Wahl des richtigen Motorrads, über die korrekte Bedienung von Kupplung und Bremsen, bis hin zur optimalen Körperposition und Kurventechnik. Wir zeigen dir, wie du moderne Fahrassistenzsysteme nutzt, bei Nacht oder auf nasser Fahrbahn sicher fährst und sogar wie du Notmanöver meisterst. Egal ob du Anfänger bist oder deine Fähigkeiten verbessern möchtest, unsere Serie bietet wertvolle Tipps und Ratschläge für jeden Fahrer. Tauche ein in die Welt des Motorradfahrens mit 1000PS!