Komfortsysteme, die dir die Fahrt erleichtern!
Motorradfahren lernen mit 1000PS - die volle Ausstattung
Fahrmodi, DCT, Hill Hold-Control, Automatik, Blipper, AHR, Tempomat, Rückwärtsgang, Launch-Control, Speed-Limiter, Connectivity, Heizung, E-Clutch... Orientierung im Dschungel der Komfort- und Sicherheitssysteme am Motorrad!
Motorräder werden immer umfangreicher mit Komfort- und Sicherheitssystemen ausgestattet. Neben den Assistenz- und Anzeigesystemen, die dir helfen, gibt es noch weitere, die vor allem deinen Komfort erhöhen aber dadurch auch deine Sicherheit.
Fahrmodi
Mittlerweile bieten Hersteller bei den Modellen bis in die untersten, also schwächsten und günstigsten Klassen die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Farhmodi an. Sie haben je nach Hersteller unterschiedlichste Namen: Von Rain über Track über Urban über Street bis zu Offroad. Ja sogar Rock und Roll Fahrmodi gibt es. Abhängig vom Hersteller und vom Modell beeinflussen diese Fahrerlebniswahlmöglichkeiten mehr oder weniger Parameter, die das Verhalten deines Motorrads bestimmen. Ein paar Beispiele, was das sein kann:
- Die Gasannahme
- Die Spitzenleistung
- Die Eingriffe von: ABS, TC, Launch-Control, Wheelie-Control, Schaltassistent oder Schaltautomat
- Die Eigenschaften deines (elektronischen) Fahrwerks, also vor allem der Dämpfelemente
Manchmal beeinflusst der gewählte Fahrmodus auch die Anzeige am Display oder die Eingriffsmöglichkeit über fixe Bedien-Elemente, also: Welcher Schalter ist mit welcher Funktionswahlmöglichkeit belegt? Und manchmal gibt es auch einen Fahrmodus, der heisst dann zum Beispiel Custom oder User, in dem du dir vorher schon die Eingriffseinstellungen der genannten Helferlein konfigurieren kannst. Es ist eigentlich unmöglich, eine 100% konkrete Aussage darüber zu machen, welche Eigenschaften des Motorrads vom gewählten Fahrmodus beeinflusst werden. Du musst unbedingt die Bedienungsanleitung deines Motorrads lesen, um die Einflüsse der verschiedenen Fahrmodi zu kennen! Danach aber kannst du relativ unkompliziert dein Motorrad auf deine persönlichen und situativen Bedürfnisse optimieren.
Abstands-Radar
Im Premiumsegment gibt es mittlerweile auch bei Motorrädern die Funktion einer ACC (Adaptive Cruise Control), also eines abstandsabhängigen Tempomaten. Mit aufwendigen Sensoren scant dein Motorrad das Verkehrsgeschehen rund um dich. Lauert nun eine Gefahr auf deiner Fahrlinie, etwa ein extrem langsam fahrender LKW vor dir, wirst du zuerst gewarnt und wenn dein Motorrad keine Reaktion deinerseits erkennt, leitet es eine Bremsung ein. Bei der Entwicklung dieser Funktion wurde von den Herstellern folgende grosse Herausforderung berücksichtigt: Anders als beim Auto kann ja dein Motorrad keine zu schroffe Bremsung ohne dein Zutun realisieren, weil dann die Gefahr besteht, dass du das Motorrad, weil du damit nicht rechnest, nicht mehr kontrollieren kannst oder noch schlimmer: aus dem Sattel befördert wirst. Dementsprechend nutzbar wurde die Verzögerungsleistung in einem solchen Fall realisiert. Das Abstandsradar ist eine brauchbare Funktion, wenn du komfortabel auf Hauptverkehrsstrecken unterwegs bist und du die Anpassung an die Fliessgeschwindigkeit der anderen nicht erledigen kannst, willst oder aus irgendeinem Grund darauf vergessen hast. Es kann aber keine Notbremsung unter allen Umständen realisieren. Behalte daher immer die Kontrolle über deine Fahrgeschwindigkeit!
Alle Berichte der umfassenden Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS:
Honda, Metzeler, Stadler und SW-Motech als 1000PS-Partner!
Ein grosses Projekt verlangt nach grossen Partnern - weshalb wir uns entschieden, für unsere Berichteserie Motorradfahren lernen mit hochwertigen Herstellern wie Honda, Metzeler, Stadler und SW-Motech zusammen zu arbeiten. Für einen feinen Querschnitt durch die aktuellen Motorradkategorien haben wir von Honda eine einsteigerfreundliche CB500 Hornet, eine sportliche CBR650R sogar mit E-Clutch (muss man mal probiert haben!) und als Referenz für das Adventure-Segment eine CRF1100L Africa Twin Adventure Sports mit elektronisch verstellbarem Fahrwerk gewählt. Bestückt wurden alle Bikes mit Taschen oder Tankrucksäcken von SW-Motech, damit wir diverse Utensilien, die wir bei unseren Fotofahrten brauchten, gut verstauen konnten. Da wir natürlich nicht wussten, wie das Wetter wird, vertrauten wir bei der Kleidung auf Highend-Ware von Stadler Bekleidung, die dank GoreTex-Material und innovativen SASS-Belüftungsöffnungen sowohl bei nasskaltem als auch bei heissem Wetter ausgezeichnet funktionieren. Schliesslich wollten wir auch bei den Reifen nichts dem Zufall überlassen, für unsere Vorführ-Fahrten wurden auf allen drei Maschinen Qualitäts-Pneus von Metzeler aufgezogen. Und ja, richtig vermutet, natürlich hat mit allen vier Herstellern alles problemlos funktioniert!
CBS (rein mechanisch)
Ein kombiniertes Bremssystem kann für deine Sicherheit und die Präzision anderer Assistenzsysteme eine wichtige Rolle spielen. Es gibt auch rein mechanische Lösungen dieses Systems. Sie wollen dir die Bedienung der Bremsen im Normalbetrieb erleichtern oder fungieren heute als gesetzlich vorgeschriebene Alternative zum ABS in der Klasse 125 ccm.
Automatischer Gangwechsel oder Variomatik
Du musst nicht Schalten. Es gibt Techniken, die das für dich erledigen.
Schaltassistent und Blipper
Damit du dir das Kuppeln beim Schalten ersparst, wurde der Schaltassistent erfunden. Das ist allerdings im Ursprung nicht ganz richtig, denn eigentlich wurde der Schaltassistent konstruiert, um Leistungsverluste beim Schalten im Rennsport zu minimieren. Diese technische Errungenschaft kommt aber jetzt allen zu Gute, die so etwas in ihrem für die Strasse zugelassenen Motorrad verbaut haben. Vereinfacht gesprochen unterbricht meist eine Elektronik (durch Aussetzen der Zündung) ganz kurz den Vortrieb der Kurbelwelle, wenn du mit deinem Schalthebel einen Gangwechsel veranlasst, ohne dass du die Kupplung ziehst, finden die Zahnräder im Getriebe leichter zueinander. Man unterscheidet zwischen Schaltassistenten, die das nur beim Raufschalten können und jenen, die es auch beim Runterschalten schaffen, diese nennt man auch Blipper. Manchmal wird diese Funktion zusätzlich durch eine automatische Anpassung der Motordrehzahl unterstützt. Probiere die Funktion deines Schaltassistenten in den verschiedensten Situationen unter sicheren Bedingungen aus, damit du dann im Betrieb nicht unter Stress von den Folgen überrascht wirst! Nicht jeder Schaltassistent gewährleistet einen ruckfreien Gangwechsel unter allen Bedingungen. Besonders in sogenannten lastfreien Phasen, also wenn dein Motor weder beschleunigend noch verzögernd wirkt, passieren bei manchen Schaltassistenzsystemen unerwartete Aktionen!
Kurven-Schaltassistent
Den Ausdruck gibt es eigentlich nicht, er beschreibt aber trotzdem sehr gut, was gemeint ist. Manche Schaltassistenten adaptieren ihre Funktion auch auf die Schräglage.
Dual Clutch Transmission DCT - Doppelkupplungsgetriebe
Dual-Clutch-Transmission oder auf Deutsch Doppelkupplungsgetriebe ist eine technische Lösung, die ausschliesslich von Honda angeboten wird. Wie beim Auto ermöglicht diese Technik das übergangslose Wechseln der Gänge. Honda realisierte es so, dass der Gangwechsel auch automatisch vom Motorrad durchgeführt werden kann. Mit DCT fährst du auf technisch höchstem Niveau ein Automatik-Motorrad, bei dem du aber auch manuell eingreifen kannst.
Berg-Anfahr-Hilfe (Hill Control oder Hill Hold-Control)
Besonders bei Modellen mit hohem Eigengewicht wird neuerdings eine Berg-Anfahr-Hilfe oder neudeutsch eine Hill-Hold-Funktion angeboten. Das bedeutet, dass du beim Stehenbleiben auf ansteigenden Stellen (ganz wenige Hersteller bieten sogar Hill-Holds bei abschüssigen Situationen an) nicht die Bremse ziehen musst, weil das dein Motorrad für dich macht. Gibst du Gas, um weg zu fahren, löst dein Motorrad selbstverständlich die Bremse. Hill-Hold ist praktisch, wenn du dir schwer tust, das Anfahren am Hang optimal zu realisieren.
Elektronisches Fahrwerk, adaptives Fahrwerk
Bei Elektronischen Fahrwerken unterscheiden wir zwei Arten. 1.) Elektronische Fahrwerke, die Federvorspannung und Dämpfereigenschaften laut deinen per Knopfdruck am Display gewählten Einstellungen, manche sogar abhängig von deinem gewählten Fahrmodus, für dich anpassen, ohne dass du irgendein Werkzeug oder irgendein Stellschraubrad berühren musst. 2.) Adaptive elektronische Fahrwerke, die je nach (auch von dir) voreingestelltem Fahrwerksmodus mehr oder weniger automatisch die Fahrwerkseigenschaften auf die jeweiligen Bedingungen anpassen, abhängig von Fahrweise, Fahrbahnzustand und auch Beladungszustand.
AHR Adaptive Height Ride
Adaptive Height Ride ist die englische Bezeichnung für Automatische Fahrwerksabsenkung. Sie hat nichts mit den im MotoGP verwendeten Ride Height Devices zu tun. AHR ist eine Komfortfunktion, die auch deine Sicherheit erhöhen kann. Bei langsamer Fahrt senkt sich dein Fahrwerk automatisch ab, damit du besseren Halt mit deinen Füssen hättest, solltest du dich am Untergrund abstützen wollen. AHR wurde erstmalig 2022 in einem Serienmotorrad verwendet und funktionierte auf Anhieb sehr brauchbar. Gegebenenfalls, etwa bei Offroad-Fahrten, kannst du die Funktion selbstverständlich deaktivieren.
Tempomat
Auf Englisch auch Cruise Control genannt ermöglicht dir ein Tempomat, dass die von dir gewählte Geschwindigkeit auch ohne Betätigung des Gasgriffs automatisch vom Motorrad gehalten wird. Ein aktivierter Tempomat ermöglicht dir also vor allem bei längeren Autobahnetappen, dass du deine rechte Hand entspannst. Die Deaktivierung des Tempomaten erfolgt entweder per Knopfdruck oder, wenn du den Gasgriff in die andere Richtung über seine Nullstellung hinaus nach vorne drehst oder wenn du entweder deinen Kupplungshebel oder einen deiner beiden Bremshebel aktivierst. Manche Modelle deaktivieren auch, wenn du den Schalthebel betätigst. Manche Modelle schränken die Bedienmöglichkeiten der Funktionen, die am Display angezeigt werden, bei aktiviertem Tempomaten ein. Finde durch Probieren an einer sicheren Stelle heraus, ob das bei deinem Modell so ist, dann bist du im normalen Betrieb unterwegs nicht überrascht!
Automatisierte Kupplung
Zunächst im Offroad-Rennsport verwendet, finden sich automatisierte Kupplungssysteme mittlerweile auch bei anderen Motorradmodellen, die für den öffentlichen Verkehr zugelassen sind. Die automatisierte Kupplung trennt den Kraftschluss deines Motors, wenn er in Leerlaufdrehzahl betrieben wird. Somit ermöglicht sie ein Stehenbleiben, ohne die Kupplung zu ziehen. Bei vielen Modellen kannst du auch den ersten Gang einlegen und ohne Kupplungsbetätigung nur mittels Gasgriffbetätigung losfahren! So wird das Absterben des Motors verhindert, solltest du einmal vergessen, deine Kupplung zu ziehen. Vergiss aber nicht, dass dein Gang noch eingelegt ist, drehst du nämlich am Gasgriff, fährt dein Motorrad los!
Rückfahrhilfe
Besonders grössere, schwere Touringmodelle sowie einige Elektromodelle können über eine Rückfahrhilfe verfügen. Also gleichsam über einen Retourgang. Er hilft dir, dein Fahrzeug rückwärts zu bewegen, sollte das deine Körperkraft nicht schaffen, etwa bergauf. Diese Funktion ist nur zum langsamen Rollen gedacht, das Gleichgewicht musst du unter Zuhilfenahme der abstützenden Beine selber halten! Achte besonders beim Losrollen darauf, wie schnell und heftig dein Gerät auf deine Bewegungsbefehle reagiert! Lies die Bedienungsanleitung!
Launch-Control
Die Launch-Control wurde eigentlich für den Rennsport entwickelt. Diese bei sportlichen Motorrädern mitunter vorhandene Funktion unterstützt dich dabei, aus dem Stand die optimale Beschleunigung zu erreichen. Bei aktivierter Launch-Control kannst du bei gezogener Kupplung den Gasgriff voll umdrehen. Wenn du den Kupplungshebel jetzt loslässt, regelt dein Motormanagement ohne dein Zutun die Drehzahl im idealen Bereich. Prüfe in sicherer Umgebung, wie deine Launch-Control funktioniert! Achte dabei auch darauf, dass andere Einstellungen, etwa die Wahl der zur Verfügung stehenden Fahrmodi, die Beschleunigungseigenschaften beeinflussen!
Speed-Limiter
Der bei wenigen Modellen eingebaute Speed Limiter begrenzt deine voreingestellte Geschwindigkeit, auch wenn du mehr Gas gibst. Im Rennsport wird er verwendet, um etwa Geschwindigkeitsbegrenzungen im Bereich der Boxengasse genau einhalten zu können. Du kannst ihn aber auch auf öffentlichen Verkehrsflächen verwenden, etwa in Baustellenbereichen oder in urbanem Umfeld, wenn du zum Beispiel keinen Tempomaten zur Verfügung hast. Vergiss nicht, ihn rechtzeitig zu deaktivieren! Andernfalls könnte das etwa beim nächsten Überholmanöver deine Sicherheit gefährden!
Connectivity, Navigation
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie du mit deinen elektronischen Geräten dir die Fahrt erleichtern oder verschönern kannst. Besonders die Connectivity, also die Verbindung etwa deines Smartphones mit dem Motorrad wird bei immer mehr Modellen möglich. So hast du einige wichtige Informationen am Display oder kannst manche Funktionen mit den Bedienknöpfen deines Motorrads nutzen. Prüfe die Funktionsweise solcher Systeme so viel wie möglich zunächst in sicherer Umgebung, etwa im Stand! Positioniere die optischen Informationsquellen solcher Zusatzausstattung so nahe wie möglich zu deiner Sehrichtung im Fahrbetrieb! Lass dich von diesen Funktionen nicht ablenken sondern nutze sie für deinen Komfort und somit für deine Sicherheit! Das gilt auch für den Fall, dass du nur mit einer Papierkarte am Tankrucksack navigierst!
Griff- und Sitzheizung
Klar, dass beim Fahren in der Kälte jede Möglichkeit dich zu wärmen, nicht nur deinen Komfort sondern auch deine Sicherheit erhöht. Lies die Bedienungsanleitung, damit du während der Fahrt die für dich beste Einstellung findest, ohne zu viel vom Motorradfahren abgelenkt zu werden!
So viel Information. Woher weisst du, was bei dir eingebaut ist und wie gut es funktioniert?
Neben diesem Bericht erfährst du die wichtigsten Infos in der Betriebsanleitung deines Motorrads. Praktisch ausprobieren kannst du das selber, entsprechende Erfahrung und Sensorik, entsprechendes Können vorausgesetzt! Eine effiziente Methode, dies heraus zu finden, ist der Besuch eines Fahrtechniktrainings. Profis helfen dir dort durch Tipps und Beobachtung, dein Motorrad besser kennen zu lernen, ausserdem ist bei hochwertigen Anbietern die Infrastruktur, also bekannter Reibbeiwert der Asphaltoberfläche, geeichte Geschwindigkeitsmessanlagen, Distanzmarkierungen, vorhanden, um präzisere Erkenntnisse zu gewinnen.
Nachschlagewerk: So geht das! Wie man was findet
Auch wenn das 1000PS Nachschlagewerk nicht auf einmal sondern bis Ende des Jahres immer weiter ergänzend erscheint, ist es am Ende eine grosse, einem Lexikon ähnliche, Database, in der man nach Kapiteln und Absätzen geordnet auf die häufigsten Fragen, die in den 1000PS-Foren in den letzten Jahren gestellt wurden, eine Antwort findet.
Die umfassende Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS im Überblick:
Entdecke unsere umfassende Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS, in der wir alle Aspekte des Motorradfahrens behandeln. Von der Wahl des richtigen Motorrads, über die korrekte Bedienung von Kupplung und Bremsen, bis hin zur optimalen Körperposition und Kurventechnik. Wir zeigen dir, wie du moderne Fahrassistenzsysteme nutzt, bei Nacht oder auf nasser Fahrbahn sicher fährst und sogar wie du Notmanöver meisterst. Egal ob du Anfänger bist oder deine Fähigkeiten verbessern möchtest, unsere Serie bietet wertvolle Tipps und Ratschläge für jeden Fahrer. Tauche ein in die Welt des Motorradfahrens mit 1000PS!